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mineralische Baumassenabfälle
Mineralische Baumassenabfälle
Bei Sanierungsarbeiten fallen oft Bauschutt und Straßenaufbruch an.
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Bild: Bauschutt und Straßenaufbruch
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Bei Flächensanierungen oder Bodenaushubarbeiten fallen neben dem Erdmaterial auch häufig Bauschutt und Straßenaufbruch an.

Was ist Bauschutt?

Mineralischer Bau- und Abbruchabfall wird auch als Bauschutt bezeichnet. Er besteht aus unterschiedlichen Anteilen von z. B. Beton-, Ziegel-, Fliesen- und Keramikbruch. Er ist aufgrund seiner physikalischen Merkmale besonders gut geeignet, nach einer Aufbereitung wieder als Recyclingbaustoff (RC-Baustoff) in verschiedenen Bereichen eingesetzt zu werden. Als mineralische Stoffe sind z. B. Naturstein, Sand, Mörtel, Putz oder Glas- und Mineralwolle enthalten. Nicht-mineralische Stoffe wie Holz, Kunststoffe, Pappe/Papier, Eisen- und Nichteisenmetalle werden bei der Aufbereitung aussortiert.

 
 

Mineralische Baumassenabfälle sind mengenmäßig größte Abfallfraktion in Baden-Württemberg

 
Bild: Baustellengelände
Baustellengelände mit Bodenaushub
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)
 
Bild: Beton nicht aufbereitet
Betonreste vor der Aufbereitung
(© LUBW, Autor: ABAG-itm)

Baumassenabfälle stellen mit knapp drei Viertel des Abfallaufkommens die größte Abfallfraktion in Baden-Württemberg dar. Zur Schonung von Deponievolumen und Ressourcen gilt es große Mengen der Baumassenabfälle möglichst ortsnah zu verwerten.

Mineralische Baumassenabfälle sind Bodenaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch. Diese fallen bei allen Arten von Bau- und Abrissarbeiten sowohl im Hoch- und Tiefbau wie auch im Straßenbau an. Als Abfall erfasst wird nur der Teil, der die Baustelle auch verlässt. Der Anteil, der direkt vor Ort wieder eingesetzt wird, ist nicht enthalten. Dies trifft insbesondere auf den Straßenaufbruch zu, der in erheblichem Umfang im selben Bauabschnitt wieder bei Straßenbaumaßnahmen verwendet wird. Auch bei Bodenaushub werden große Mengen im Zuge des Massenausgleichs direkt vor Ort wiederverwendet.

Hauptsächlich entstehen mineralische Baumassenabfälle im gewerblichen Abfallbereich. Im privaten Bereich fallen diese Baumassenabfälle lediglich beim Hausbau oder -abriss, Renovierungen und Sanierungen an, werden die in der Regel jedoch von dem Privaten an gewerbliche Unternehmer weitergereicht.

Zu den mineralischen Baumassenabfällen gehören:

  • Bodenaushub: nicht kontaminiertes, natürlich gewachsenes, z. T. bereits verwendetes Erd- oder Felsmaterial (macht ca. zwei Drittel der mineralischen Baumassenabfälle aus),
  • Bauschutt: mineralische Stoffe aus Bau- und Abrisstätigkeiten, auch mit geringfügigen Fremdbestandteilen;
  • Straßenaufbruch: mineralische Stoffe, die hydraulisch, mit Bitumen (oder früher mit Teer) gebunden oder ungebunden im Straßen- oder Wegebau oder sonstigen Verkehrsflächen verwendet waren.

Den Baumassenabfällen insgesamt werden noch die Baustellenabfälle aus nicht mineralischen Stoffen, wie z.B. Kunststoffe, Pappe etc. zugerechnet, die mengenmäßig jedoch weniger ins Gewicht fallen.

Aufbereitung von Baumassenabfällen

Bodenaushub wird in der Regel nicht aufbereitet, es sei denn es handelt sich um Material, welches aufgrund seiner Eigenschaften zu einem Rohstoff aufbereitet werden kann. Dies können im Rheintal z. B. Sande und Kiese, auf der Schwäbischen Alb Kalksteine aus Tunnelausbrüchen sein.

Dagegen findet bei Bauschutt und Straßenaufbruch in der Regel eine Aufbereitung statt. Zur Zerkleinerung dieses Abfalls kommen Prallmühlen, -brecher oder Backenbrecher zum Einsatz. Moderne Aufbereitungsanlagen mit Windsichtung, Dichtetrennung und Sortierbändern trennen gezielt unerwünschte Fremdstoffe wie z. B. Holz, Kunststoff oder Papier aus. Metalle werden über Magnetabscheider entfernt. Diese Aufbereitung findet durch den Einsatz einer mobilen Anlage (auf der Baustelle) oder in einer stationären Baumassenaufbereitungsanlage statt. Material, das von Störstoffen bereinigt wurde, kann bei entsprechender technischer Eignung als Recyclingbaustoff (RC-Baustoffe) stofflich verwertet werden.