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Aachtopf
Der Aachtopf (Aufn. Frühjahr 2014)
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Bild: Aachtopf, Frühling 2014, Ldkr. Konstanz
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Die großen Wassermengen, die am Quelltopf zu tage treten, mischen sich mit wechselnden Anteilen aus versickerndem Donauwasser und Karstwasser aus dem Einzugsgebiet der Quelle.

Aachtopf:
Weitere Informationen
 
Übersicht
 

Naturdenkmal Aachquelle und Radolfzeller Aach im Hegau

 
Bild: Aachtopf (Ldkr. Konstanz)
Blick auf den Aachtopf
(© LGRB, Autor: T. Huth)

Blick in den Aachtopf, die wasserreichste Karstquelle Deutschlands.

 
Bild: Aachtopf (Ldkr. Konstanz)
Aachtopf, Infotafel zur Historie
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Die Stadt Aach im Landkreis Konstanz liegt im Jungmoränenhügelland des nördlichen Bodensee- und Hegaubeckens (s. Karte). Überregional bekannt wurde sie durch den Aachtopf, die stärkste, gefasste Quelle Deutschlands. Ihre mittlere Schüttung beträgt ca. 8.500 Liter in der Sekunde. Das in der Aachquelle austretende Wasser stammt zum größten Teil aus den Versickerungsstellen der Donau am Wehr und im Brühl bei Immendingen sowie bei Fridingen an der Donau.

Die Durchflussdauer von der Versickerung bis zum Aachtopf beträgt ca. 17 Stunden, bei einer Entfernung von etwa 12 km. Auf seiner unterirdischen Fließstrecke löst das Wasser jährlich einige 1.000 m³ Kalkstein (hier: Weißjura, auch Oberer Jura genannt). Schon früh wurde vermutet, das Wasser der Aachquelle könnte versickertes Donauwasser sein, bis im Jahr 1877 der erste wissenschaftliche Nachweis gelang. Mit Hilfe von 100 kg Kochsalz, das oberhalb der Versickerungsstellen eingebracht wurde und im Aachtopf wieder zum Vorschein kam, war der unterirdische Verlauf der Karstquelle belegt. In der darauffolgenden Zeit haben diverse Färbungsversuche inzwischen weitgehende Klarheit über die Strömungsverhältnisse geschaffen. Unklar dagegen ist bislang die Herkunft der Groppe (Cottus gobio), die hier im Aachhöhlensystem vorkommt.

In den 1950er Jahren erforschten Taucher des Tauchclubs Singen erstmals systematisch den Quelltopf. Sie gelangten am Ausfluss der Quelle zunächst 17 m in die Tiefe, dann schräg nach Norden in eine Wasserhöhle von 1 bis 3 m Breite und bis zu 6 m Höhe.

Nach dem Quellaustritt sucht das Fließgewässer, die Radolfzeller Aach - auch Hegauer Aach genannt -, ihren Weg durch die Hegauniederung, vorbei an Singen und dem Hohentwiel (s. Video). 32 km nach der Quelle mündet sie schließlich im Bereich des Radolfzeller Achrieds (Naturschutzgebiet) in den Bodensee. In früheren Zeiten wurde die Wasserkraft der schnell fließenden Radolfzeller Aach für viele Mühlen verwendet. Heute befinden sich mehrere Wasserkraftwerke an ihren Ufern. Die einzigartige Flusslandschaft wird seit 1990 im Rahmen des Wasserwirtschaftlich-ökologischen Entwicklungskonzepts (WÖK) wieder etwas naturnäher gestaltet.

Etwa 600 m nördlich der Aachquelle befinden sich mehrere aufgrund  der Verkarstung entstandene Dolinen (Erdfälle). Zwei davon sind in die Schichten der Rauhen Kalke innerhalb der Zementmergel-Formation (früher Weißjura ζ ) eingetieft. Die Jura-Kalksteine lassen sich an den Dolinenwänden gut erkennen. Ihre Entstehung steht vermutlich in Zusammenhang mit der Verkarstung und Kalklösung durch die Karstwässer, die am Aachtopf austreten. In letzter Zeit versucht eine Gruppe von interessierten Höhlenforschern durch eine der beiden Dolinen zu den unterirdischen Karstgewässern zu gelangen.

Hinweise für Besucher: Der Aachtopf ist öffentlich zugänglich. Ein kleiner Spaziergang bergwärts des Quelltopfes führt am Alten Turm aus frühmittelalterlicher Zeit vorbei in nördliche Richtung zu zwei großen Einsturzkratern (Dolinen) im Gemeindewald von Aach.


Literatur:

Schetter H. (2003): Die Aachhöhle, Tauchexkursion in die unterirdische Donau. - Neuauflage des Buches: Schetter, H. (1991); Erhältlich vom Autor auf CD; 40,5 MByte.

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