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Taubenmoos
Taubenmoos, Teilfläche ''Altes Moor''
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Bild: Taubenmoos(Ldkr. Waldshut), Altes Moor
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Das stark gewölbte Hochmoor (Altes Moor) liegt auf dem Talboden des "Rönischbächle" am nördlichen Hangfuß des Berges "Oren". Es entstand nach dem Abschmelzen einer Gletscherzunge am Ende der letzten Eiszeit. Aus Feuchtbereichen und kleinen, flachen Tümpeln im Stau einer Endmoräne wuchs es hier in 10.000 bis 12.000 Jahren zu einem über 2 Hektar großen und bis zu 5,9 m mächtigen Hochmoor heran.

Taubenmoos:
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Übersicht
 

Taubenmoos, Moorkomplex und Naturschutzgebiet im Südschwarzwald

 
Bild: Taubenmoos (Ldkr. Waldshut)
Teilfläche ''Altes Moor'' im September 2013
(© LUBW, Autor: J. Schaber)

Das "Alte Moor" liegt in 1000 m Höhe in der Mitte des etwa 36 ha großen Moorkomplexes. Das Hochmoor ist von mehreren Nieder- und Übergangsmooren, von Fichtenmoorwald und von Weidfeldern umgeben. Der Rand des Hochmoores ist mit einzelnen Fichten und Fichtengruppen bestanden. Das Innere des Hochmoores ist baumfrei. In der Nähe des Photostandpunktes steht eine Informationstafel mit Erklärungen zur Entstehung.

Kartenansicht Google Maps

 
Bild: Taubenmoos(Ldkr. Waldshut) im Herbstnebel
Im Herbst bedeckt häufig dichter Nebel die Moorflächen des Taubenmoos
(© LUBW, Autor: J. Schaber)

Durch die nächtliche Abkühlung bildet sich in der Kaltluftsenke des Bernauer Hochtales Bodennebel, der sich durch die Erwärmung im Laufe des Vormittags meist wieder auflöst (Aufn. Sept. 2013).

 
Bild: Taubenmoos(Ldkr. Waldshut)
Besucherlenkung im ''Großen Moor''
(© LUBW, Autor: J. Schaber)

Am Ostrand des "Großen Moores" wurde als Teil des "Zauberwaldpfades" zur Besucherlenkung ein Bohlenweg angelegt. Von hier eröffnen sich Einblicke in ein Hangmoor mit Übergangsmoorcharakter. Im Hintergrund das 1.415 m hohe Herzogenhorn.

Das Taubenmoos liegt auf ca. 1.000 m.ü.NN im Naturraum der Menzenschwand-Bernauer Hochtäler. Der landschaftlich bedeutende Moorkomplex im Süden des Bernauer Hochtals besteht aus mehreren unterschiedlich entwickelten Moorflächen in Hang- und Talbodenlage, die sich auf einer Strecke von 1,7 km vom Quellgebiet des Rönischbächle bis zum Langlauf-Loipenzentrum südlich von Bernau-Oberlehen hinziehen (s. Karte). Das insgesamt 35 ha große Moorgebiet, nahe der L 146, umfasst sowohl unbewaldete Bereiche mit typischer Hoch-, Übergangs- und Niedermoorvegetation als auch bewaldete Flächen (Fichtenmoorwald). 2007 wurde der Moorkomplex als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Im Zentrum des Taubenmoos fußt auf dem Talboden ein ca. 2,2 ha großes, als "Altes Moor" bezeichnetes, gewölbtes Hochmoor mit einer Torfmächtigkeit bis zu 5,9 m. Das "Alte Moor" befindet sich in einem Zustand, in dem es nicht mehr weiter wächst, im sogennannten Heidestadium. Das plateauartige Zentrum des Hochmoores ist durch ein Bult-Schlenken-System mit rasch austrocknenden und vegetationslosen Schlenken geprägt. Die Bulte sind vorwiegend mit Rasenbinse, Besenheide und Flechten, stellenweise mit Scheidigem Wollgras sowie auch mit Rosmarinheide und Sonnentau bewachsen. An den Rändern dagegen dominiert die Rauschbeere, örtlich wächst auch Pfeifengras. Hier sind auch deutliche Erosionsrinnen und Sackungen erkennbar, die einerseits durch das starke Gefälle des Randgehänges, andererseits vermutlich auch durch den früheren Torfabbau entstanden sind. An mehreren Stellen sind im Randgehänge die inzwischen mit Rauschbeeren und Besenheide verwachsenen Torfstiche erkennbar.

In den als "Großes Moor" und als "Großes und Kleines Hangmoor" bezeichneten Hangmooren beträgt die Torfmächtigkeit durchschnittlich 0,5-2 m und maximal 3,6 m. Die Hangmoore liegen unterhalb von Quellnischen und Quellhorizonten. Sie sind örtlich sehr naß, von Hangwasser durchströmt und auf größeren Flächen unbewaldet oder nur locker mit Fichten und Fichtengruppen bestanden. Erwähnenswert ist hier das Vorkommen des Hochmoorgelblings (s. Bildergalerie). Seine Verbreitung in Baden-Württemberg ist auf die Naturräume Südschwarzwald und Oberschwäbisches Hügelland beschränkt. Der stark gefährdete Tagfalter (Rote Liste BW 2) findet im Taubenmoos noch gute Lebensbedingungen.

Auch innerhalb des "Westmoores" im Quellgebiet des Rönischbächle und in den zentral gelegenen "Waldmooren" gibt es Lichtungen mit Hochmoor- und Übergangsmoorvegetation. Die Torfmächtigkeit liegt auch in diesen Mooren meist zwischen 0,5-2 m, in einer der Lichtungen nimmt sie jedoch in einem gewölbten Bereich auf bis zu 5,3 m zu. Hier ist auch das einzige Vorkommen der Zwerg- oder Polarbirke (Betula nana) in Südwestdeutschland nachgewiesen.

Im südlichsten Teil des Moorkomplexes, im Gebiet „Neuschweinewäldele“, liegen offene Nieder- und Übergangsmoore sowie fichtenbestandene Bereiche in Tal- und Hanglage. Die Torfmächtigkeiten betragen hier durchschnittlich 0,5 -1,5 m, maximal 2,9 m. Insgesamt ist das Taubenmoos zu 100% eingebettet in den Naturpark Südschwarzwald.

Hinweise für Besucher: Vom Wanderparkplatz beim Loipenzentrum führt der seit 2007 zur Besucherlenkung angelegte Zauberwaldpfad auf Wald- und Bohlenwegen durch die östlichen Bereiche des Moorkomplexes. Der Besucher erfährt an mehreren Informationstafeln entlang des Weges Wissenswertes über die Moorentstehung, die klimatischen Verhältnisse am "Kältepol" von Baden-Württemberg, über die Vegetation und Fauna der Moore, Wälder und Weiden im Naturschutzgebiet, über die Kulturgeschichte des Bernauer Hochtals und über die Sagen und Märchen (Hexenbühl, Zauberwald), die sich um das Taubenmoos ranken. Auf dem Zauberwald-Pfad lernt der Besucher anhand von Schautafeln und im Wald versteckten Tier- und Pilzmodellen, die Fauna und Flora der Moore und Wälder des Südschwarzwalds kennen.