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Urwelt-Museum Hauff
Urwelt-Museum Hauff Holzmaden, fossiles Meereskrokodil (Steneosaurus)
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Bild: Urwelt-Museum Hauff, Holzmaden, Ldkr. Esslingen
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Die damaligen Meereskrokodile waren überwiegend Küstenbewohner. Ihr Köperbau ähnelt weitgehend den heute noch rezenten Krokodilarten. Die verlängerte Schnauze ist schlank und trägt dichtstehende, gekrümmte Zähne. Hauptnahrung waren wohl Fische. Auffallend bei allen Arten waren die im Vergleich zu den Hinterbeinen schwächer entwickelten Vordergliedmaßen. Steneosaurus erreichte eine Länge bis zu 5 Meter.

 

Urwelt-Museum Hauff:
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Urwelt-Museum Hauff in Holzmaden

Bild: Urwelt-Museum Hauff,  Seelilien (Ldkr. Esslingen)
Exponat Seelilienkolonie
(© LGRB, Autor: T. Huth)

Besonders eindrucksvoll ist die über 100 m² große Kolonie von Seelilien. Die empfindlichen Fossilien müssen gegenüber Verschmutzungen in der Luft geschützt werden.

 

Die Gegend um Bad Boll und Holzmaden im Landkreis Esslingen ist weltberühmt als Fundgebiet für Fossilien aus der Posidonienschiefer-Formation des Unteren Jura (früher Schwarzjura ε- epsilon), die hier vor ca. 180 Mio Jahren abgelagert wurden. Zahlreiche in Holzmaden geborgene Exemplare von Fischsauriern und Meereskrokodilen sind inzwischen weltweit in den wichtigsten Museen anzutreffen.

Bereits im 19. Jh. waren am Albtrauf zahlreiche Steinbrüche in Betrieb, in denen Posidonienschiefer abgebaut wurde. Schon damals entdeckte man in den Gesteinsschichten immer wieder bedeutende fossile Funde, wie Saurier und ausgestorbene Wirbellose (z. B. Ammoniten). Fossile Überreste von Pflanzen dagegen, insbesondere terrestrische Arten wie Baumfarne oder Gingko-Gewächse, sind im Posidonienschiefer selten zu finden.

1890 bricht eine neue Epoche in der paläontologischen Forschung an. Durch das überragende präparatorische Können von Bernhard Hauff (1866-1950) aus Holzmaden kommen für die Wissenschaft einmalige Funde und bislang unbekannte Erkenntnisse zu Tage. 1892 erlangt B. Hauff durch die vollständige Präparation eines Fischsauriers (Ichthyosaurier) Weltruhm. Dabei werden nicht nur Knochen sondern erstmals auch gut erhaltenes Gewebe (Haut, Eingeweide) freigelegt und konserviert. Angetrieben durch Fleiß und wissenschaftliche Neugier vergrößert sich die Hauff' sche Sammlung rasch. So ensteht in den Jahren 1936/37 in Zusammenarbeit mit dem Museum für Naturkunde Stuttgart das erste Urweltmuseum Hauff in Holzmaden.

Mit dem Neubau des Museums in den Jahren 1967 bis 1971 und der nochmaligen Erweiterung 1993 stehen derzeit rund 1.000 m2 Ausstellungsfläche zur Verfügung. Besonders sehenswert ist die freigelegte und im Museum wieder zusemmengefügte Seelilienkolonie mit über 100 m². Die aufwändige Präparation belief sich auf über 18 Jahre. Im Außenbereich, im Dinosaurierpark, sind seit dem Jahr 2000 mehrere lebensgroße Nachbildungen von Sauriern und fossilen Bäumen des Erdmittelalters zu besichtigen. Geologie und Paläontologie lassen sich auch live erleben. In den umliegenden Schieferbrüchen kann man gegen geringes Entgelt selbst nach Fossilien suchen.

Hinweise für Besucher: Das Urwelt-Museum Hauff Holzmaden liegt etwa 40 Kilometer südöstlich von Stuttgart direkt an der A 8 Stuttgart-Ulm (s. Kartenansicht). Man erreicht es entweder über die Ausfahrt Kirchheim/Teck Ost oder die Ausfahrt Aichelberg. Früher war Holzmaden über die Bahnstrecke Kirchheim (Teck) Süd–Weilheim (Teck) an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Der Personenverkehr wurde allerdings 1982 eingestellt. Der denkmalgeschützte Bahnhof dient heute als Restaurant.


Literatur:

M Urlichs, R. Wild & B. Ziegler (1979): Fossilien aus Holzmaden. Stuttgarter Beiträge zur Naturkunde, Heft 11. Serie C, 34 S.