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Grundgebirgs-Odenwald
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Gesteine im Grundgebirgs-Odenwald
Steinernes Ross ca. 800 m westlich von Balzenbach
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Bild: TP_BGL3_6 Steinernes Ross  westlich von Balzenbach
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Das Steinerne Ross ist ein großes Felsgebilde, das entfernt an ein liegendes Pferd erinnert. Es besteht aus Granodiorit (GD), einem Tiefengestein, das nach der mineralogischen Zusammensetzung eine Zwischenstellung zwischen Diorit und Granit einnimmt. Das Steinerne Ross wird erstmals um 895 als Grenzmarkierung erwähnt.

 

Grundgebirgs-Odenwald:
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Grundgebirgs-Odenwald

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Grundgebirgs-Odenwald (Kristalliner Odenwald)

 
Bild: TP_BGL3_4 Blick vom Teltschikturm nach Osten
Blick vom Teltschikturm nach Osten
(© LGRB, Autor: T. Huth)

Der Blick vom Teltschikturm (Schriesheimer Kopf, südwestlich oberhalb von Wilhelmsfeld) nach Osten zeigt im Mittelgrund den Hangbereich von Wilhelmsdorf mit den Ortsteilen Mittel- und Unterdorf. Die Hänge linkerhand gehören zum Centwald und liegen bereits im Buntsandstein, während die Mittel- und Unterhanglagen noch von Gesteinen des Oberrotliegend und noch tiefer am Hang von Graniten des Grundgebirges gebildet werden. Die bewaldete Buntsandsteinlandschaft zeigt sanfte flachhängige Konturen, in die sich das Tal des Hilsbachs im Mittelteil nach hinten links verlaufend eingetieft hat. Im Hintergrund ist das Nord-Süd verlaufende Steinachtal erkennbar, hinter dem sich der breite Buntsandsteinrücken des Adlersteins zwischen Heiligkreuzsteinach und Unterdorf erhebt.

 
Bild: TP_BGL3_49 Porphyrbruch bei Dossenheim
Porphyrbruch bei Dossenheim
(© LGRB, Autor: T. Huth)

Der Odenwald ganz im Nordwesten des Landes wird geographisch in den Vorderen Odenwald, den Mittleren Odenwald, den Hinteren (Östlichen Odenwald mit Winterhauch) und den Kleinen Odenwald südlich des Neckars eingeteilt. Geologisch erfolgt die Trennung in den Buntsandstein-Odenwald, der den größten Anteil einnimmt, und den Grundgebirgs-Odenwald.

In Baden-Württemberg beschränkt sich der Grundgebirgs-Odenwald auf die südwestlichen Bereiche des Vorderen Odenwalds, wo er an einer ungefähren Grenze Rheinebene zwischen Handschuhsheim und Dossenheim - Schriesheimer Hof bei Wilhelmsfeld - Kohlhof - Heiligkreuztal (bereits in Hessen) von den südlich und östlich anschließenden Buntsandsteingebieten abgetrennt wird.

Weitere Vorkommen kristalliner Gesteine finden sich an den steilen Unter- und Mittelhängen beiderseits des unteren Neckartals zwischen Schlierbach und Heidelberg, in den hinteren Talmulden von Ziegelhausen-Peterstal sowie im Talkessel von Wilhelmsfeld.

Die kristallinen Gesteine des Grundgebirges, überwiegend granitische und metamorphe Gesteine, entstanden während der variskischen Gebirgsbildung (Hauptphase vor 350-290 Mio Jahren), als magmatische Schmelzen in schon vorhandene Gesteine eindrangen. Letztere wurden teilweise verdrängt, assimiliert und durch Hitze umgewandelt. Neben Granitplutonen entstanden so Gneise und Schiefer. Durch spätere Hebung des Gebirges und starke Erosion erfolgte die Abtragung der überdeckenden Gesteine (Metamorphite, Schiefergneise) und die Freilegung dieser Granitplutone samt ihrer zugehörigen Ganggesteine. Es handelt sich dabei im Bereich von Weinheim um hornblendehaltige Granodiorite sowie um Biotitgranite beim Heidelberg- und Tromm-Granit, die sich gegenseitig verzahnen. Reste der ehemaligen Überdeckung bilden kleinere Vorkommen von Hornfelsgneisen, Graphitschiefern und Granatfelsen zwischen Schriesheim, Leutershausen und Ursenbach. Eine lokale Besonderheit ist schließlich noch der ultrabasische Schriesheimit, ein Olivin-Hornblendit, der östlich von Schriesheim kleinflächig ansteht.

Nach Süden wird das kristalline Grundgebirge zunehmend von den Schichten des Oberrotliegend der Perm-Zeit überlagert. In dieser Zeit kam es hier zu verstärktem Vulkanismus, der sich zunächst durch ausgedehnte Tuffförderung äußerte (Sand- und Lapillituffe), später durch mächtige Lavaergüsse einer rhyolitischen Schmelze. Die daraus entstandenen harten Quarzporphyre wurden schon früh an den Westhängen des Odenwaldes in großen Steinbrüchen abgebaut. Von der Rheinebene aus fallen die rosabräunlich gefärbten Brüche zwischen Dossenheim und Schriesheim besonders ins Auge.

Jüngste Ablagerungen, pleistozäne Lösse und daraus entstandene Lösslehme nehmen im Grundgebirgs-Odenwald ab Leutershausen nach Norden immer stärker zu und überziehen die flacheren Unterhänge, ab Weinheim auch verstärkt die Mittelhänge bis etwa 300 m NN mit zum Teil metermächtigen Schichten.

Die unterschiedlichen Gesteine bedingen charakteristische Landschaftsformen. War der angrenzende Buntsandstein-Odenwald noch gekennzeichnet durch breite langgezogene Höhenrücken mit tief eingeschnittenen, wenig verzweigten Tälern, die überwiegend nach Süden zum Neckar hin entwässern, wird der Grundgebirgs-Odenwald geprägt von stark zerschnittenen, abwechslungsreichen Kuppen mit tief eingeschnittenen Tälern und einem stark verzweigten Netz von Tälchen und Seitenbächen, die überwiegend nach Westen (Kanzelbach bei Schriesheim, Weschnitz mit größeren Seitenbächen) ausgerichtet sind. Nach Westen fällt die reichgegliederte Berglandschaft des kristallinen Odenwalds steil zur Oberrheinebene ab. Die Täler zeigen, bedingt durch wechselnde Härte und Ausprägung der Gesteine, häufige Formenwechsel zwischen steileren und flacheren, breiteren und wieder schluchtartig verengten Talformen - ebenfalls ein deutlicher Unterschied zu den benachbarten Buntsandsteingebieten. Merklich sanftere Oberflächenformen findet man dagegen im Verbreitungsgebiet der Sand- und Lapillituffe südlich von Altenbach (Leichtersberg, Alter Schleichwald), bedingt durch die geringere Festigkeit der fein- bis mittelkörnigen Tuffe. Wo im nördlichen Bereich verstärkt Lösslehme an der Oberflächengestalt beteiligt sind, wirken diese ausgleichend und schaffen sanft abgerundete, hügelige, von breiten Mulden gegliederte Landschaftsformen.

NSG Wendenkopf    NSG Ölberg

Übersicht:

1 Grundgebirgs-Odenwald (Kristalliner Odenwald)