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Grundgebirgs-Odenwald
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Alter Bergbau im Odenwald
Granatkristalle
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Bild: TP_BGL3_17 Granatkristalle
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Granatkristalle (Grossular) im schwärzlich-glänzenden Granatfels der Hohen Waid; bekannte Mineralfundstelle auf der Hohen Waid (SW-Gipfel NE von Schriesheim)

Grundgebirgs-Odenwald:
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Grundgebirgs-Odenwald: Alter Bergbau im Odenwald

 

Alter Bergbau im Grundgebirgs-Odenwald

Bild: TP_BGL3_19 Spatschlucht nördlich von Stamberg
Spatschlucht nördlich von Stamberg
(© LGRB, Autor: T. Huth)

Auf einem Bergrücken nordöstlich von Schriesheim und nördlich von Stamberg wurde in den Jahren 1809-1839 ein Barytgang steinbruchmäßig abgebaut. Übrig geblieben ist eine bis zu 10 m hohe und 3,5 m breite Schlucht, die sich sehr markant in die Landschaft einfügt. Der Schwerspat wurde nahezu völlig abgebaut, nur noch Baryttapeten und Gangapophysen sind erhalten geblieben. Der Gang ist über 3 km Erstreckung zu verfolgen und enthält außer Baryt, der stellenweise verkieselt ist, Quarzkristalle, Flussspat, Hämatit, Kupferkies, Malachit und Manganminerale. Die Nebengesteine, überwiegend granitische Gesteine des kristallinen Odenwalds, sind z. T. mylonitisiert, teils auch hydrothermal zersetzt.

Im Grundgebirge des südwestlichen Odenwalds setzen verschiedene Mineralgänge auf, in denen im Mittelalter und der Neuzeit verstärkt Bergbau umging. Spuren dieser Abbaue, die zum Teil bis in die 1930er Jahre betrieben wurden, sind noch vereinzelt im Gelände zu finden. Abgebaut wurden hydrothermale Erzgänge mit Eisen, Blei und Silber, z. T. auch Kupfer (s. Besucherbergwerk Silber- und Kupfervitriol-Bergwerk Grube Anna-Elisabeth). Pegmatitische Gangvorkommen (Hermannsgrund bei Stamberg) lieferten hochwertige Feldspäte zur Porzellanherstellung. Im Mausbachtal nordwestlich von Stift Neuburg wurde bis 1919 Manganmulm (weiches, erdiges, verwittertes Eisen-/Manganerz) zur Stahlveredlung gewonnen. Das Stollenmundloch des Hauptförderstollens ist noch gut erkennbar, allerdings vergittert. Besondere Bedeutung hatte der Bergbau im Schriesheimer Schwerspatrevier, der erst 1939 endete. In einem breiten Streifen über die Höhenrücken vom Pappelbachtal – Obere Griet – Weites Tal fand sich eine reiche Schwerspatmineralisierung, die sowohl übertägig in Pingen, als auch untertägig in Stollen abgebaut wurde. Der geförderte Baryt wurde größtenteils nach Holland exportiert, wo er in der Papier- und Farbenherstellung verwendet wurde. Eine lange Pingenreihe über die Obere Griet mit Schürfgräben und einzelnen tief reichenden Schächten sind heute noch gut in der Landschaft erkennbar. Auch die Spatschlucht und der Wilhelmsstollen sind Reste dieses Abbaus.