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NSG Oftersheimer Dünen
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Oftersheimer Dünen, Übersicht
Oftersheimer Dünen, historische Karte von 1784
(Element 1 von 11: Bild)
Bild: Oftersheimer Dünen
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Die Oftersheimer Dünen in historischer Ansicht aus dem Jahr1784. Hinweis: Die Karte ist nicht genordet!.

NSG Oftersheimer Dünen:
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Naturschutzgebiet Oftersheimer Dünen (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: NSG Oftersheimer Dünen
Blick auf die Teilfläche NSG Friedenshöhe
(© M. Linnenbach)

Blick auf die Teilfläche NSG Friedenshöhe nach der Mahd im September 2014.

Kartenansicht Google.Maps

 
Bild: NSG Oftersheimer Dünen
Dünenzug NSG Feldherrenhügel (Aufn. September 2014)
(© M. Linnenbach)
 
Bild: Zauneidechse
Zauneidechse (Lacerta agilis), Jungtier im Flugsand
(© C. Antesberger)

Zauneidechse (Lacerta agilis) im warmen Flugsand der Oftersheimer Düne. Die Reptilienart besiedelt mit Vorliebe lückig bewachsenes, sonnenexponiertes Gelände und ist somit am Rande von Hecken, Waldrändern und Bahndämmen, an Weg- und Straßenböschungen ebenso wie in naturnahen Gärten oder auf Sandflächen anzutreffen. Wichtig ist, daß die Lebensräume strukturreich sind und genügend Nahrung bieten. Vor allem kleine Insekten und Spinnen gehören zu ihrer Beute. Die Tiere gehen erst bei einer Körpertemperatur von etwa 38° C auf Nahrungssuche.

Einen großen Teil des Jahres (etwa 5-7 Monate) verbringen Zauneidechsen in der Winterstarre in Unterschlüpfen  z. B. unter Baumwurzeln oder in Mauslöchern.


Gefährdung

In Baden-Württemberg ist die Art nicht gefährdet.

Rote Liste Bundesrepublik Deutschland: V – Vorwarnliste

In der Hardtebene südöstlich von Oftersheim erstreckt sich in Richtung Sandhausen der markante Höhenzug der „Oftersheimer Dünen". Es sind die höchsten Binnendünen Baden-Württembergs, die sich aus den eiszeitlichen Sand- und Schotterablagerungen der Niederterrasse gebildet haben. Naturräumlich gehören die Flächen zur Schwetzinger Hardt*, deren Flugsande sich hier bis zu 21 m Höhe angehäuft haben. Die Dünenareale mit ihren Sand- und Magerrasen sind bedeutende landschaftliche Zeugnisse, die in den letzten Jahrzehnten regional stark zurückgegangen sind. Neben ihrer geologischen Bedeutung beherbergen sie auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten von großer Seltenheit. Entlang der Wege durch die Oftersheimer Dünen wird dem Besucher anhand mehrerer Informationstafeln viel Wissensenswertes über dieses Gebiet vermittelt.

Das 1992 ausgewiesene großflächige Naturschutzgebiet „Oftersheimer Dünen" setzt sich aus vier separaten NSG-Flächen zusammen, die gemeinsam in das 173 ha große gleichnamige Landschaftsschutzgebiet eingebettet sind (s. Karte des Gebiets):

  • Die 2,5 ha große Teilfläche „Friedenshöhe" grenzt unmittelbar an die B 291 bei Oftersheim an. Auf der östlichen Dünenfläche finden sich zwischen Kleingärten und Spargelfelder noch offene Sandflächen. Hier steht überwiegend Kalksandrasen an. Der Dünenabschnitt, der bis nach dem 2. Weltkrieg bewirtschaftet wurde, beherbergt heute eine bedeutende Population der Blauflügeligen Ödlandschrecke.
  • Die Teilfläche "Dreieichenbuckel", ist ein schmaler, von Nord nach Süd verlaufender, mit Kiefern und Laubwald bewaldeter, 6 ha breiter Streifen, der im Westen sowohl an die Sportanlagen der Gemeinde Oftersheim als auch an die Hardtwaldsiedlung grenzt.
  • Mit 37 ha ist der „Feldherrenhügel" die größte Dünenfläche. Sein flaches Gipfelplateau auf 123 m üNN besteht aus einem lichtem, lückigen Kiefern-Wald. Hier befindet sich der höchste Punkt des 21 Meter hohen Dünenzuges, der in diesem Bereich bei starken Windverhältnissen noch leichte Wanderbewegungen zeigt. Die lichten, hohen Bestände der Waldkiefer verfügen hier im Unterwuchs über bedeutende Sandrasen. Auf den nährstoffreicherem Böden der Dünenflanken dagegen ist die Gehölzvegetation sehr dicht und hoch. Hier finden sich keine Sandrasenflächen mehr.
  • Die kleinsteTeilfläche ist das Gebiet „Am Golfplatz" (2 ha). Der schmale Dünenrand im Osten grenzt unmittelbar an die Anlagen des Golf Clubs Rheintal. Kleine Fragmente von Sandrasen haben hier am Rand einer Böschung noch überlebt.

2005 hat das Land Baden-Württemberg auf Anregung der EU eine abschließende FFH-Gebietsmeldung an die Europäische Kommission weitergeleitet. Im Antrag waren auch die Dünenzüge zwischen Oftersheim und Sandhausen mit enthalten. 2007 wurde dem Antrag statt gegeben. Damit ist es gelungen, einen umfassenden Gebietsschutz für die Binnendünden und Hardtwaldflächen zwischen Oftersheim und Sandhausen in die Wege zu leiten.

Natürliche Vorkommen von Sand waren bis vor kurzem noch im Überfluss vorhanden. Nun wird dieser Rohstoff in der Natur allmählich knapp. Um so wichtiger ist die Tatsache, dass unsere Binnendünen und Sandrasen inzwischen gesetzlich geschützt sind und nicht mehr abgebaut werden können.


* Das zusammenhängende, regionale Waldschutzgebiet Schwetzinger Hardt auf den Gemarkungen von Hockenheim, Oftersheim, Reilingen, Sandhausen, Walldorf und Schwetzingen hat eine Größenordnung von mehr als 3.000 ha. Seit 1952 sind die Flächen im Besitz des Landes Baden-Württemberg. „Hardt" ist ein uraltes germanisches Wort für Waldweide. In der Schwetzinger Hardt ist der Eintrieb von Schweinen und Ziegen seit 1412 beurkundet ...mehr....

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1 Naturschutzgebiet Oftersheimer Dünen (Rhein-Neckar-Kreis)