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Keltenmuseum Hochdorf / Enz
Keltisches Fürstengrab
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Bild: Keltenmuseum Hochdorf, Ldkr. Ludwigsburg, Grabhügel
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Etwa 400 Meter östlich der ehemaligen keltischen Siedlung wurde dieser Grabhügel, der eine Höhe von 6 Metern und einen Durchmesser von 60 Metern besitzt, mit 7000 Kubikmeter Erde und 280 Tonnen Steinen aufgeschüttet. Auf diese Weise wird auf den ersten Blick die Macht und der Einfluss des hier bestatteten Toten deutlich.

Keltenmuseum Hochdorf:
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Übersicht

Keltenmuseum Hochdorf

 

Keltenmuseum in Hochdorf/ Enz (Landkreis Ludwigsburg)

 
Bild: Keltenmuseum Hochdorf (Ldkr. Ludwigsburg)
Das gläserne Keltenmuseum in Hochdorf/ Enz
(© M. Linnenbach)

Über dem Museumgebäude spannt sich ein 60 m breiter und 6 m hoher Metallbogen, der die ursprünglichen Abmessungen des mächtigen keltischen Grabhügels sichtbar macht. Es war ein Grundprinzip antiker Grabkultur, dass sich der Fürstensitz und das Grabmal in offener Landschaft, mit freiem Blick gegenüberlagen.

Keltenmuseum Hochdorf/Enz,

Keltenstr. 2,

71735 Eberdingen, Tel. 07042 / 78911

 
Bild: Keltenmuseum Hochdorf, Ausstellungsräume
Blick in die Ausstellungsräume (Aufn. 2014)
(© M. Linnenbach)

Vor dem Hintergrund der archäologischen Entdeckungen bei Hochdorf erscheinen die bisherigen Vorstellungen von der keltischen Kultur in völlig neuem Licht.

Das 1991 eröffnete Keltenmuseum in Hochdorf/ Enz mit seinen außergewöhnlichen Exponaten und dem benachbarten, eindrucksvollen Grabhügel ist wirklich sehenswert. Höhepunkt des Museums ist die Präsentation der vollständig rekonstruierten Grabkammer eines keltischen Fürsten aus dem 5. Jh. v. Chr. Das originalgetreue Replika zeigt die Grabkammer mit ihrer gesamten prunkvollen Ausstattung, wie sie vor etwa 2.600 Jahren eingerichtet und verschlossen wurde. Die geborgenen Originalfunde des Hochdorfer Fürstengrabes befinden sich heute im Landesmuseum Württemberg, im Alten Schloss in Stuttgart.

Unter den mehr als 6.000 Grabhügeln, die heute in Baden-Württemberg bekannt sind, fällt eine kleinere Anzahl durch ihre überdurchschnittliche Größe auf. Man bezeichnet sie als Fürstengrabhügel, weil man in ihnen, wie hier in Hochdorf, kostbare Totenbeigaben auffinden konnte. Zwei Varianten solcher keltischer Grabanlagen sind erkennbar. An der Donau ist es die Heuneburg mit ihrem Grabhügelfriedhof und im mittleren Neckarraum die Umgebung am Hohenasperg mit ihren exponierten, einzelnen Grabhügeln.

Ähnlich wie an der Heuneburg bei Hundersingen wird auch der Fürstensitz auf dem Hohenasperg befestigt gewesen sein. Archäologische Bodenschichten wie in Hochdorf oder Hundersingen sind dort allerdings nicht mehr vorhanden. Die stete landwirtschaftliche Nutzung sowie die intensive Überbauung - hier vor allem der Festungsbau ab dem 16. Jh. - haben alle älteren Bodenauflagen am Hohenasperg, einschließlich der Kulturschätze, vollständig abgetragen und zerstört.

In den über 100-jährigen Forschungsarbeiten zur frühkeltischen Kultur in Baden-Württemberg, ist das Hochdorfer Bodendenkmal einzigartig. Seine späte Entdeckung im Jahr 1978 erlaubte den Einsatz modernster Forschungstechnik. So war es erstmals möglich, eine unversehrte keltische Grabkammer umfassend zu untersuchen und deren Inhalt vollständig der Nachwelt zu erhalten. Dies war ein großer Glücksfall für die Archäologie.