Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Wachsender Bach, Krautheim
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Wachsender Bach bei Krautheim
Wachsender Bach bei Krautheim, im Volksmund auch "Kuharsch" genannt
(Element 1 von 6: Bild)
Bild: Wachsender Bach, Krautheim  (Hohenlohekreis)
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Wachsender Bach bei Krautheim. Im Volksmund wird die Tuffrinne an der Klepsauer Straße auch "Kuharsch" genannt.

Wachsender Bach, Krautheim:
Weitere Informationen
 
Übersicht

Wachsender Bach, Krautheim

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Naturdenkmal Wachsender Bach bei Krautheim (Hohenlohekreis)

 
Bild: Wachsender Bach bei Krautheim (Hohenlohekreis)
Wachsender Bach an der L 1025 bei Krautheim (Hohenlohekreis)
(© M. Linnenbach)
 
Bild: Wachsender Bach, Krautheim
Verbauter Kalksinterstein am Bahnhofsgebäudde in Dörzbach
(© M. Linnenbach)

Am östlichen Hangfuß der Neunstetter Höhe bei Krautheim entspringt im Unteren Muschelkalk ein einzigartiger Wasserlauf, der im Jagsttal seinesgleichen sucht. Mehr als 100 m eingetieft zieht sich hier der Muschelkalk von Südosten nach Westen durch die Gemarkungen von Kautheim und Dörzbach. Als quasi lebender Beweis der geologischen Verhältnisse zeigt sich unmittelbar an der Klepsauer Straße (L 1025) das Naturdenkmal "Wachsender Bach". Das markante Gewässer entspringt auf der Gemarkung Krautheim, unterhalb der Graf-Eberstein-Straße (s. Karte).

Durch massive Kalkabscheidungen bildeten sich hangabwärts im Laufe der Jahrtausende mächtige Sinterfelsen sowie im Bachverlauf eine 60 cm breite Sinterterrasse, die das umgebende Geländeniveau inzwischen um ca. einen halben Meter überragt. Die Ausprägung von Sinterterrassen erfolgt nur sehr langsam. Der Kalksinter überkrustet dabei sowohl die Bodenoberfläche einschließlich der dort wachsenden Pflanzen, wie z.B. Moose, Farne und Gräser. Typische Moosarten kalkreicher Quellen, die die Sinterbildung unterstützen, sind Quellmoos (Philonotis calcarea) und Starknervmoos (Cratoneuron commutatum) - s. Bildergalerie.

Wie auf einem römischen Aquädukt folgt das schmale Bächlein dieser Rinne bis zur Klepsauer Straße, wo der Lauf folglich endet. Aus verkehrstechnischen Gründen muss das Gewässer unter der Straße fortgeführt werden. Nach einer Fließstrecke von ca. 25 m mündet es schließlich in der zur L 1025 parallel verlaufenden Jagst. Die dazugehörige Kalksinterrasse musste dem Straßenbau zwangsläufig weichen. Mit Ausnahme dieses Bereichs ist der Lauf des Bach mit seiner Tuffrinne bereits seit 20 Jahren als Naturdenkmal streng geschützt. Eine Infotafel der Stadt Krautheim beim nahe gelegenen Wasserwerk informiert ausführlich über Entstehung und landschaftliche Bedeutung dieser geologischen Erscheinung. Aufgrund ihrer Morphologie wird die an der L 1025 herablaufende Tuffrinne durch die heimische Bevölkerung auch "Kuharsch" genannt.

Die großflächig anstehenden Sinterfelsformationen wurden früher im Jagsttal  intensiv abgebaut und für den Bau von Gebäuden und Brücken genutzt. So finden sich beispielsweise Tuffsteine heute noch an der Außenfassade des stillgelegten Bahnhofs in Dörzbach.

Hinweise für Besucher: Unmittelbar an der Sinterquelle befindet sich eine Haltebucht, auf der man parken kann. Vorsicht bei der Begehung und beim Fotografieren des Geotops, die L 1025 ist stark befahren!

Übersicht:

1 Naturdenkmal Wachsender Bach bei Krautheim (Hohenlohekreis)