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NSG Weissacher Tal
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Weissacher Tal
Schutzgebietstafel der Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg.
(Element 1 von 21: Bild)
Bild: NSG Weissacher Tal, Infotafel
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Schutzgebietstafel der Naturschutzverwaltung auf der Gemarkung Knittlingen-Oberhofen.

NSG Weissacher Tal:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Weissacher Tal (Enzkreis)

 
Bild: NSG Weissacher Tal, Enzkreis
Blick ins Weissacher Tal zwischen Freudenstein und Knittlingen (Aufn. 2014)
(© M. Linnenbach)
 
Bild: NSG Weissacher Tal (Enzkreis)
Gestaute Weissach an der K 4516 bei Knittlingen (Enzkreis)
(© M. Linnenbach)

Die geschützte Talaue der Weissach gehört mit ihrer Lösslehmüberdeckung noch zu den Ausläufern des Kraichgaus. Das 1985 ausgewiesene Naturschutzgebiet hat eine Größe von 48,5 ha (Aufn. 2014).

 
Bild: NSG Weissacher Tal
Unverbaute Weissach im Bereich des geschützten Galeriewalds
(© M. Linnenbach)

Die Weissach ist ein linker Nebenfluss der Murr, der im Südosten des Stadtgebiets von Backnang in diese mündet. Der im Bereich des Schutzgebiets naturnahe Galerie- bzw. Auwald setzt sich aus Schwarz-Erlen, Eschen und verschiedenen Weidenarten zusammen.

Das landschaftlich abwechslungsreiche Weissacher Tal, zwischen Freudenstein und Knittlingen, liegt im Naturraum der Gäuplatten im Neckar- und Tauberland. Im Westen wie im Süden hat die Schutzgebietsfläche Anschluss auch an den Kraichgau. Sowohl links als auch rechts der Talhänge steht Muschelkalk an. Nur ca. 2 km nordöstlich befindet sich das bekannte Naturdenkmal Derdinger Horn. Hier beginnt bereits die Grenze zwischen den Naturräumen Kraichgau und Stromberg-Heuchelberg (s. Karte). Die Geologie wechselt hier von Muschelkalk zu den Schichtfolgen des Mittleren Keupers, die vor ca. 200 Millionen Jahren entstanden sind.

Das Klima mit reichlicher Sommerwärme und mäßigen Niederschlägen sowie die fruchtbaren, kalk- und lösslehmreichen Böden haben das Weissacher Tal und seine Umgebung schon früh zu einem bevorzugten Siedlungsgebiet der Region werden lassen. Spuren der frühen Besiedelung bezeugt die einstige Burg Frodenstein (Freudenstein), erbaut um 1250. Seit dem Spätmittelalter zählte das fruchtbare Land zum wirtschaftlichen Einzugsbereich des Klosters Maulbronn. 1803 wird das Kloster mit seinen hoheitlichen Besitztümern durch das Großherzogtum Baden vollständig enteignet. Ab 1807 übernimmt das Oberamt Maulbronn offiziell die Verwaltung in der Region. Nach einer Gebietsreform im Jahr 1938 gelangen die Gemarkungen von Knittlingen, Freudenstein und Hohenklingen zum früheren Landkreis Vaihingen. Dieser wird mit Wirkung vom 1. Januar 1973 durch die baden-württembergische Kreisreform aufgelöst. Der östliche Teil, einschließlich der Stadt Vaihingen an der Enz, gelangt zum Landkreis Ludwigsburg. Die westlichen Siedlungsgebiete, darunter auch das Weissacher Tal, werden Bestandteile des neu gegründeten Enzkreises.

Das am Strombergrand gelegene Weissacher Tal ist heute immer noch von überregionaler Bedeutung. Die Vielgestaltigkeit dieser seit 1985 geschützten Landschaft beruht auf den besonderen Übergangsbereichen zwischen dem Kraichgauer Hügelland und dem bewaldeten Stromberg. Obwohl früher infolge Staunässe ausgedehnte Feuchtgebiete in den Tallagen für den Kraichgau recht typisch waren, gibt es mittlerweile neben dem Weissacher Tal nur noch in der Kraichbachniederung bei Oberöwisheim und am Rossweiher bei Maulbronn vergleichbare Lebensräume von dieser Art und Größe. Durch die intensive Nutzung der Landschaft sind großflächige Feuchtgebiete- nicht nur im Kraichgau - inzwischen trockengelegt.

Der entlang der Weissach verlaufende Bachauenwald setzt sich überwiegend aus Schwarz-Erlen, Eschen und verschiedenen Weidenarten (Grau-Weide, Sal-Weide) zusammen. Die gewässerbegleitende Gehölzflora wird durch einen weiträumigen Gürtel von Schilf- und Großseggenbestände ergänzt - insbesondere im Uferbereich der aufgestauten Weissach. Das Großseggen-Ried wird von Sumpf-Segge, Hänge-Segge, Zierliche-Segge, Kamm-Segge, Wald-Simse aufgebaut. Auf dem nassen, basenreichen Untergrund finden sich u. a. Kuckucks-Lichtnelke, Mädesüß sowie der seltene Riesen-Schachtelhalm.