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NSG Schafhof-Teufelsloch
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Schafhof-Teufelsloch
Waldnerturm an der Landesgrenze zu Hessen
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Bild: Waldnerturm bei Hemsbach, Rhein-Neckar-Kreis, LSG
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Der Waldnerturm (auch Vier-Ritterturm genannt) in landschaftlich attraktiver Umgebung (hier: Landschaftsschutzgebiet Südliche Bergstraße und Naturschutzgebiet Schafhof-Teufelsloch).

NSG Schafhof-Teufelsloch:
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Übersicht

NSG Schafhof-Teufelsloch

 

Naturschutzgebiet Schafhof-Teufelsloch bei Hemsbach (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: NSG Schafhof-Teufelsloch, Rhein-Neckar-Kreis
Naturschutzgebiet Schafhof-Teufelsloch
(© M. Linnenbach)

Blick vom Mühlweg in die feuchte Talaue des Schutzgebiets, unterhalb des Schafhofs. Nach Süden hin werden die Wiesen durch einen Eichen-Hainbuchen-Wald abgelöst. Als östliche Begrenzung erhebt sich der Waldnerturm, der um das Jahr 1847 errichtet wurde.

Das 35 ha große Gebiet wurde 1990 auf Initiative der BUND-Ortsgruppe Hemsbach/Laudenbach vom Land Baden-Württemberg erworben und 1991 gesetzlichem Schutz unterstellt.

 
Bild: Waldnerturm bei Hemsbach, Rhein-Neckar-Kreis
Schutzgebietstafel Schafhof-Teufelsloch am Waldnerturm
(© M. Linnenbach)

Eingebettet in das Landschaftsschutzgebiet Südliche Bergstraße westlich der Stadt Hemsbach liegt das 1991 ausgewiesene Naturschutzgebiet „Schafhof-Teufelsloch". Naturräumlich gehört es in die Einheit „Mittlere Bergstraße", geologisch zählt es zum „Bergsträßer Odenwald".

Das 35 ha große Schutzgebiet liegt in einem charakteristischen Seitental des Bergsträßer Odenwalds, unmittelbar an der Landesgrenze zu Hessen. Entlang des Mühlwegs zwischen Balzenbach und Hemsbach finden sich landschaftstypische Feuchtwiesen mit zahlreichen Sicker- und Sumpfquellen, die dem Hemsbach zufließen, der wiederum in Richtung Westen in den Oberrheingraben (Weschnitztal) entwässert. An ihren Ufern wachsen Röhrichte, Hochstauden aber auch Gehölze und Bäume. Bedingt durch die abwechslungsreichen Lebensräume, die sich durch die unterschiedlichen Feuchtigkeits- und Nährstoffverhältnisse ergeben, kann man hier viele Tier- und  Pflanzenarten beobachten.

Nach Süden hin wird das Gebiet von dichten Eichen-Hainbuchen-Wälder begrenzt, die auf halbtrockenen Standorten fußen. Der Nordhang und die Talsohle sind wiederum frisch bis wechselfeucht.  Hier am Hangfuß des Kreuzbergs wird seit altersher Wiesen- und Weidewirtschaft betrieben. Auch heute noch wird das Gelände durch Schafe beweidet. Am Nordhang finden sich stellenweise Reste von Trockenmauern aus Granit. Die aufgeschichteten Terrassen dienten einst dem Schafhof (Waldnerhof) für den Anbau von Obst und und Wein.

Östlich des Schutzgebiets, oberhalb des Schafhofs, erhebt sich der bekannte Waldnerturm (erb. 1847). Im Westen schließt sich am Ortsrand von Hemsbach ein jüdischer Friedhof an, der bereits seit 1674 als letzte Rühestätte von der Glaubensgemeinschaft genutzt wurde. Die letzte Bestattung fand 1940 statt.

Die Flächen des Naturschutzgebiets Schafhof-Teufelsloch wurden 1990 auf Initiative der BUND-Ortsgruppe Hemsbach/Laudenbach vom Land Baden-Württemberg erworben und Ende 1991 unter Schutz gestellt. Die geschützte Fläche ist außerdem Teil der  FFH-Gebietskulisse „Weschnitz, Bergstraße und Odenwald bei Weinheim“. Das europäische Schutzgebietsnetz regelt den Schutz und Erhalt europaweit geschützter Tier- und Pflanzenarten wie z. B.  seltene Fledermäuse (Bechsteinfledermaus) oder zahlreicher Schmetterlinge (u. a. Spanische Flagge, Kleiner Feuerfalter), die hier die ausgedehnten Wiesen und Waldränder als Lebensraum nutzen.