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NSG Badberg, Kaiserstuhl
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NSG Badberg, Kaiserstuhl
Stillgelegter Steinbruch am Badloch (Aufn. 2014)
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Bild: Steinbruch Badloch, Breisgau-Hochschwarzwald
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Hier steht der seltene Karbonatit an. Seine Hauptminerale sind Kalkspat und Glimmer, aber auch seltene Mineralien wie z. B. NiobNeben dem stillgelegten Steinbruch treten die bekannten Badquellen aus den Spaltenöffnungen des Karbonatits zutage.

NSG Badberg, Kaiserstuhl:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Badberg am Kaiserstuhl (Breisgau-Hochschwarzwald)

 
Bild: NSG Badberg, Kaiserstuhl (Breisgau-Hochschwarzwald)
Blick auf den Badberg im Kaiserstuhl (Aufn. Juni 2014)
(© M. Linnenbach)

Blick auf den Badberg im Kaiserstuhl. Die Gipfellagen des Badbergs wurden früher als Weide genutzt, sie sind für den Weinanbau zu trocken. Heute befindet sich dort ein Naturschutzgebiet mit einer Größe von ca. 65 ha.

 
Bild: Heilquelle Badloch (Breisgau-Hochschwarzwald)
Thermalquelle Badloch, am Fuß des Badbergs
(© M. Linnenbach)

Schwach radonhaltige Thermal- und Heilquelle mit angeschlossenem Kneippbecken. Die Quelle wurde 1926 erstmals durch die Gemeinde Oberbergen gefasst (Aufn. 2014).

 
Bild: NSG Badberg, Kaiserstuhl
Hinweis Badbergpfad
(© M. Linnenbach)

Der Kaiserstuhl, ein knapp 100 km2 großes lössbedecktes Vulkangebirge in der Südlichen Oberrheinebene, ist eines der bekanntesten geologischen und biologischen Exkursionsziele Deutschlands. Eine landschaftliche Besonderheit stellt dabei der zwischen Oberbergen und Vogtsburg gelegene Badberg (433 m) dar, an dessen Hangfuß bis zu 23 °C warme Quellen, als letzte Zeugnisse der einstigen vulkanischen Aktivität, zu Tage treten.

Der Badberg wird bereits 1912 in einer Zusammenstellung der wichtigsten Naturdenkmäler Badens aktenkundig. Auf Vorschlag der Bezirksnaturschutzstelle Freiburg weist man den Vulkanberg am 17.05.1939 offiziell Schutzgebiet aus. Während des 2. Weltkriegs gehen sämtliche Akten der damaligen Reichsnaturschutzbehörde verloren. So kommt es, dass 1947 eine erneute Sicherung verordnet werden muss, da sich auf der Südseite ein Steinbruchunternehmen etabliert hat, das den dort anstehenden Karbonatit mit seinen seltenen Mineralien (z. B. Niob*) intensiv abbaut. Nach Stilllegung des Steinbruchs wird die geschützte Fläche am Badberg durch eine weitere Verordnung vom 08.01.1979 auf den Nordhang ausgedehnt.

Wesentliche Gründe für den Schutz des Gebiets sind der Erhalt:

- als Forschungsobjekt (Monitoring) hinsichtlich Landschaftsgeschichte, Geologie (Vulkanismus) und Biologie

- als Lebensraum artenreicher Gesellschaften seltener Pflanzen und Tiere

- der historisch gewachsenen Kulturlandschaft, vor allem hinsichtlich des Wein- und Obstanbaus.

Das besonders günstige Klima am Kaiserstuhls erklärt die große Fülle an wärmeliebender Flora und Fauna. Auch die ca. 65 ha großen Trocken- und Halbtrockenrasen am Badberg beherbergen eine große Artenvielfalt, zum Teil mit mediterraner Prägung (Smaragdeidechse, Gottesanbeterin, Kalk-Aster, Gold-Aster: Rote Liste BW 3). Die Tier- und Pflanzenwelt auf den nord- und südexponierten Hängen stehen untereinader in enger Wechselbeziehung, wie z. B. der Silbergrüne Bläuling. Seine Raupen leben myrmekophil, d. h. in Symbiose mit Ameisen. Die orchideenreichen Gipfellagen des Badbergs - (s. Bilder: Fachliche Details), wurden schon immer als Weide extensiv genutzt, sie sind für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung viel zu heiß und zu trocken.

Aufgrund seiner außergewöhnlichen Naturausstattung wurde das NSG Badberg zusammen mit dem benachbarten NSG Haselschacher Buck in das Programm der Bundesregierung zur Errichtung und Sicherung schutzwürdiger Teile von Natur und Landschaft mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung aufgenommen. Beide Schutzgebiete erhalten dadurch eine besondere Förderung, die nur Schutzgebieten von hervorragender Qualität und nationaler Bedeutung zuteil wird.

Hinweise für Besucher: Auf und um den Badberg gibt es viele Wanderwege sowie einen Lehrpfad (14,9 km), der die Besonderheiten und Sehenswürdigkeiten der Vulkanlandschaft auf mehreren Infotafeln erklärt. Fünf große Tafeln finden sich an den Zugängen am Parkplatz Badloch, auf dem Vogelsangplatz, am Horberig bei Oberbergen, auf der Schelinger Höhe sowie in Schelingen. Das Wassertreten im Kneippbecken am Badloch ist eine wunderbare Erfrischung, insbesondere wenn man an heißen Tagen hier unterwegs ist. Mit 1.400 ha Rebfläche ist Vogtsburg die flächengrößte weinbaubetreibende Gemeinde in Baden-Württemberg. Zahlreiche Weingüter und Besenwirtschaften laden den Besucher zu Rast und Einkehr ein.


* Niob(II)-oxid wird als Anodenmaterial in der Elektronik verwendet und zählt zu den "seltenen Erden".