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Jungmoränenhügelland
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Jungmoränenhügelland - Landschaften, Böden und Geotope
Der Bodensee
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Bild: Bodensee Satellitenbild Jungmoränenhügelland
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Die Satellitenaufnahme zeigt den Bodensee und die Landschaften seiner Umgebung. Gut erkennt man die verschiedenen Teile des Sees. Den großen Hauptteil bildet der Obersee mit der Einmündung des Alpenrheins bei Bregenz im Osten (im Bild rechts) und der Insel Lindau in Bayern. Die Gebiete am südlichen Seeufer gehören zur Schweiz und Österreich. Der südwestliche Teil des Sees besteht aus drei Teilen. Zwischen dem kurzen Seerhein bei Konstanz und dem Austritt des Hochrheins erstreckt sich der Untersee. Nördlich der Halbinsel Höri liegt der Zeller See. Zwischen der Insel Reichenau und der als schmale Zunge in den See ragenden Halbinsel Mettnau bei Radolfzell wird der Gnadensee mit dem Markelfinger Winkel im Westen abgegrenzt. Dann folgt die Landmasse des Bodanrücks und nördlich davon der Überlinger See mit seinen Steilufern und der Insel Mainau.

Jungmoränenhügelland:
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Jungmoränenhügelland

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Bodenlandschaft Jungmoränenhügelland

 
Bild: Aach-Niederung, Radolfzell und Bodanrück
Blick über die Aach-Niederung westlich des Zeller Sees auf Radolfzell und den Bodanrück
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Zwischen den Moränenhügeln des Bodanrücks bei Radolfzell und der Halbinsel Höri dehnt sich das Gletscherzungenbecken des Zeller Sees auf eine Breite von über vier Kilometern aus. Das Aachried in der Bildmitte ist neben dem Wollmatinger Ried bei Konstanz der größte junge Verlandungsbereich des Bodensees. Die gesamte Uferzone zwischen der Staatsgrenze bei Öhningen und der Landkreisgrenze bei Ludwigshafen bildet das Naturschutzgebiet "Bodenseeufer".

 
Bild: Kulturlandschaft bei Amtzell Jungmoränenhügelland
Kulturlandschaft im Westallgäuer Hügelland bei Amtzell
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Die Milchviehbetriebe sind von Obstbäumen umgeben. Die heimische Rinderrasse ist das Braunvieh. Gleich beim Hof liegt in möglichst ebener Lage das intensiv bewirtschaftete Grünland. Häufig wird zwischen Weide- und Schnittnutzung abgewechselt. Steile, nicht befahrbare Hanglagen werden nur beweidet. An Geländekanten und entlang der Gewässer finden sich Gehölze und Laubbäume. Im Hintergrund stehen Fichtenforste.

 
Bild: Hohentwiel von Süden Hegau
Der Hohentwiel als Südspitze der Vulkanberge des Hegaus
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Westlich von Singen überragt der Hohentwiel mit 686 m ü. NN das Jungmoränenhügelland um über 200 Meter. Er besteht wie die nördlich von ihm gelegenen Bergkuppen von Hohenkrähen und Mägdeberg aus Phonolith. Die Südwestflanke ist durch die abtragende Wirkung des Gletschereises viel steiler geformt als die nach Norden und Osten abfallenden Hänge. Im Vordergrund liegen ebene Terrassen aus Schmelzwasserschottern mit Parabraunerden als vorherrschenden Böden.

Land der Hügel und Seen

Das Jungmoränenhügelland bildet zusammen mit dem Bodensee den Südteil des baden-württembergischen Alpenvorlands. Das heutige Landschaftsbild wurde zum großen Teil während der letzten Eiszeit (Würm, 115.000 bis 12.000 v. h.) durch den Vorstoß des Rheingletschers aus den Alpen geprägt. Die typischen Gesteine sind die aus kalkreichem, sandig-lehmigem Feinmaterial, gerundeten Kiesen, groben Geröllen sowie einzelnen Findlingsblöcken zum sogenannten Geschiebemergel vermengten Moränenablagerungen. Sie entstanden durch den Transport von Gesteinsschutt aus den Alpen auf, in und unter dem Gletschereis. Weite Teile der Landschaft werden deshalb von den Moränenhügeln und -wällen eingenommen. Als Erosionsformen hat der Rheingletscher große Zungenbecken mit dem Bodensee im Zentrum hinterlassen. In ihnen finden sich heute Terrassenflächen mit Schottern und feinkörnigen Seesedimenten sowie Auenlandschaften und Moore. Aus den kiesigen Moränen- und Schotterablagerungen ragen im Gebiet um Singen und Engen die Vulkanberge des Hegaus empor. An Steilhängen und in tief eingeschnittenen Tobeln treten die Sandsteine und Mergel der tertiären Molasseschichten zu Tage. Die Hügelländer und Zungenbecken werden westlich des Schussenbeckens von mehreren Bergländern, wie dem bis über 830 m NN aufsteigenden Höchsten-Bergland, weiter gegliedert. Diese sind aus von Deckenschottern und (Riß-)Moränen überlagerten Molassegesteinen aufgebaut. Das Jungmoränenhügelland wird durch den Wall der Äußeren Jungendmoräne, der den weitesten Gletschervorstoß vor etwa 20.000 Jahren markiert, und die zugehörigen Schotterfelder umgrenzt. Diese verlaufen girlandenförmig von Schaffhausen (CH) über Pfullendorf und Bad Schussenried nach Isny im Allgäu.


Die heutige Nutzung ist vom Klima und den im Jungmoränenhügelland oft besonders engräumig wechselnden Relief- und Bodenverhältnissen abhängig. So herrscht im milden Bodenseeklima eine intensive landwirtschaftliche Nutzung mit Sonderkulturen wie Obst, Reben, Hopfen und Gemüse vor. Im Westallgäuer Hügelland prägen Wiesen, Weideland und Fichtenwälder das Landschaftbild. Im übrigen Hügelland gibt es viele landwirtschaftliche Betriebe mit Getreide und Futterbauwirtschaft. Zusammenhängende Wälder finden sich an Steilhängen, in Hochlagen, auf einigen Schotterterrassen und nicht zuletzt auf ehemals herrschaftlichem Grundeigentum wie dem Altdorfer Wald, dem mit 82 km² größten Waldgebiet Oberschwabens. Für den Naturschutz sind besonders die noch gut erhaltenen Moore, die Seeriede (z. B. Wollmatinger Ried) und natürlich der Bodensee selbst zusammen mit den zahlreichen weiteren Seen und Weihern von Bedeutung.


Die Besiedlung und ackerbauliche Nutzung begann in den Gunstlagen am westlichen Bodensee schon in der Jungsteinzeit. Vor etwa 6.000 Jahren wurden die weltberühmten Pfahlbauten am Bodenseeufer errichtet. Östlich der Schussen setzte die großräumige Waldrodung erst mit dem 8. Jahrhundert n. Chr. ein. Im niederschlagsreichen Allgäu siedelten die Bauern schon mit Beginn des 18. Jahrhunderts aus den geschlossenen Dörfern zunehmend auf Einzelhöfe um (Vereinödung). Diese Siedlungsform wird den Anforderungen der Rinderhaltung mit Grünlandwirtschaft am besten gerecht.