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Jungmoränenhügelland
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Landschaften, Böden und Geotope im Hegau
Stark humoser Boden auf Basaltschutt
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Bild: Stark humoser Boden auf Basaltschutt Hegau
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Unterhalb des Hohenhewengipfels findet man einen engräumigen Wechsel zwischen Felswänden, grobem Schutt und mit lehmiger Feinerde überlagerten Schuttdecken vor. Die Böden sind auffallend stark und tiefgründig humos. Die jährlich anfallende Laubstreu wird in dem basenreichen Mineralboden rasch zu Mullhumus umgesetzt. Der krümelige Humushorizont ist sehr stark durchwurzelt. Neben diesen Regosolen und Rankern als Böden mit Ah/C-Profil finden sich auf tiefgründigen Standorten humose Braunerden bis hin zu Braunerde-Tschernosemen.

Jungmoränenhügelland:
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Jungmoränenhügelland

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Böden der Vulkanberge im Hegau

 
Bild: Hegau von Süden Landschaft
Der Hegau von Süden
(© privat, Autor: K. Rilling)

Vom Fuß des Schiener Bergs kann man die Aussicht auf die drei großen Vulkanberge des Hegaus genießen. In der Bildmitte steht der massige Phonolithschlot des Hohentwiels. Links dahinter der breite Kegel des Hohenstoffeln als Zentrum der Berglandschaft des Hegaus. Den Hohenhewen als höchsten Hegauberg sieht man im Hintergrund rechts. Seine Kuppe besteht wie beim Hohenstoffeln aus Basaltgestein. Links neben dem Hohentwiel der aus Vulkantuff gebildete Rücken des Plören. Der Ort Worblingen liegt auf Schottern und Moränen der Würmeiszeit. Westlich davon, also im Bild rechts gelegen, der bewaldete Hartberg mit Deckentuffen. Im Vordergrund der südliche Teil der Singener Niederung mit der Radolfzeller Aach.

 
Bild: Steinbruch Hohenstoffeln Hegau
Der Steinbruch am Gipfel des Hohenstoffeln
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Der Vulkankegel des Hohenstoffeln besteht aus schwarzem, basaltähnlichem Melilithit und Olivin-Melilithit. Das Gestein steht in groben, vier- bis sechskantigen Säulen an, die im unteren und mittleren Teil schräg stehen. In der Gipfelregion stehen die Säulen senkrecht und werden bis zu 3 m dick. Dies deutet auf die Nähe zur damaligen Geländeoberfläche hin. Im Unterschied zu den Phonolithstöcken durchbrach das Magma des Hohenstoffeln die Gesteine der Juranagelfluh und bildete einen Lavasee mit einem Ring aus Tuffgestein. Die heutige Form des Berges ist vor allem eine Folge der starken Erosion durch den Rheingletscher während der Eiszeiten.

 
Bild: Hügelland bei Duchtlingen Hegau
Hügelland bei Duchtlingen (Lkr. Konstanz)
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Im Hügelland bei Duchtlingen wechseln vulkanische Deckentuffe und würmzeitliche Moränenablagerungen als Ausgangsmaterial der Böden ab. Die flachhügeligen Bereiche im Vordergrund tragen Parabraunerden aus Geschiebemergel. Die Böden auf den stärker reliefierten Tuffhügeln im Hintergrund sind unter Ackernutzung meist stark erodiert (Pararendzina). Auf dem Mägdeberg sind Ah/C-Böden, Rohböden und Skeletthumusböden aus Phonolith-Gestein und -Hangschutt verbreitet. In den Senken haben sich Grundwasserböden (Gley, Kolluvisol-Gley) aus abgeschwemmtem Bodenmaterial entwickelt.

Kegelberge, klingende Steine und dunkle Böden

Zwischen Singen am Hohentwiel und Engen erheben sich im Westen der Jungmoränenlandschaft große Bergkegel bis mehr als 300 m über die Moränenhügel und Schotterterrassen der Würmeiszeit. Im Norden grenzt der Hegau an die weitflächig mit tertiären Sedimenten (Juranagelfluh) und Rißmoränen überdeckte Hegaualb. Westlich beginnt in der Schweiz die Juralandschaft des Randen. Mit 848 m ü. NN ist der Hohenhewen bei Engen die höchste Erhebung des Südwesthegauer Berglandes. Wie auch der südlich gelegene Hohenstoffeln besteht er aus dunklen, basaltähnlichen Gesteinen (Olivin-Nephelinite) mit ihrer typischen Säulenform sowie Basalttuffen. Am Beginn der Aktivität der Hegauvulkane standen jedoch vor etwa 15 Mio. Jahren explosive Ausbrüche von stark gashaltigem Magma, die zur Entstehung der heute noch bis über 100 m mächtigen Deckentuffe führten. Die östliche Reihe der Hegauberge vom Hohentwiel bei Singen im Süden bis zum Mägdeberg im Norden ist aus Phonolith aufgebaut. Dieses hellgraue, feinkörnige und harte Gestein entstand unter der Erdoberfläche gegen Ende des Hegauvulkanismus vor 6 Mio. Jahren. Der beim Anschlagen hell erklingende Phonolith („Klingstein“) gehört zu den Alkalifeldspat-Foid-Gesteinen. Beim Olivin-Nephelinit fehlen dagegen die kieselsäurehaltigen Feldspäte. Bei ihm sind die Feldspatvertreter („Foide“) Nephelin und Melilith die häufigsten Minerale. Die Landschaft wurde durch starke Abtragung vor allem während der Eiszeiten geformt. Im Gegenzug hat der Rheingletscher dabei Moränen und durch das Schmelzwasser transportierte Schotter am Fuß der Kegelberge abgelagert.

 

Die Gipfel der Vulkanberge weisen nur eine geringmächtige, lückenhafte Bodendecke über dem anstehenden Festgestein auf (Syrosem, Ranker, Regosol). An den steilen Hängen von Hohentwiel, Hohenkrähen und Mägdeberg haben sich Schutthalden aus Phonolithgestein gebildet. Die Böden bestehen nur aus einer dünnen Schicht von kalkfreiem, lehmig-steinigem humosem Boden (Regosol). Oder aber es hat sich aus der Laubstreu ein Auflagehumus auf und zwischen den Steinen angesammelt. Dann spricht man vom Skeletthumusboden. Die junge Rutschungsfläche am Osthang des Hohenhewen trägt ebenfalls nur sehr geringmächtige, kaum entwickelte Böden (Lockersyrosem, Regosol) aus Gesteinsschutt. Bei den Böden aus älteren Rutschmassen kommen der Nährstoffreichtum und die Fähigkeit zur Bildung dauerhafter Verbindungen zwischen Humus und den Tonmineralen der Vulkangesteinsverwitterung ebenfalls zum Tragen. Zusammen mit einer tiefreichenden (>4 dm) Humuseinmischung durch die Bodentiere haben sich dunkel gefärbte, humose Braunerden bis hin zu Braunerde-Tschernosemen entwickelt.

 

Außerdem gibt es am Hohenhewen und Hohenstoffeln auch Böden aus gelbbraunem Mergelgestein, das gut gerundete Gerölle enthält und im Tertiär am Nordrand des Molassebeckens abgelagert wurde (Juranagelfluh). Hier sind z. T. kalkhaltige Lehm- und Tonböden entwickelt (Pararendzina, Pelosol). Zum Teil bestehen die Böden auch aus einem Gemenge mit vulkanischem Material oder haben einen zweischichtigen Aufbau aus einer Fließerde- oder Hangschuttdecke mit Basaltgesteinen über tonig verwitterten Mergeln der Juranagelfluh (Braunerde-Pelosol, Pelosol-Braunerde, Humusbraunerde über Pseudogley-Pelosol).