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Altmoränenhügelland
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Böden, Landschaften und Geotope des Altmoränenhügellands
Parabraunerde aus lösslehmhaltigen Fließerden über rißzeitlicher Moräne
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Bild: Parabraunerde Lösslehm Altmoränenhügelland
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Das Altmoränenhügelland war während der letzten Eiszeit (Würm) eine baumlose Kältesteppe (Tundra). Lössanwehung und Frostbodenprozesse kennzeichnen diese Zeit und lassen sich noch heute in den Bodenprofilen ablesen. In dem Bodenprofil aus lösslehmhaltigen Fließerden lassen sich bei genauer Betrachtung verschiedene Schichten erkennen. Der lockere Oberboden endet bei 3,5 dm Tiefe mit einer geraden Grenze, die auf kaltzeitliches Bodenfließen im Auftaubereich über dem dauerhaft gefrorenen Untergrund (Permafrost) hindeutet. Die girlandenförmigen Grenze zwischen den Schichten des nach unten an Dichte zunehmenden Unterbodens zeigt dagegen Verwürgungen durch starken Bodenfrost (Solimixtion) an. Sie bildet auch den Übergang von der lösslehmhaltigen Fließerde zum rißzeitlichen Geschiebemergel.

Altmoränenhügelland:
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Altmoränenhügelland

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Böden der Talauen und Niederterrassen im Altmoränenhügelland

 
Bild: Donauaue Riedlingen Altmoränenhügelland
Donauaue unterhalb von Riedlingen 2012
(© RP Tübingen, Autor: Halbherr)

Das Bild zeigt die Donauaue nach den Renaturierungsmaßnahmen, die im Rahmen des Integrierten-Donau-Programms durchgeführt wurden. Das Gewässerbett wurde dabei aufgeweitet sowie ein Seitenarm und eine Flutmulde als Hochwasserschutzmaßnahme angelegt. Wie in der ursprünglichen Donauaue vor der Flussregulierung bieten neue Flachwasserzonen und Kiesbänke Lebensräume für Fische, Amphibien, Insekten und Vögel.

 
Bild: Rißtal Ingoldingen Altmoränenhügelland
Das Rißtal zwischen Hochdorf und Ingoldingen (Lkr. Biberach)
(© Autor: LGRB)

Nach dem Übergang von den würmzeitlichen Schotterfeldern in die Altmoränenlandschaft fließt die Riß durch eine von den Gletscherschmelzwässern ausgeräumte, bis über 2 km breite Senke. Das Untere Ried im Vordergrund ist ein vererdetes Niedermoor mit stark wechselnder Torfmächtigkeit. Die Auenlehme in der Rißaue im Hintergrund sind nur geringmächtig, so dass dort Anmoorgleye und Auengleye über Niedermoortorfen zu finden sind.

Von Sand bis Ton mit alten Rinnen

Die Haupttäler der Altmoränenlandschaft dienten während der letzten Kaltzeit (Würm) als Entwässerungsbahnen für die Gletscherschmelzwässer. Sie sind deshalb breit angelegt und haben eine mächtige Schotterfüllung. Die Täler der Seitenbäche, die im Inneren des Hügellandes entspringen haben dagegen auffallend schmale, meist weniger als 100 m breite Talauen.

In der Donauaue zeigt sich die größte Vielfalt an Böden. Unterhalb von Sigmaringen lässt die Donau die Schwäbische Alb und ihr enges Durchbruchstal zurück. Die Schotter aus Kalksteinen des Weißjuras begleiten den Fluss noch weiter. Darüber liegen verbreitet 4–8 dm humoser, kalkhaltiger bis kalkreicher Lehm aus Bodenmaterial (Brauner Auenboden). In den jungen Auenbereichen ist die Strömungsgeschwindigkeit bei Überflutungen am höchsten, so dass hier auch lehmige Sande zu finden sind. Sie bestehen z. T. nur aus verlagertem, humusfreiem Gesteinsmaterial, in dem sich nur an der Oberfläche ein humoser Horizont gebildet hat (Auenpararendzina). Durch alte Flussrinnen, die immer wieder zerschnitten wurden, ergibt sich das heutige unruhig-kuppige Relief der jungen Donauaue. Auf den leicht erhöht gelegenen, älteren Auenterrassen wurde überwiegend tonig-lehmiges bis schluffig-toniges Bodenmaterial abgelagert. Die Böden dort sind an der Oberfläche z. T. schon wieder entkalkt. Die in den Bodenprofilen noch vorhandenen Grundwassermerkmale bilden vielfach nicht mehr die aktuellen Grundwasserstände ab (Auengley mit reliktischer Vergleyung).

Die Talauen von Riß, Ablach, Aitrach und anderen Seitenflüssen weisen mit zunehmendem Abstand von Donau und Iller als Hauptvorfluter immer höhere Grundwasserstände auf. Die Böden bestehen aus bei Hochwässern abgelagertem, sandig-lehmigem bis tonig-lehmigem, meist kalkfreiem und schwach humosem Bodenmaterial (Auengley, Anmoorgley, Auengley über Niedermoor). Nur bei tief liegendem Grundwasserstand sind daraus Braune Auenböden entstanden. Die oberen Talabschnitte sind vermoort. In den Bachauen sind ebenfalls überwiegend Böden mit starkem Grundwassereinfluss entwickelt (Auengley, Brauner Auenboden-Auengley).

Neben den Talauen finden sich immer wieder höher gelegene Terrassenflächen. Häufig handelt es sich um Sande und Kiese der letzten Eiszeit (Würm), aus denen sich braune Böden mit Tonverlagerung in den Unterboden (Parabraunerde) entwickelt haben. Auf grundwassernahen, meist nur wenig über dem Auenniveau gelegenen Terrassen finden sich dagegen Braunerde-Gleye, Gleye und Nassgleye als typische Grundwasserböden. Örtlich überdeckt von den Talhängen abgeschwemmtes, oder durch Kerbtälchen herantransportiertes Bodenmaterial z. T. fächerförmig die Schotterfelder und Randbereiche der Auen (Kolluvisol, Kolluvisol-Gley).