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Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg
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Iller-Riß-Platten und Tertiärhügelland - Böden, Landschaften und Geotope
Abbauwand einer Kiesgrube bei Baltringen
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Bild: 7825_Kiesgrube bei Baltringen Iller-Riß-Platten
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Die Abbauwand dieser Kiesgrube bei Baltringen liegt im Bereich der Oberen Hochterrasse (Riß). Die wechselnden Schrägschichtungen mit Sandlinsen zeugen von engräumigen, kurzfristigen Änderungen der Ablagerungsbedingungen. Die Schotter sind von gelblichem Löss überdeckt.

Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg:
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Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg

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Böden der Flussauen und Moore

 
Bild:  Iller nördlich von Aitrach Iller-Riß-Platten
An der Iller nördlich von Aitrach (Lkr. Ravensburg)
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Die Illeraue wird überwiegend als Wald oder Grünland genutzt. Der Fluss ist heute künstlich auf ein begradigtes Bett festgelegt. Früher hat die Iller als wilder Gebirgsfluss ihre Aue regelmäßig überschwemmt und dabei kalkhaltigen Auenlehm, im Süden bei Aitrach und Tannheim aber auch Kiesbänke und viele Flussrinnen hinterlassen.

 
Bild: Bodenprofil Donauaue Langenau Iller-Riß-Platten
Bodenprofil in der Donauaue bei Langenau (Alb-Donau-Kreis)
(© Autor: LGRB)

Dieser Boden in der Donauaue ist kalkreich und auch unter Ackernutzung stark humos (4-8 % organische Substanz). Das Profil lässt sich in drei Schichten gliedern. Oben liegt der jüngere Auenlehm mit dem Pflughorizont. Darunter folgt bis etwa 7 dm unter Flur ein dunkelgrauer bis schwarzer Stillwasserton (>45 % Tongehalt). Die Basis des Bodenprofils bilden lehmige Hochwasserablagerungen der Donau. Der schlecht wasserdurchlässige Stillwasserton bewirkt im Oberboden Staunässe (Brauner Auenboden-Auenpseudogley). Die Grundwassermerkmale im tieferen Unterboden zeugen noch vom früher in der Donauaue herrschenden, höheren Grundwasserstand.

Illergrieß und Langenauer Ried

Neben den kaltzeitlichen Terrassenschottern sowie den tertiären Molasseschichten und ihren Böden sind im Gebiet der Iller-Riß-Platten auch junge Flussablagerungen weit verbreitet. Donau, Iller und Riß als die drei wichtigsten Flüsse haben in ihren bis zu drei Kilometer breiten Talauen vielfältige Flusslandschaften mit unterschiedlich alten Auenterrassen, Flussschlingen und Mooren geschaffen.

Die jüngsten Böden direkt an Donau und Iller sind zum einen kalkreiche Lehme, im Wechsel mit lehmigen und schluffigen Sanden, die aus umgelagertem humosem Bodenmaterial bestehen (Brauner Auenboden und Auengley-Brauner Auenboden). Zum anderen gibt es Bodenprofile, die sich überwiegend aus angeschwemmtem, sandigem oder schluffigem Gesteinsmaterial über Flussschotter aufbauen und nur an der Oberfläche mit Humus angereichert sind (Auenpararendzina). Solche Auenbereiche, in denen immer wieder Kies- und Sandbänke auftreten, werden oft als „Grieß“ oder „Gries“ bezeichnet. Die Oberfläche der jungen Flussauen ist recht unruhig und von zahlreichen Rinnen und Schlingen mit z. T. grundwassernahen Böden (Auengley) durchzogen. Über eine niedrige Terrassenstufe erreicht man die älteren Auenbereiche, die sich besonders an der Donau weiter untergliedern lassen. Hier finden sich zunächst grundwasserferne Bodenprofile aus kalkreichem Auenlehm über einer schwarzen, stark tonigen Altwasserablagerung, welche deutliche Staunässe bewirkt (Brauner Auenboden-Auenpseudogley). Zum Rand der Donauaue folgen bei steigendem Grundwassereinfluss stark humose Auengleye bis hin zu großen Niedermooren wie dem Langenauer Ried als Teil des Schwäbischen Donaumooses.

Die starke Vernässung im Langenauer Ried erklärt sich aus dem Grundwasserrückstau der Donau über undurchlässigem Untergrund und durch entlang von Verwerfungen aufdringendes Karstquellwasser. Die Donaubegradigung, Trinkwasserentnahme und Entwässerungsmaßnahmen zum Zwecke der landwirtschaftlichen Nutzung führten zu einer Trockenlegung weiter Moorbereiche. Die ursprünglich bis über fünf Meter mächtigen Niedermoore haben sich durch Moorsackung sowie Zersetzung und Schrumpfung des Torfs verändert. Naturnahe Lebensräume sind heute weitgehend auf den Bereich des Naturschutzgebiets beschränkt.

Die Böden im unteren Rißtal und den Auen der kleineren Flüsse sind überwiegend kalkfreie bis kalkhaltige Auengleye. Unter der scheinbar gleichförmigen Oberfläche finden sich in der Mächtigkeit von 2 bis über 10 dm wechselnde, schluffige oder tonige, humose Lehme. Ihnen folgen kaltzeitliche sandige Kiese, die immer wieder von Lehmen oder schluffigem Ton überlagert werden. Örtlich liegt unter dem Auenlehm auch Niedermoortorf. Mit zunehmender Breite der Talsohlen werden Niedermoore immer häufiger, die oberflächennah oft eine Beimengung von Auenlehm enthalten. Eine Ausnahme hiervon bildet die Eschachaue südlich von Leutkirch im Allgäu, im Grenzbereich der Iller-Riß-Platten zum Alt- und Jungmoränenhügelland. Der von der Adelegg mit deutlichem Gefälle heranströmende, kleine Fluss besitzt eine vorherrschend grundwasserferne Talaue. Direkt am Fluss finden sich kalkhaltige Braune Auenböden aus Lehm über Schotter. Auf einer zweiten, leicht erhöht gelegenen Auenterrasse sind bereits entkalkte Böden aus z. T. tiefgründigem, lehmigem Sand und Lehm verbreitet. Dazu kommen in einer Randsenke noch schwach grundwasserbeeinflusste, tiefgründige Lehmböden (Auengley-Brauner Auenboden).