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Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg
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Iller-Riß-Platten und Tertiärhügelland - Böden, Landschaften und Geotope
Abbauwand einer Kiesgrube bei Baltringen
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Bild: 7825_Kiesgrube bei Baltringen Iller-Riß-Platten
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Die Abbauwand dieser Kiesgrube bei Baltringen liegt im Bereich der Oberen Hochterrasse (Riß). Die wechselnden Schrägschichtungen mit Sandlinsen zeugen von engräumigen, kurzfristigen Änderungen der Ablagerungsbedingungen. Die Schotter sind von gelblichem Löss überdeckt.

Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg:
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Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg

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Böden des Tertiärhügellands

 
Bild: Landschaft am Bussen Tertiärhügelland
Landschaft am Bussen
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Der Bussen mit seiner Wallfahrtskirche wird häufig als "Heiliger Berg Oberschwabens" bezeichnet.

 
Bild: Pelosol-Braunerde Tertiärhügelland
Pelosol-Braunerde aus lösslehmhaltiger Fließerde über Unterer Süßwassermolasse
(© Autor: LGRB)

Die Pelosol-Braunerde ist ein typischer Zweischicht-Boden. Der braune Oberboden ist knapp 4 dm mächtig und besteht überwiegend aus Lösslehm. Darunter folgt entkalkte Untere Süßwassermolasse mit gelblicher Verwitterungsfarbe und fahlroten Bändern. Ihr oberer, tonreicher Teil ist durch Quellung und Schrumpfung der Bodenaggregate geprägt, weshalb das Bodenprofil als Pelosol-Braunerde angesprochen wurde (Pelosol, griech. pelos: Ton, lat. solum: Boden). Im tieferen Unterboden führen wechselnde, feinsandig-lehmige und tonige Gesteinsschichten zu Staunässemerkmalen. Bei 12 dm unter Flur folgt dann kalkreiche, schluffige Molasse.

Hügelland mit raschen Wechseln und einem "heiligen" Berg

Südlich der Donau in der Umgebung von Ingerkingen und Reutlingendorf sowie in einem kleineren Landschaftsteil westlich von Erolzheim und Berkheim (Lkr. Biberach) im Südteil der Holzstöcke fehlen die sonst das Landschaftsbild prägenden Schotterplatten. So konnte sich ein von zahlreichen Muldentälern gegliedertes Hügelland in den weichen Molasseschichten ausformen. Der Bussen hat durch seine Kuppe aus Kalksteinen die starke Erosion während der Eiszeiten überstanden und überragt seine Umgebung um etwa 100 m. Schon die Kelten hatten hier eine Kultstätte. Auch heute ist der Bussen nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern auch ein viel besuchter Wallfahrtsort.

Das Tertiärhügelland von Ingerkingen ist vorherrschend aus den Gesteinen der Unteren Süßwassermolasse aufgebaut. Unter Wald sind die Böden noch weitgehend in ihrer natürlichen Mächtigkeit erhalten. Aufgrund des engräumigen und regellosen Wechsels sandiger, mergeliger und toniger Gesteinsschichten findet sich eine Vielzahl unterschiedlicher Böden. Häufig liegt über der Molasseverwitterung noch eine geringmächtige lösslehmhaltige Fließerde, so dass viele Böden in zwei Schichten gegliedert sind. So gibt es Braunerden und Parabraunerden unterschiedlicher Entkalkungstiefe aus sandigen und lehmigen Bodenarten. Außerdem sind Böden aus Lehm über Ton verbreitet, bei denen der tonreiche Unterboden je nach Feuchte entweder zähplastisch und undurchlässig oder während der sommerlichen Trockenzeit von vielen Schrumpfrissen durchzogen ist (Pelosol-Braunerde). Darüber hinaus tritt bei den lehmigen und tonigen Böden in ebenen oder schwach hängigen Lagen auch Staunässe auf (Pseudogley-Parabraunerde, Pelosol-Pseudogley, Pseudogley).

Unter landwirtschaftlicher Nutzung sind die Bodenprofile durch Wassererosion vielfach deutlich verkürzt. Die unverwitterten kalkhaltigen Molasseablagerungen und die Tonhorizonte liegen teilweise direkt an der Oberfläche. Statt Pelosol-Braunerden findet man deshalb Pelosole. Die Braunerden und Parabraunerden sind auf den Rücken z. T. schon vollständig abgetragen, so dass nur noch kalkhaltige Pararendzinen vorhanden sind.

In den fiederförmig angelegten Muldentälern sammelt sich das von den Hügeln abgeschwemmte Bodenmaterial. Die tiefgründig humosen Böden stehen jedoch häufig unter Staunässe- oder Grundwassereinfluss (Kolluvium, Kolluvium-Pseudogley, Kolluvium-Gley). Örtlich gibt es auch kleinere Niedermoore aus Torf und anmoorige Böden.

Bei Reutlingendorf nehmen auch die Brackwassermolasse und die Obere Süßwassermolasse größere Flächen ein. In dem das übrige Hügelland mit Höhenlagen bis 640 m NN um etwa 70 m überragenden Landschaftsteil kommen vor allem Parabraunerden und Pseudogley-Parabraunerden vor.

Das Tertiärhügelland bei Berkheim und Erolzheim unterscheidet sich vor allem durch die teilweise stark sandige Ausbildung der Oberen Süßwassermolasse. Hier sind Parabraunerden mit einer durch die Tonverlagerung in den Unterboden entstandenen Tonbänderung verbreitet. Als Merkmale der Bodenversauerung (Podsolierung) findet sich besonders unter Nadelwald eine mehrere Zentimeter mächtige Moderhumusauflage. Der humose, mineralische Oberboden ist häufig violettstichig dunkelgrau gefärbt und enthält hellgrau gebleichte Sandkörner. Die steilen Hänge zum Erolzheimer Feld im Osten weisen aufgrund von Rutschungen ein wellig-buckeliges Kleinrelief auf (Parabraunerde, Pelosol-Braunerde).

Die Böden auf den unruhigen und durch Rutschungen überformten Hängen des Bussen bestehen im oberen Teil aus kalksteinhaltigen Fließerden und Rutschmassen. Sie sind unter landwirtschaftlicher Nutzung stark erodiert und kalkhaltig (Pararendzina). Auf dem bewaldeten Nordhang finden sich Parabraunerden aus überwiegend sandigem Material der Oberen Süßwassermolasse.