Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Iller-Riß-Platten und Tertiärhügelland - Böden, Landschaften und Geotope
Abbauwand einer Kiesgrube bei Baltringen
(Element 1 von 14: Bild)
Bild: 7825_Kiesgrube bei Baltringen Iller-Riß-Platten
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Die Abbauwand dieser Kiesgrube bei Baltringen liegt im Bereich der Oberen Hochterrasse (Riß). Die wechselnden Schrägschichtungen mit Sandlinsen zeugen von engräumigen, kurzfristigen Änderungen der Ablagerungsbedingungen. Die Schotter sind von gelblichem Löss überdeckt.

Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg:
Weitere Informationen
 

Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Böden der Deckenschotterplatten der Holzstöcke sowie bei Leutkirch im Allgäu

 
Bild: Landschaft bei Erlenmoos Iller-Riß-Platten
Landschaft im Gebiet der ältesten Deckenschotter bei Erlenmoos (Lkr. Biberach)
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Die ebenen Deckenschotterplatten bei Erlenmoos werden landwirtschaftlich genutzt. Die Böden (Parabraunerden) sind tief verwittert und nur auf kleineren Flächen von Lösslehm überdeckt. Der Ortsname Erlenmoos bezieht sich wohl auf die am östlichen Ortsrand austretenden Quellen. Diese liegen unterhalb der Schichtgrenze der Deckenschotter in der Oberen Süßwassermolasse.

 
Bild: Kiesgrube Haslach Iller-Riß-Platten
Jüngere Deckenschotter bei Haslach (Lkr. Biberach)
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Am südlichen Ortsrand von Haslach sind in einer aufgelassenen Kiesgrube bis zu 14 m hohe Wände aus zu Nagelfluh verfestigten Schottern zu sehen. Sie gehören zu dem älteren Teil der jüngeren Deckenschotter Oberschwabens, die aus den Mindel- und Haslachschottern bestehen und 0,8 bis 1,5 Mio. Jahre alt sind. In dem Gesteinspaket sind Schrägschichtungen und im oberen Teil durch Verwitterung ausgelöste Höhlungen zu erkennen.

 
Bild: Rottumtal Ochsenhausen Iller-Riß-Platten
Rottumtal mit Molassehängen bei Ochsenhausen (Lkr. Biberach)
(© LGRB, Autor: M.Weiß)

Nördlich von Ochsenhausen gewinnt das Rottumtal nach dem Zusammenfluss von Bellamonter und Steinhauser Rottum an Breite. Neben der grundwassernahen Talaue (Auengley) sind Randsenken mit z. T. von Auenlehm überdecktem Niedermoor und leicht erhöhte Terrassenflächen mit lehmigen, staunassen Böden (Pseudogley) oder Grundwasserböden (Gley) ausgebildet. Die Talhänge bestehen aus Oberer Süßwassermolasse. Auf den stark geneigten Hängen sind Parabraunerden aus sandigem Molassematerial entwickelt. Auf flacheren Hangabschnitten und Hügeln sind tonig-lehmige Parabraunerden verbreitet. Die Deckenschotterplatten mit ihren an den Rändern kiesreichen Parabraunerden sind durch zahlreiche kurze Seitentälchen eingekerbt und treten mit schmalen Hangspornen (z. B. Siechberg, Heselsberg) nahe ans Rottumtal heran.

Alte Schotter und Molassehänge

Der Hauptteil der Iller-Riß-Platten erstreckt sich in einem Dreieck von Aitrach im Süden über 40 km bis nach Schnürpflingen im Norden und Mietingen im Nordwesten. Wie der Name Holzstöcke andeutet, ist der Waldanteil meist hoch. Die Siedlungen liegen überwiegend in den Tälern. Nur in der Umgebung von Ochsenhausen herrscht die landwirtschaftliche Nutzung vor.

Wie auch in den anderen Teilen des Alpenvorlands entstanden aus den kalkhaltigen Deckenschottern Parabraunerden als charakteristische Böden. Bei der Entwicklung einer Parabraunerde bildet sich ein geschichtetes Bodenprofil durch Verlagerung von Ton in den Unterboden zusammen mit dem versickernden Niederschlagswasser. Dies geschieht nach dem Aufbau eines humosen Oberbodens, der Entkalkung und Verwitterung des Gesteins sowie der Bildung von Tonmineralen und braunen Eisenoxiden. Die Abfolge der Böden in der Landschaft ergibt sich aus den Reliefformen und der damit einhergehenden, unterschiedlichen Mächtigkeit alter Verwitterungsdecken und Bodenbildungen sowie der Überlagerung der Schotter mit Lösslehm. Auf kurzen, häufig sonnseitig exponierten Steilhängen finden sich kiesreiche Bodenprofile mit den geringsten Entkalkungstiefen ohne Lösslehmdecke. Besonders im südlichen, hochgelegenen Teil der Holzstöcke folgen auch auf den Verebnungen noch Parabraunerden aus Schotter, die aber regelmäßig tief entkalkt sind und im Unterboden immer wieder Reste von Bodenbildungen früherer Warmzeiten enthalten. Unter Wald sind die kiesreichen Böden zudem häufig deutlich versauert (podsolige Parabraunerde bzw. Parabraunerde-Braunerde). Auf großflächigen Verebnungen und nordostexponierten Hängen wurde während der Kaltzeiten unterschiedlich mächtiger Löss abgelagert. Er liegt heute als entkalkter und durch Frostbodenprozesse z. T. dichtgelagerter und mehrschichtiger Lösslehm vor. Aus ihm haben sich einerseits Parabraunerden entwickelt, die aufgrund ihrer hohen Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit die fruchtbarsten Böden in dieser Landschaft darstellen. Auf der anderen Seite versickern die Niederschläge auf den ebenen Flächen durch die tonigen Unterböden nur sehr langsam, so dass häufig schwierig zu bewirtschaftende Staunässeböden (Pseudogley) entstanden sind.

Auf den Molassehängen unterhalb der Deckenschotter sind ebenfalls überwiegend Parabraunerden ausgebildet. Unter landwirtschaftlicher Nutzung sind die Böden häufig durch Erosion verkürzt. Geringere Flächenanteile nehmen die auf mergelig-toniger Molasse entwickelten, zweischichtigen Pelosol-Braunerden und auf Unterhängen die Pseudogleye ein. Steile Hänge sind in den noch relativ jungen, wenig verfestigten Gesteinen nicht selten durch Rutschungen wellig-buckelig geformt. Neben Parabraunerden und Pelosol-Braunerden treten hier stellenweise sandige, versauerte Braunerden als bestimmende Böden auf. Auch durch Quellaustritte vernässte Böden (Quellengley) sind ein fester Bestandteil der Molassehänge. In den kurzen Muldentälchen sammelt sich das durch den Bodenabtrag bei der Ackernutzung abgeschwemmte Bodenmaterial. So sind tiefgründig-humose Böden entstanden (Kolluvisol, Gley-Kolluvisol). In Seitentälchen, deren Einzugsgebiet vorwiegend unter Wald oder Grünland liegt, sind Grundwasserböden (Gley) aus nur oberflächennah humosen Schwemmsedimenten verbreitet.

Östlich von Leutkirch im Allgäu fehlen die großen Deckenschotterplatten. Außerdem sind die Schotterfelder und Molassehügel auf einen schmalen Streifen zwischen dem Altmoränenhügelland des Rheingletschers und dem des Illergletscher an der Grenze zu Bayern im Osten eingeengt. Und im Süden beginnen schon die Ausläufer der Adelegg. Die Böden sind in dem niederschlagsreichen Gebiet nicht von intensiver Tonverlagerung geprägt, weshalb häufig Übergangsformen zwischen Parabraunerde und Braunerde entwickelt sind. Auf den älteren Terrassen beiderseits der Eschach, die überwiegend aus umgelagerten Molassekonglomeraten bestehen, finden sich außerdem stark versauerte Böden mit Rohhumusauflage (Podsol-Braunerde).