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Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg

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Bodenlandschaft Iller-Riß-Platten, Tertiärhügelland und Adelegg

 
Bild: Landschaft südlich von Ulm Iller-Riß-Platten
Das Münster immer im Blick
(© LGRB, Autor: W. Krause)

Die Landschaft südlich von Ulm ist weitflächig und eben. Die Donau ist im Bereich des Illerschwemmfächers an den nördlichen Talrand gedrängt worden. Die Auen sind durch alte Flussrinnen gegliedert. Der Höhenunterschied zwischen den Auen und den älteren, kaltzeitlichen Terrassenflächen beträgt nur wenige Meter. Die Hänge im Hintergrund gehören schon zur Schwäbischen Alb.

 
Bild: Landschaft bei Ochsenhausen Iller-Riß-Platten
Landschaft bei Ochsenhausen (Lkr. Biberach)
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Die Deckenschotterplatten fallen leicht nach Norden zur Donau als Hauptvorfluter ab. Die Talhänge sind im Gebiet der Holzstöcke in die Obere Süßwassermolasse eingeschnitten. Außerdem sind kurze, rechtwinklig abzweigende Seitentälchen charakteristische Landschaftsteile.

 
Bild: Adelegg bei Rohrdorf
Rohrdorf auf einem der großen Schwemmfächer am Rande der Adelegg
(© LGRB, Autor: M. Weiß)

Am Westrand der Adelegg wurden an den Talausgängen während der letzten Eiszeit (Würm) von den Tobelbächen große Schwemmfächer aus kiesigen sandigen Lehmen aufgeschüttet (Braunerde-Parabraunerde und Braunerde). Entlang der Bäche gibt es kalkreiche junge Auenablagerungen (Auenpararendzina). Bei nur zeitweise wasserführenden Gewässern mit kleinen Einzugsgebieten findet man humose Abschwemmmassen aus Bodenmaterial (Kolluvium, z. T. über Braunerde) und stellenweise kies- und geröllreichen Schwemmschutt (Pararendzina). Auf den steilen Hängen sind Braunerden aus Hangschutt an gestreckten Hängen und flachgründige Pararendzinen aus Molassekonglomeraten auf konvex gewölbten Hangspornen verbreitete Bodenformen.

Zwischen Donau und Alpenrand

Südlich der Schwäbischen Alb dehnt sich im Alpenvorland entlang der Flüsse Donau, Iller und Riß ein Landschaftsraum mit drei Teilgebieten aus. Neben weiten ebenen Auen und Mooren im Wechsel mit langgestreckten, abgestuften Terrassenflächen finden sich engräumige, aus Sanden und Mergeln aufgebaute Hügelländer und, im Süden, das steil auf über 1100 m ansteigende Bergland der Adelegg. Schräg von Nordwesten nach Südosten verlaufend, bildet der Übergang zu den Endmoränenwällen der eiszeitlichen Rhein- und Illergletschervorstöße die Grenze zum Tertiärhügelland und den überwiegend nach Norden zur Donau hin ausgerichteten Iller-Riß-Platten. Ganz im Süden folgen auf die Molasseberge der Adelegg kurz nach der Landesgrenze schon die ersten Höhenzüge der Voralpen mit durch die Auffaltung des Gebirges schräggestellten Gesteinen.

Die jüngeren Schotterterrassen lassen sich noch direkt mit einer Moränenlandschaft verbinden und so auch zeitlich einordnen. Bei den älteren, weite Flächen einnehmenden und deshalb als Deckenschotter benannten Schmelzwasserablagerungen besteht diese Verbindung nicht mehr. Die zugehörigen Vereisungen reichten nur wenig über den Alpenrand hinaus, weshalb ihre Moränenhügel und -wälle von jüngeren Gletschervorstößen ausgeräumt und wieder mit frischen Moränenablagerungen überdeckt wurden. Im Laufe der Zeit entstanden aus den geschlossenen, ebenen Schotterterrassen stark eingekerbte, wellige Hochflächen. Ihre Abtragung erfolgt über quer zur Hauptentwässerung verlaufende Seitentäler, welche in die tertiärzeitliche Molasse eingetieft sind. Die Böden der Deckenschotterplatten sind nach mehreren Kalt- und Warmzeiten tief entkalkt und verwittert. Zwischen Ulm, Laupheim und Ehingen bedeckt fruchtbarer Löss nicht selten die Terrassenflächen und Molassehänge. Im Nordwesten fehlen in dem Dreieck zwischen Donau- und Rißtal die Schotterplatten, man befindet sich hier im Tertiärhügelland. Der 767 m hohe und von rißzeitlichen Moränen umgebene Bussen genießt als weithin sichtbarer Einzelberg eine Sonderstellung.

Im Norden und Westen ermöglichen gemäßigtes Klima, geringe Reliefunterschiede und fruchtbare Böden eine intensive ackerbauliche Nutzung. Nach Süden zu werden die Höhendifferenzen zwischen den Terrassenstufen größer, damit die Hänge steiler und Grünland oder Wald nehmen weite Flächen ein. Schließlich überwiegt im Landkreis Ravensburg bei steigenden Niederschlägen und Höhenlagen von über 650 m NN die Grünlandwirtschaft mit Einödhöfen. Auf der Adelegg gibt es bereits Alpwirtschaft.

Während im Ulmer Raum die Besiedlung und landwirtschaftliche Nutzung schon in der Älteren Jungsteinzeit vor etwa 7000 Jahren begann, wurden die Wälder im Südteil des Gebiets meist erst im Mittelalter, nicht zuletzt unter dem Einfluss der Klöster, gerodet. Die Siedlungsachsen verlaufen auch heute vor allem entlang der Täler von Donau, Riß und Iller.