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NSG Elsenzer Bruchgraben
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Naturschutzgebiet Elsenzer Bruchgraben
Naturnaher Verlauf des Bruchgrabens
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Bild: NSG Elsenzer Bruchgraben (Ldkr. Heilbronn)
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NSG Elsenzer Bruchgraben:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Elsenzer Bruchgraben (Ldkr. Heilbronn)

 
Bild: NSG Elsenzer Bruchgraben
Naturschutzgebiet Elsenzer Bruchgraben (Ldkr. Heilbronn)
(© M. Linnenbach)

Blick auf den eingestauten Bruchgraben. Die Wasserflächen werden von Erlen und Weiden dicht umsäumt (Aufn. Mai 2014).

Standort: 49.17, 8.869

 
Bild: Naturschutzgebiet Elsenzer Bruchgraben, Infotafel
Hinweistafel am Bruchgrabensee
(© M. Linnenbach)

Hinweistafel der Naturschutzverwaltung Baden-Württemberg. Die offizielle Ausweisung des Naturschutzgebiets erfolgte im Juni 2007.

 
Bild: NSG Elsenzer Bruchgraben
Sumpf- bzw. Feuchtwiese im Erlenbruch
(© M. Linnenbach)

Der Elsenzer Bruchgraben, auf der Gemarkung Eppingen-Adelshofen, stellt mit seinen typischen Feuchtwiesenflächen und Saumstrukturen einen Rest der ehemals extensiven Kraichgaulandschaft entlang der Elsenz dar. Im Norden grenzt das NSG an den Rhein-Neckar-Kreis bzw. an das benachbarte Natur- und Landschaftsschutzgebiet „Hilsbacher Bruchwiesen“ südlich von Sinsheim (s. Karte des Gebiets).

Geologisch liegt der Elsenzer Bruchgraben in einer mit holozänen Auensedimenten gefüllten Talsohle. Östlich der Seen tritt am Unterhang die Gips-Keuper-Schicht des Unteren Keupers an die Oberfläche, die ansonsten von Löss- bzw. von braunen Lösslehm-Sedimenten überdeckt wird. Entlang des Bruchgrabens hat sich durch das hoch anstehende Grundwasser Nassgley (z.T. kalkhaltig, hauptsächlich aus schluffigem Lehm) oder Auengley gebildet (Geologische Karte LGRB, 2001).

Noch bis Mitte des 20. Jh. war das Gebiet von der Drei-Felderwirtschaft und der Realteilung geprägt und entsprechend kleinparzellig strukturiert. Das warme Klima in Verbindung mit ausreichenden Niederschlägen sowie der fruchtbare Lößboden des Eppinger Gäus ermöglichten es, dass sich auf der Gemarkung Elsenz seit alters her  Ackerbau, Grünlandwirtschaft, Tabak- und Obstanbau etablierten.

Trotz früh eingeleiteter Entwässerungsmaßnahmen, ist davon auszugehen, dass in der Zeit vor der Flurbereinigung (1969) der Auebereich des Bruchgrabens in weitaus größerem Ausmaß mit Feucht- und Nasswiesen belegt war. Heute bietet das Naturschutzgebiet durch das Nebeneinander verschiedener Kleinstrukturen und Übergangsbiotope nach wie vor einer Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten einen wichtigen Lebensraum, in der sonst beherrschenden Agrarlandschaft.

Im NSG brüten seltene, bedrohte Vogelarten wie Baumfalke, Dorngrasmücke, Pirol, Eisvogel, Feldschwirl, Tafel- und Krickente, Kornweihe, Neuntöter, Steinkauz, Schafstelze,Teichhuhn, Wachtel und Weidenmeise. Die Ergebnisse der vogelkundlichen Beobachtungen (NABU Ortsgruppe Elsenz) belegen, dass die angelegten Bruchseen mit den angrenzenden Feuchtwiesen und die halb offene Landschaft, strukturiert durch Hecken und bachbegleitende Ufergehölze insbesondere für die Avifauna ein besonderes Brut- bzw. Nahrungshabitat darstellen. Die angrenzenden mageren Glatthaferwiesen, teils mit Obstbäumen bestückt, zeigen die artenreichsten Vegetationstypen des Gebiets. In der Bruchgrabenaue leben zahlreiche Tagfalter- und Libellenarten, wie  z. B. die Gebänderte-Prachtlibelle.

Hinweise für Besucher: Durch das Schutzgebiet verläuft der gut befahrbare Radwanderweg „Baden-Württemberg/ Kraichgauweg“ zwischen Heilbronn und Eppingen.