Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
 

Abfallhierarchie

Eine Rangfolge der Vermeidung und der Abfallbewirtschaftung wurde im Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) in Form der Abfallhierarchie festgelegt. Es soll die „Maßnahme(n) Vorrang haben, die den Schutz von Mensch und Umwelt bei der Erzeugung und Bewirtschaftung von Abfällen unter Berücksichtigung des Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzips am besten gewährleistet" (KrWG § 6).

Die Abfolge der Abfallhierarchie lautet:

  1. Vermeidung
  2. Vorbereitung zur Wiederverwendung
  3. Recycling
  4. sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung
  5. Beseitigung

Abfallvermeidung ist jede Maßnahme, die verhindert, dass ein Stoff oder ein Produkt zu Abfall wird. Hierzu gehört auch die Wiederverwendung, bei dem die Produkte und Erzeugnisse wieder für den selben Zweck verwendet werden. Ein Beispiel ist das System der Mehrwegflaschen in Deutschland.

Im Unterschied hierzu wird bei der Vorbereitung zur Wiederverwendung bereits ein entstandener Abfall zur Wieder- oder Weiterverwendung aufbereitet.

Das Recycling von Abfällen sind Verfahren zur Wiederverwertung der stofflichen Eigenschaften der Abfälle, sodass diese rohstofflich (z. B. Synthesegas aus Kunststoffen) oder werkstofflich (z. B. Kunststoffgranulat, Glasgranulat) als Ressource für den ursprünglichen oder einen anderen Zweck (evtl. auch Prozess) eingesetzt werden können. Ein Beispiel ist das Einschmelzen von Metallen und dessen erneute Bearbeitung.

Alle sonstigen Verwertungsverfahren umfassen die energetische Nutzung von Abfällen oder die stoffliche Nutzung z. B. von mineralischen Abfällen im Straßen- und Tagebau.

Als Beseitigung wird beispielsweise die zeitlich unbegrenzte Ablagerung von Abfällen auf Deponien verstanden. Abfälle die nicht verwertbar sind müssen demnach beseitigt werden.