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Buntsandstein-Odenwald
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Sandstein-Spessart und Maintal
Oberer Buntsandstein bei Wertheim-Dietenhan
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Bild: TP_BGL4_52 Oberer Buntsandstein bei Wertheim-Dietenhan
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Neben den typischen Plattensandsteinen treten im Oberen Buntsandstein auch dickbankige feinkörnige Sandsteine auf, die begehrte Naturwerksteine sind. Darüber lagern die von dünnen Sandsteinlagen unterbrochenen Unteren Röttone.

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Buntsandstein-Odenwald

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Böden im Sandstein-Spessart und Maintal

Bild: TP_BGL4_49 Maintal bei Wertheim-Urphar
Maintal bei Wertheim-Urphar
(© LGRB, Autor: R. Busch)

Im äußersten Norden von Baden-Württemberg bildet der Main die Grenze zu Bayern. Der langgezogene, bereits auf bayrischer Seite liegende bewaldete Bergrücken im Mittelgrund ist an der schmalsten Stelle nur 400 m breit und wird von einer engen Mainschlinge eingeschnürt. In der schmalen Talsohle des Mains herrschen Grünlandböden vor. An den flachen Hängen rechts im Bild sind die rötlichen Böden im Oberen Buntsandstein zu erkennen. An anderen Stellen, z. B. bei Wertheim-Bettingen, treten im Maintal verbreitet kiesige und sandige Böden auf, die sich in Terrassensedimenten und Flugsanddecken des Eiszeitalters gebildet haben.

Acker-, Wald- und Weinbergsböden am baden-württembergischen „Nordkap“

 

Das zwischen Erfa, Tauber und Main gelegene Buntsandsteingebiet im äußersten Norden von Baden-Württemberg gehört geografisch bereits zum Sandstein-Spessart. Mit Höhenlagen überwiegend unter 400 m NN liegt es deutlich tiefer als der Hintere Odenwald.

 

Auf den von Seitentälern des Mains und der Tauber zerschnittenen, welligen Buntsandsteinplatten spielen Staunässeböden im Vergleich zum Hinteren Odenwald nur noch eine untergeordnete Rolle. Auffallend ist dort eine Mächtigkeitszunahme der Lösslehme und ein erstes Auftreten von kalkhaltigem Rohlöss im Übergangsbereich zum mainfränkischen Lössgebiet. Die vorherrschenden Parabraunerden sind günstige Ackerböden. Die Waldnutzung beschränkt sich daher in diesem Landschaftsraum auf die Talhänge und Hochflächenränder, wo die Lösslehmmächtigkeit zurückgeht. Dort sind vorwiegend Braunerden aus Fließerden und Hangschutt aus Buntsandstein-Material zu finden.

 

An den steilen, meist bewaldeten Hängen des engen unteren Taubertals dominieren steinige, rotbraune, lehmig-sandige Braunerden aus Hangschutt. An ehemals weinbaulich genutzten Hängen fallen die zahlreichen Kleinterrassen mit roten Sandsteinmäuerchen auf. Als Böden sind dort Rigosole (Weinbergsböden) verbreitet. Meist handelt es sich um kalkfreie, tief umgegrabene Böden aus Buntsandsteinmaterial. Stellenweise wurde aber auch Muschelkalkmaterial eingemischt. Heute wird im Buntsandsteintal der Tauber nur noch auf kleinen Flächen Wein angebaut.

 

Der Main hat sich zwischen Wertheim und Freudenberg bis in den Unteren Buntsandstein eingeschnitten. An den Talhängen treten dort deutlich podsolierte Braunerden aus grobsandigem, nährstoffarmem Hangschutt aus Material des Mittleren Buntsandsteins auf. In der schmalen Talsohle des Mains sind kalkreiche Auenböden aus Auenlehm mit nur geringem Grundwassereinfluss verbreitet. Im älteren Eiszeitalter kam es in dem damals schon tief eingeschnittenen Maintal zur Ablagerung mächtiger Sedimente (Talverschüttung). Der Main hat sich anschließend wieder in seine eigenen Lockersedimente eingetieft und dabei an den Unterhängen Terrassensande hinterlassen, in denen heute sandige Braunerden entwickelt sind.

 

Eine Besonderheit sind die Flugsandablagerungen östlich von Wertheim-Bettingen. Die Sande wurden in der letzten Kaltzeiten aus den Schotterablagerungen des Mains ausgeweht. Als Böden sind dort tief entwickelte sandige Braunerden entwickelt, die im Wald meist deutlich podsoliert sind. Im tieferen Unterboden weisen diese Böden eine durch Tonanreicherung entstandene typische Bänderung auf.