Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Buntsandstein-Odenwald
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Hinterer Odenwald und Kleiner Odenwald
Pseudogley östlich von Mudau-Schloßau
(Element 1 von 11: Bild)
Bild: TP_BGL4_2 Pseudogley östlich von Mudau-Schloßau
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Dieser Boden befindet sich in einem flachen Wasserscheidenbereich zwischen Mudau und Schloßau. Die Fläche wird als Dauergrünland genutzt und war bis in die 40er Jahre des letzten Jahrhunderts noch bewaldet. Er besitzt die typische Profilmorphologie eines durch zeitweilige Staunässe geprägten Pseudogleys. Der schluffreiche, wasserdurchlässige Bereich oberhalb 45 cm weist unter dem Humushorizont einen durch Reduktion von Eisenoxiden gebleichten Horizont auf. Darunter folgen tonreichere, dichte Stauhorizonte mit deutlicher Marmorierung. Das Ausgangsmaterial oberhalb 1 m sind lösslehmhaltige Fließerden mit wechselndem Steingehalt. Das rötliche, sandig-tonige, steinige Material darunter ist ebenfalls eine Fließerde aus Buntsandsteinmaterial, die sich bis in über 2 m Tiefe fortsetzt.

Buntsandstein-Odenwald:
Weitere Informationen
 

Buntsandstein-Odenwald

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Böden im Hinteren und Kleinen Odenwald

 
Bild: TP_BGL4_61 Lösslehm über Röttonen
Lösslehm über Röttonen - Ziegeleigrube nordöstlich von Walldürn
(© LGRB, Autor: T. Huth)

Oberstes Schichtglied im Buntsandstein sind die roten Tonsteine der Rötton-Formation. Sie treten v. a. am östlichen Rand des Odenwalds in Erscheinung. Wo sie oberflächennah anstehen, sind rote Tonböden (Pelosole) entwickelt. Meist sind sie aber von Lösslehm oder lösslehmhaltigen Fließerden überdeckt. Vorherrschende Böden sind dann Parabraunerden und Pseudogley-Parabraunerden.

 
Bild: TP_BGL4_25 Ackerfläche bei Schönbrunn im Kleinen Odenwald
Ackerfläche bei Schönbrunn im Kleinen Odenwald
(© LGRB, Autor: B. Link)

Die helle, graubraune Farbe des Ackerbodens zeigt, dass hier nicht der Buntsandstein bodenbildend ist. Das rötliche Verwitterungsmaterial des Oberen Buntsandsteins ist hier von einer dünnen Lösslehmdecke überkleidet. Die helle Färbung des Oberbodens ist auf eine Bleichung aufgrund zeitweiliger Staunässe zurückzuführen. Entsprechende Böden (Pseudogleye) treten immer wieder in abzugsträgen Flachlagen, Sattellagen und flachen Mulden auf.

Brauner Lehm auf rotem Ton

 

Auf den sehr schwach geneigten Verebnungen im Oberen Buntsandstein des Hinteren Odenwalds, westlich der Linie Mosbach-Buchen-Walldürn-Hardheim, kam es in der letzten Kaltzeit zur Anwehung von geringmächtigem Löss, der durch Entkalkung und Verlehmung zu Lösslehm wurde. Durch Bodenfließen während des kaltzeitlichen Frostwechselklimas wurde der Lösslehm oft umgelagert und mit Buntsandsteinmaterial vermischt.

 

Ausgangsmaterial für die Bodenbildung waren nach dem Ende des Eiszeitalters mehrschichtige lösslehmreiche Fließerden oder geringmächtiger Lösslehm. Diese Deckschichten sind meist etwa 0,5 bis 1,5 m mächtig und überlagern tonreiche Fließerden aus Verwitterungsmaterial des Oberen Buntsandsteins. Als Bodentypen sind hauptsächlich Parabraunerden und Pseudogley-Parabraunerden verbreitet. Es handelt sich dabei um günstige, gut durchwurzelbare Lehmböden, die allerdings zeitweilige zu Staunässe neigen können. Stärker staunass sind die Böden in abzugsträgen Flachlagen im Zentrum der Verebnungen und in flachen Mulden (Pseudogleye, Parabraunerde-Pseudogleye). Vor allem im Wasserscheidengebiet zwischen Main und Neckar, auf den Hochflächen um Mudau, haben solche Staunässeböden ein großes Verbreitungsgebiet. Als Stauhorizont wirken dabei nicht nur die Tonanreicherungshorizonte der Parabraunerden, sondern v. a. auch die schwer wasserdurchlässigen Fließerden aus Buntsandsteinmaterial an deren Basis.

 

Am Rand der Hochflächen, im Übergang zu den Taleinschnitten, dünnen die lösslehmreichen Deckschichten aus. Dort sind vorwiegend Braunerden aus Sandstein oder aus steinigen Fließerden zu finden, bei denen eine Lösslehmbeimengung nur noch im Oberboden feststellbar ist. Auf konvexen Flachhängen und flachen Kuppen, wo Deckschichten fehlen, können am Südostrand des Odenwalds auch immer wieder schwere Tonböden (Pelosole) aus dem roten Verwitterungsmaterial der Röttone auftreten.

 

An den Talhängen der Bachoberläufe sind in sandig-lehmigem Hangschutt aus Material des Oberen Buntsandsteins und lösslehmhaltigen Fließerde überwiegend Braunerden verbreitet. Im Gegensatz zu den Hängen im Mittleren Odenwald sind sie nur selten podsolig ausgebildet.

 

Ähnliche Verhältnisse wie im Hinteren Odenwald finden sich auch im stark bewaldeten Osten des Kleinen Odenwalds nordöstlich von Lobbach, im Bereich der Gemeinden Schönbrunn und Neunkirchen. Westlich davon ist das Gebiet beiderseits des Unterlaufs der Elsenz durch eine Verbreitungs- und Mächtigkeitszunahme des Lösslehms und das Auftreten von kalkhaltigem Rohlöss gekennzeichnet. Vorherrschende Böden sind dort Parabraunerden. Im höher gelegenen westlichen Bereich um den Königstuhl fehlt die Lösslehmdecke. Dort sind v. a. Braunerden aus Buntsandsteinmaterial verbreitet. In talrandnahen Lagen bildet z. T. kieseliger Grobsandstein des Mittleren Buntsandsteins den Untergrund, auf dem Braunerde-Podsole ausgebildet sind. An den weinbaulich genutzten Unterhängen an der südlichen Bergstraße zwischen Heidelberg und Nußloch ist wiederum Löss das bestimmende bodenbildende Substrat. Durch die im Weinbau übliche tiefe Bodenbearbeitung sind Böden entstanden, die als Rigosole bezeichnet werden.