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Buntsandstein-Odenwald
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Mittlerer Odenwald, Neckartal, Katzenbuckel
Braunerde aus Fließerden am Leichtersberg südlich von Schriesheim-Altenbach
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Bild: TP_BGL4_58 Braunerde aus Fließerden am Leichtersberg
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Das Bodenprofil befindet sich am schwach geneigten Hochflächenrand des Leichtersberg im Übergangsbereich zum Vorderen Odenwald. Die Braunerde hat sich in zwei übereinanderliegenden Fließerden aus Verwitterungsmaterial des Unteren Buntsandsteins über Gesteinszersatz entwickelt. Oberhalb 60 cm u. Fl. ist eine geringe Lösslehmbeimengung festzustellen. Darunter folgt zunehmend toniges und stark steiniges Material. Es handelt sich um einen mittelmäßigen Waldboden mit günstiger Mull-Humusform in einem Buchen-Altbestand mit dichter Naturverjüngung.  Weitere Informationen

Buntsandstein-Odenwald:
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Buntsandstein-Odenwald

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Böden im Mittleren Odenwald, im Neckartal und am Katzenbuckel

 
Bild: TP_BGL4_10 Ehemalige Neckarschlinge bei Eberbach
Ehemalige Neckarschlinge bei Eberbach mit Umlaufberg (Ohrsberg, Bildmitte)
(© LGRB, Autor: B. Link)

Das Untere Neckartal ist durch meherer abgeschnürte ehemalige Talschlingen gekennzeichnet. In der späten Tertiärzeit mäandrierte der Neckar noch in einem sehr breiten Tal. Während des Pleistozäns wurde der Odenwald dann tektonisch kräftig herausgehoben. Entsprechend schnell hat sich der Neckar in dieser Zeit eingetieft und ein enges Durchbruchstal geschaffen. Die alten Flussschlingen haben sich dabei als Talmäander nach unten durchgepaust. Durch weitere Tiefenerosion des Neckars und durch Seitenerosion am Mäanderhals kam es schließlich zum Durchbruch. Die Abschnürung der Talschlingen, die sich heute in unterschiedlichen Höhenlagen befinden, erfolgte zu verschiedenen Zeiten des Eiszeitalters.

 
Bild: Blockhalde am Nordhang des Königstuhls TP_BGL4_43
Buntsandstein-Blockhalde am Nordhang des Königstuhls
(© LUBW, Autor: S. Demuth)

Durch Frostverwitterung während der letzten Kaltzeit wurden die harten kieseligen Sandsteinblöcke des Mittleren Buntsandsteins in große Gesteinsblöcke zerlegt und hangabwärts verlagert. Solche Blockhalden und Felsenmeere kommen an vielen Stellen an den Odenwaldhängen vor. Sie sind Extremstandorte und Rückzugsraum für seltene Tier- und Pflanzenarten.

Felsenmeere, Talschlingen und Vulkane

Häufigste Böden an den steilen Talhängen sind podsolige Braunerden aus lehmig-sandigem Hangschutt, der sich durch Frostverwitterung und Umlagerungsvorgänge in der letzten Kaltzeit gebildet hat. An sonnseitigen Hängen treten oft auch stärker podsolierte Böden auf (Podsol-Braunerde), während an nord- und ostexponierten Hängen die Böden meist nur schwache oder gar keine Podsolierungsmerkmale aufweisen (Braunerden). Insgesamt handelt es sich um tiefgründige, wasserdurchlässige, oft sehr stark steinige und stark versauerte Böden mit geringem Wasser- und Nährstoffspeichervermögen.

 

In Hangfußlagen, weniger steilen, ostexponierten Hangabschnitten oder Hangmulden sind kleinflächig günstigere Lehmböden aus mehr oder weniger steinführenden lösslehmhaltigen Fließerden verbreitet (Parabraunerde, Parabraunerde-Braunerde).

 

An gestreckten steilen Hängen und in Hangmulden treten im Bereich von Blockhalden und Felsenmeeren örtlich Extremstandorte mit nur flach entwickelten Anfangsstadien der Bodenentwicklung auf (Syrosem, Felshumusboden, Ranker und Regosol).

 

Auf den vom Mittleren Buntsandstein gebildeten schmalen Bergrücken dominieren ebenfalls podsolige Braunerden und Podsol-Braunerden aus steinigen, lehmig-sandigen Fließerden über Sandstein. Während auf sehr schmalen Rücken und Kuppen in den Hochlagen sehr flachgründige, steinige und versauerte Böden vorkommen können (Podsol-Ranker, Podsol-Braunerde), sind auf breiteren Rücken im westlichen Buntsandstein-Odenwald z. T. steinärmere, lehmige Böden aus lösslehmhaltigen Fließerden zu finden (lessivierte Braunerde).

 

In den schmalen Bachauen dominieren grundwasserbeeinflusste Auenböden aus sandig-lehmigen Substraten (Brauner Auenboden-Auengley, Auengley). Im engen Durchbruchstal des Neckars ist ebenfalls nur eine sehr schmale Aue ausgebildet in der sandig-lehmige Auenböden verbreitet sind, die nur stellenweise geringen Grundwassereinfluss aufweisen. Im Gegensatz zu den angrenzenden kalkfreien, versauerten Buntsandsteinböden, handelt es sich hier um kalkreiches  Material, das der Neckar und seine Nebenflüsse zum großen Teil aus den benachbarten Muschelkalk- und Lössgebieten herantransportiert hat. Während seiner Eintiefung im Eiszeitalter hat der Neckar in verschiedenen Höhenlagen mehrere Talschlingen zurückgelassen die später mit Flussablagerungen, Löss und Hangschutt verfüllt wurden, wie z. B. bei Eberbach.

 

Im Gipfelbereich des Katzenbuckels sind nur sehr flachgründige, steinige Böden aus dunklem, basischem Vulkangestein (Sanidin-Nephelinit) vorhanden (Ranker, Braunerden). An den stark geneigten Hängen sind dagegen mittel tief bis tief entwickelte humose Braunerden aus lehmigen, Vulkanitschutt führenden Fließerden verbreitet.