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Buntsandstein-Odenwald
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Buntsandstein-Odenwald
Blick zum südwestlichen Odenwald
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Bild: TP_BGL4_67 Blick zum südwestlichen Odenwald
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Blick vom Malschenberg bei Malsch über den nordwestlichen Kraichgau von Rauenberg über Wiesloch zum abrupten Anstieg des Kleinen Odenwaldes zwischen Nussloch und Heidelberg

Buntsandstein-Odenwald:
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Buntsandstein-Odenwald

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Waldlandschaft zwischen Neckar und Main

Bild: TP_BGL4_62 Buntsandstein-Odenwald bei Heidelberg
Buntsandstein-Odenwald bei Heidelberg
(© LGRB, Autor: T. Huth)

Der Blick geht vom Heiligenberg nach Süden über das Neckartal und Heidelberg zum Königstuhl. Die terrassenartige Verebnung, auf der das Heidelberger Schloss erbaut wurde, wird von Graniten des Grundgebirges gebildet.

Der Odenwald bildet den nordwestlichen Abschluss des südwestdeutschen Schichtstufenlandes und liegt nur zu etwa einem Drittel seiner Gesamtfläche auf baden-württembergischem Gebiet. Das überwiegend bewaldete Mittelgebirge wird in den Vorderen, Mittleren, Hinteren und Kleinen Odenwald unterteilt.

 

Der ganz im Westen gelegene Vordere Odenwald wird von Gesteinen des Grundgebirges aufgebaut. Unter dem Hinteren Odenwald versteht man die im Osten an den Muschelkalk des Baulands grenzenden Hochflächen im Oberen Buntsandstein. Das dazwischen gelegene stark zertalte Gebiet (Steinachtal, Ittertal usw.) mit steilen Hängen und schmalen Bergrücken aus Gesteinen des Unteren und Mittleren Buntsandsteins wird hier als Mittlerer Odenwald bezeichnet. Dazu gehört auch das Neckartal, das den Odenwald zwischen Neckargerach und Heidelberg durchschneidet. Die hügeligen Buntsandsteinflächen südlich des Neckartals werden als Kleiner Odenwald bezeichnet. Dieses in Teilen schon mit Löss bedeckte Gebiet leitet zum südlich angrenzenden Kraichgau über. Das zwischen Hardheim, Külsheim, Wertheim und Freudenberg gelegene Buntsandsteingebiet gehört geografisch zum Sandstein-Spessart, wird aber landläufig oft noch dem Odenwald zugerechnet.

 

Im Bereich der Talhänge des Mittleren Odenwalds und des Neckartals bilden Gesteine des Unteren und Mittleren Buntsandsteins den Untergrund. Es handelt sich um die bekannten roten, z. T. auch weißen Sandsteine, die im Mittleren Buntsandstein meist grobsandig und z. T. geröllführend und im Unteren Buntsandstein eher fein- bis mittelsandig ausgebildet sind. Oft sind ihnen auch dünne Schluff- und Tonsteinlagen zwischengeschaltet. Stufenbildend treten harte, verkieselte Sandsteinbänke im oberen Bereich des Mittleren Buntsandsteins in Erscheinung („Felssandstein“). Am östlichen und südlichen Odenwaldrand sind großflächig die 60–80 m mächtigen Gesteine des Oberen Buntsandsteins verbreitet. Es sind meist dünnschichtige, oft glimmerreiche fein- bis mittelkörnige Sandsteine der Plattensandstein-Formation, in denen auch tonige Lagen auftreten. Die darüber liegende Rötton-Formation ist durch rote, z. T. sandige Tonsteine gekennzeichnet und durch einen eingelagerten kieseligen Sandsteinhorizont zweigeteilt (Rötquarzit).

 

Eine geologische Besonderheit und gleichzeitig der höchste Berg des Odenwalds ist der östlich von Eberbach gelegene Katzenbuckel (626 m NN). Es handelt sich um die Reste eines Vulkanschlots, der nach neueren Datierungen am Ende der Kreidezeit vor ca. 68 Mio. Jahren entstanden ist. Der eigentliche Explosionskrater und die damals noch über dem Odenwald liegenden mehrere Hundert Meter mächtigen Sedimentgesteine sind inzwischen längst der Abtragung zum Opfer gefallen.

 

Die Böden der Buntsandstein-Landschaften gelten i. A. als nährstoffarm und wenig fruchtbar, weshalb sie der forstlichen Nutzung vorbehalten sind. Dies gilt ganz besonders für die sandigen, oft steinigen Böden des Mittleren Buntsandsteins. Etwas mineralkräftiger und lehmiger sind die Böden auf Oberem Buntsandstein. Eine noch deutlichere Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit ergibt sich am östlichen und südlichen Odenwaldrand, wo der Buntsandstein zunehmend von Lösslehm und lösslehmreichen Deckschichten überlagert wird. Damit einher geht eine höhere Besiedlungsdichte und eine Zunahme der landwirtschaftlich genutzten Flächen.