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NSG Wilhelmsäcker
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Naturschutzgebiet Wilhelmsäcker
Blick von der Robert-Bosch-Straße auf das NSG Wilhelmsäcker
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Bild: NSG Wilhelmsäcker (Ldkr. Karlsruhe)
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NSG Wilhelmsäcker:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Wilhelmsäcker bei Stutensee-Spöck (Ldkr. Karlsruhe)

 
Bild: Naturschutzgebiet Wilhelmsäcker
Naturschutzgebiet Wilhelmsäcker (Ldkr. Karlsruhe)
(© LUBW, Autor: Hafner)

Reliktfläche der ehemals weit verbreiteten Sandrasenfluren der nordbadischen Oberrheinebene zwischen den Gemeinden Spöck und Neuthard im Ldkr. Karlsruhe. Im Norden stößt das Schutzgebiet unter Einbeziehung der Uferbereiche auch an den nördlich von Spöck liegenden Baggersee.

Das Gebiet enthält seltene Lebensräume sowie letzte Rückzugsflächen für spezialisierte Tier- und Pflanzengesellschaften trockener Sandstandorte und deren Pionierstadien. Die Strukturvielfalt der unterschiedlichsten Entwicklungsstadien sowie die Vernetzung der trockenen Sandfluren und der feuchten bis nassen Lebensraumtypen des Baggersees charakterisieren das NSG Wilhelmsäcker als schutzwürdiges, kulturhistorisches Dokument.

 
Bild: NSG Wilhelmsäcker (Ldkr. Karlsruhe)
Schutzgebietstafel am Brennesselweg, Stutensee-Spöck
(© M. Linnenbach)

Blick auf das Naturschutzgebiet Wilhelmsäcker nordwestlich von Stutensee-Spöck.

Nördlich von Karlsruhe, am westlichen Rand von Stutensee-Spöck, erstreckt sich auf dem Hardtrücken das 1997 ausgewiesene Naturschutzgebiet Wilhelmsäcker. Die 27 ha große Fläche befindet sich auf der sogenannten Niederterrasse (ca. 110 m ü. NN) und beinhaltet Relikte der typischen Lebensräume ehemals verbreiteter Sandfluren. Die Strukturvielfalt der Landschaft sowie die Vernetzung der trockenen bis feuchten Lebensraumtypen am Baggersee im Norden von Spöck, charakterisieren das NSG sowohl als landschaftlich schutzwürdiges als auch als kleinflächiges kulturhistorisches Dokument.

Die trockenen Böden bestehen hier vorwiegend aus eiszeitlichen Ablagerungen des Rheins, aus trockenen Sanden über einer durchlässigen Kieslage mit flach aufgewehten, kalkhaltigen Flugsanden. An vielen Stellen konnte sich keine Humusschicht entwickeln. Frühere Nutzungsformen wie Waldweide und Rodung beuten die von Natur aus armen Böden im Laufe der Zeit aus. Mit Ausnahme des Spargelanbaus ist ein lohnenswerter landwirtschaftlicher Anbau auf diesen Flächen letztendlich nicht mehr möglich. Von daher wurden zahlreiche Anbauflächen aufgegeben.

Im Süden des Gewanns Wilhelmsäcker* wachsen neben Charakterarten der Kalk-Trockenrasen wie Knorpellattich (Chondrilla juncea) und Schopfige Traubenhyazinthe (Muscari comosum) die auch noch etwas nährstoffliebenderen Pflanzen wie das Wiesenrispengras (Poa pratensis) und die Schafgarbe (Achillea millefolium). Ausgedehnte Bestände bildet das konkurrenzstarke Sand-Reitgras (Calamagrostis epigejos). Entlang des Waldsaums existieren Reste von Hochstaudensäumen mit Salbeigamander (Teucrium scorodonia) und Weichem Honiggras (Holcus mollis).

An Vogelarten kommen seltene Bodenbrüter wie die Feldlerche (Alauda arvensis), die Grauammer (Emberiza calandra) und die Schafstelze (Motacilla flava) vor. Am Baggersee brütet der Haubentaucher (Podiceps cristatus).Stark vertreten sind die Artengruppen der Sandbienen und Heuschrecken.


*) Namensgeber des Gewanns war wohl Markgraf Wilhelm von Baden (1792-1859). Der Markgraf war Kommandeur der Badischen Brigade in Napoleons ''Grande Armee'', die 1812 in den Feldzug gegen Russland geschickt wurde.