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energetische Nutzung von Restabfall
Restabfallverbrennung
Restabfallverbrennungsanlage (Anlageschema)
(Element 1 von 7: Bild)
Bild: Schema eines MHKWs
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In der Entladehalle links laden die Müllfahrzeuge den Restabfall ab. Zwischengelagert wird der Abfall im Müllbunker. Über einen Kran kann die Verbrennungsanlage stetig mit Material befüllt werden. Durch den Einfülltrichter gelangt der Restabfall in den Brennraum auf dem Verbrennungsrost. Das durch die Verbrennung entstandene heiße Abgas wird durch den Kessel geleitet, in dem Wasser so stark erhitzt wird, dass Dampf entsteht. Bevor das Abgas den Kamin verlässt, wird es entstaubt und von Schadgasen gereinigt.

Am Ende des Verbrennungsrostes ist der Abfall ausgebrannt und es bleibt nur noch Schlacke übrig. Die Schlacke wird in einem Container (Schlackebehälter) aufgefangen.

Mit dem stark erhitzten Dampf wird über Turbinen mit angeschlossenem Generator Strom erzeugt. Die verbleibende Wärmeenergie im Wasser kann zu Heizwerken (z. B. Fernwärme) genutzt werden.

MHKW Ulm-Donautal

Das Müllheizkraftwerk Ulm erzeugt aus dem Abfall von acht Stadt- und Landkreisen Strom und Fernwärme. Für die Verbrennung werden keine zusätzlichen Energieträger wie Heizöl benötigt. Der Verbrennungsprozess ist selbstgängig.

Von der produzierten Gesamtenergie nutzt die Anlage bis zu 30 % selbst (jährlich 24.000.000 kWh Wärme und 15.500.000 kWh Strom). Über 70 % der produzierten Gesamtenergie können an andere Verbraucher abgeben werden. Jährlich speist das Müllheizkraftwerk das Fernwärmenetz mit ca. 141.000.000 kWh Wärme und das öffentliche Stromnetz mit ca. 38.500.000 kWh Strom. Mit der erzeugten Energie werden der jährliche Wärmebedarf von ca. 8.000 Haushalten und der jährliche Strombedarf von ca. 9.500 Einfamilienhäusern gedeckt.

mehr über das MHKW Ulm-Donautal

 
 

Restabfall wird heute nicht mehr deponiert.

 
Bild: MVA Mannheim
Müllverbrennungsanlage Mannheim
(© Autor: C. Ritter)

Die Anlage der MVV ist eine von landesweit sechs Abfallverbrennungsanlagen in Baden-Württemberg. Sie ist ein zentraler Baustein der Abfallwirtschaft des Landes.

 
Bild: Unsortierter Restabfall
Unsortierter Restabfall aus Haushalten
(© Autor: LUBW)
 
Bild: Beispiel für Nicht-Restabfall
Beispiele für Abfälle, die nicht in den Restabfall gehören.
(© LUBW, Autor: M. Gruemer)

Alte Reifen und Fahrräder gehören nicht in der Restabfall, ebenso wie große Betonfragmente und Motoren. Diese müssen separat bei Recyclinghöfen oder speziellen Sammlungen abgegeben werden.

Restabfälle aus Haushalten (Hausmüll) sind Abfälle, die über die Restabfalltonne entsorgt werden. Über die Restmülltonne werden alle Abfälle entsorgt, die nicht über andere Systeme (z. B. Biotonne, Wertstofftonne, Glascontainer usw.) gesammelt werden oder getrennt entsorgt werden müssen (z. B. Autoreifen, schadstoffhaltige Abfälle). Restabfalltonnen sind für jeden Haushalt Pflicht.

Die Deponierung von unbehandeltem Restabfall ist seit Mitte 2005 verboten. Seitdem dürfen nur noch inerte bzw. inertisierte Abfälle auf Deponien abgelagert werden. Zur Inertisierung wird der Restabfall heute vorrangig in speziell hierfür konzipierten Abfallverbrennungsanlagen (Müllheizkraftwerke) thermisch behandelt, d. h. verbrannt. Daneben ist auch eine mechanisch-biologische Behandlung des Restabfalls möglich.

In Baden-Württemberg fielen im Jahr 2014 pro Einwohner durchschnittlich 123 kg Restabfall an. Davon wurden etwa 92 % thermisch und 8 % mechanisch-biologisch behandelt. Insgesamt werden in Baden-Württemberg sechs Restabfallverbrennungsanlagen - Stuttgart, Mannheim, Böblingen, Göppingen, Ulm und Eschbach (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald) - sowie eine mechanisch-biologische Behandlungsanlage (Ringsheim, Ortenaukreis) betrieben.

Neben den Restabfällen aus Haushalten werden auch Abfälle aus Industrie und Gewerbe, sofern sie nicht stofflich verwertet werden können, in Restabfallverbrennungsanlagen verbrannt.

Auch Restabfälle werden weitestgehend verwertet. Von Abfallverbrennungsanlagen wird die bei der Verbrennung entstandene Wärme als Strom, Prozessdampf und/oder Heizwärme an Energieverbraucher abgegeben. Die bei der Verbrennung verbleibenden festen Reststoffe (Schlacke, Metalle, Stäube) werden überwiegend stofflich verwertet. Die mechanisch-biologische Behandlungsanlage in Ringsheim separiert die im Restabfall vorhandenen Materialien in stofflich und energetisch verwertbare Stoffe sowie eine zu deponierende Fraktion zur Beseitigung.