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Bioabfall

 

Bioabfälle sind natürliche Energiequellen und wichtige Mineralstofflieferanten

 
Bild: Kompostierung von Bioabfall und Grünschnitt
Kompostierung von Bioabfall und Grünschnitt
(© LUBW, Autor: M. Grümer)

Auf dem eigenen Komposthaufen oder in der Komposttonne werden Bioabfall und Grünschnitt von Organismen zersetzt. Aus Bananen-, Kartoffel- und Möhrenschalen entsteht zusammen mit Grünschnitt Kompost. Dieser enthält Stickstoff und  Mineralstoffe und kann als Dünger und zum Humuserhalt in Gärten eingesetzt werden.

 
Bild: Grünschnitt mit hohem Pflanzenanteil (2)
Grünschnitt mit hohem Gehölzanteil
(© LUBW)

Aus Bioabfällen können sowohl Biogas als auch Kompost erzeugt werden. Das gewonnene Gas steht als Energieträger zur Verfügung, Kompost dagegen wird stofflich bzw. als Dünger genutzt. Er ersetzt im Garten- und Landschaftsbau unter anderem den Einsatz von Torf, wodurch Torflagerstätten und wertvolle Moorlandschaften geschont werden. Bioabfälle sind somit ökologisch und energetisch wertvolle Ressourcen.

Zu den Bioabfällen gehören tierische und pflanzliche Abfälle, die durch Mikroorganismen, Bodenlebewesen oder Enzyme im Laufe der Zeit abgebaut werden können. Hierzu zählen Lebensmittel-, Garten-, Küchenabfälle, Baum-, Strauch- und Rasenschnitt sowie Abfälle aus Garten-, Park- und Friedhofsanlagen.

Ökologisches Potential

Das ökologische Potential der biologischen Abfälle wird heutzutage in Kompostierungs- und Vergärungsanlagen erschlossen. Das bei der Vergärung entstehende Biogas dient der Erzeugung von Strom und Wärme, z. B. in Blockheizkraftwerken. Der Gärrest kann direkt entweder als Dünger in der Landwirtschaft genutzt oder zu Kompost weiterverarbeitet werden. In Kompostierungsanlagen wird stabilisierter und hygienisierter Kompost gewonnen.

Landwirtschaft sowie Land- und Gartenbau nutzen diesen Kompost als Sekundärrohstoffdünger. Damit werden Mineralstoffe (Dünger) und organische Substanzen in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt und die Bodenqualität verbessert. Aus Vorsorgegründen und zur Minimierung von Risiken auf Grund unbekannter Schadstoffe sollten für die Kompostierung nur weitgehend unbedenkliche pflanzliche Materialien wie Gartenabfälle oder Grünschnitt verwendet werden.

Sammlung und Mengenentwicklung

Bioabfall aus Haushalten wird in Biotonnen gesammelt und im Holsystem abgefahren. 32 Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs führen eine getrennte Bioabfallentsorgung durch (Stand: 2013). In den übrigen Kreisen steht den Bürgerinnen und Bürgern bislang keine separate Biotonne zur Verfügung. Mahlgut und Grünschnitt werden landesweit auf speziellen Sammelstellen separat erfasst.

Im Jahr 2016 fielen im Mittel 49 kg Bioabfall über die Biotonne und 92 kg Grüngut pro Einwohner in Baden-Württemberg an. Bevor diese Mengen in Bioabfall-Verwertungsanlagen gelangen, ist eine Aufbereitung erforderlich. Es werden Störstoffe ausgesondert, holziges Material wird abgetrennt, gehäkselt und einer energetischen Verwertung in Biomassekraftwerken zugeführt.

In Hausgärten können bestimmte Bioabfälle (Obst- und Gemüseschalen, Rasenschnitt, Laub, aber keine gekochten Lebensmittel und kein Fleisch) selbst kompostiert werden. Dies kann über einen einfachen Komposthaufen oder zur intensiveren Kompostierung in einer speziell dafür konstruierten Komposttonne (Schnellkomposter) geschehen.