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Meckesheim, Martinskapelle
Martinskapelle, Blick auf die südliche Außenmauer
(Element 1 von 3: Bild)
Bild: Martinskapelle in Meckesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
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Durch Hangerosion bedingt steckt der Sockel der Gedenkstätte mittlerweile über 1,50 m tief im Boden. Der am Plötzenberg anstehende Lößlehmboden rutscht weiterhin ab.

Martinskapelle Meckesheim:
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Bodendenkmal Martinskapelle in Meckesheim (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Martinskirche Meckesheim
Historische Martinskapelle in Meckesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© M. Linnenbach)

Die Martinskapelle am südöstlichen Hangfuß des Plötzbergs. Bereits in fränkischer Zeit (7./ 8. Jh.) stand hier eine christliche Kirche, die St. Martinskirche Meckinesheim. Die denkmalgeschützten Außenmauern der Martinskapelle sind bedeutende Zeitzeugen der bewegten Geschichte der Kraichgaugemeinde Meckesheim.

 

 

 
Bild: Martinskapelle in Meckesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
Blick von innen durch das Eingangsportal
(© M. Linnenbach)

Im Mauerwerk der Martinskapelle zeigen sich sowohl gebrochener Muschelkalk als auch Schilfsandstein und bearbeiteter Buntsandstein (z. B. in Fenster- u. Torbögen).

Die Gemeinde Meckesheim (früher: Meckinesheim) im Kraichgauer Hügelland erstreckt sich von dem schüsselförmigen Einzugsgebiet des Rohrbächle westlich der Elsenz über die flachwelligen Lößhänge am Lobbach/ Maienbach im Nordosten. Hier am Südosthang des Plötzbergs findet sich ein bedeutendes Denkmal der Gemeinde, die Martinskapelle. Jüngere Ausgrabungen weisen darauf hin, dass im 2 Jh. die Gegend schon durch die Römer besiedelt war. Bereits in fränkischer Zeit (7./ 8. Jh.) steht hier eine Kirche, die St. Martinskirche. Im Mittelalter übernimmt sie die Funktion sowohl als Wallfahrtstätte als auch als Pfarrkirche für die umliegenden Ortschaften Mauer, Mönchzell und Zuzenhausen.

Unmittelbar um die Kirche erstreckt sich über nahezu 1.000 Jahre das frühere Friedhofsgelände von Meckesheim, bis 1817 ein neuer Friedhof in der Talaue am Spechbacher Weg entsteht. Sehr wahrscheinlich wurde die St. Martinskirche während des 30-jährigen Kriegs (1618-1648) zerstört. Nachweislich waren die Truppen der katholischen Liga unter dem Feldherrn Tilly vor Ort. Möglicherweise auch die Schweden. Bei Kriegsende 1648 liegt Meckesheim mit nur noch 100 Einwohnern größtenteils in Trümmern. Die Überreste von Langhaus, Chor und Kirchturm dienen den Überlebenden fortan als Friedhofskapelle und Gedenkstätte. Um 1900 sowie 1960 werden durch die Gemeinde umfangreiche Sicherungs- und Erhaltungsmaßnahmen vorgenommen Sie zeigen im Ergebnis den heutigen Zustand der Martinskapelle. 1997 erfolgt auch die Restaurierung der Einfriedung durch engagierte, heimatverbundene Bürger.

Die für den Bau von Kapelle und Einfriedung verwendeten Steine spiegeln sehr gut die geologische Situation der Meckesheimer Umgebung wider. So finden sich im Mauerwerk sowohl gebrochener Muschelkalk als auch Schilfsandstein und bearbeiteter Buntsandstein (z. B. für Fenster- u. Torbögen). Alle drei Gesteinsarten sind für die geografische Lage von Meckesheim landschaftstypisch. Ebenso landschaftstypisch ist die Tatsache, dass die Martinskapelle langsam im Boden verschwindet. Durch Hangerosion bedingt, steckt der Sockel der Gedenkstätte mittlerweile über 1,50 m tief im Boden. Der am Plötzenberg anstehende Lößlehm ist naturgemäß immer in Bewegung, insbesondere nach Starkregen und Schneeschmelze.

Hinweise für Besucher: Die denkmalgeschützte Anlage an der Luisenstraße am nordöstlichen Ortsausgang von Meckesheim ist ganzjährig öffentlich zugänglich (s. Kartenansicht, google.maps). Eine Infotafel an der Martinskapelle erläutert dem Besucher ausführlich Entstehung und Geschichte.