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NSG Teiche am Landgraben
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Bergstraßen-Neckar bei Weinheim
Südliche Schutzgebietsgrenze entlang des Landgrabens
(Element 1 von 7: Bild)
Bild: Bergstraßen-Neckar bei Weinheim
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Das rechte Ufer des Landgrabens ist aufgrund der morschen Pappeln (Populus nigra agg.) und der akuten Windbruchgefahr derzeit gesperrt (Aufn. Januar 2014). In den hohen Bäumen nisten zahlreiche Halsbandsittiche.

NSG Teiche am Landgraben:
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Naturschutzgebiet "Teiche am Landgraben" bei Weinheim

 
Bild: Bergstraßen-Neckar, Weinheim
Reste des Bergstraßen-Neckars bei Weinheim mit Schilfbeständen
(© M. Linnenbach)

Letzte Reste der ehemaligen Neckarschlinge in der Hertzstraße im Westen Weinheims (Aufn. 2014).

 
Bild: Rhein- und Neckarkarte 1850
Ehemalige Neckarschleifen im Bereich Großsachsen und Weinheim
(© public domain, Autor: G. Braun Verlag)

Auszug aus der historischen Landkarte alter Flussläufe von Rhein und Neckar vom 6. Jahrhundert bis 1850, von Speyer und Heidelberg bis Worms .

Das relative kleine Naturschutzgebiet (2,6 ha) liegt in der Oberrheinebene westlich der Stadt Weinheim. Es gehört zur der naturräumlichen Einheit „Südliches Neckarried", einer langgezogenen, stellenweise anmoorigen Rinne an den Grenzen der Niederung des ehemaligen Bergstraßen-Neckars. Am Ende der letzten Eiszeit floss hier der Neckar nach Norden in Richtung Bensheim (s. historische Karte). Vor ca. 8.000 Jahren gelingt dem Fluss der Durchbruch durch die Dünengebiete bei Seckenheim und Feudenheim. Erst danach ist der direkte Weg zum Rhein frei. Entlang der Bergstraße bleiben die alten Neckarschlingen zurück, die dann im Laufe der Zeit verlanden.

Im Untergrund des Schutzgebiets herrschen überwiegend schluffige bis tonige Böden mit sandig-kiesigen Füllungen vor. Die durch den hohen Grundwasserstand bedingte Bodenfeuchte wird zusätzlich durch relativ hohe Niederschläge am westlichen Rand des Odenwaldes ergänzt. Auf den Flächen stockt ein feuchter Eichen-Hainbuchen-Wald sowie stellenweise auch ein Erlenbruch-Wald. Im Unterwuchs befinden sich teilweise dichte Gebüsche. In anderen Bereichen haben sich nitrophile Saumgesellschaften entwickelt.

Die Stadt Weinheim und ihre Umgebung sind heute durch zahlreiche Nutzungen überformt. Insbesondere die Zerschneidung durch das dichte Straßennetz sowie die zunehmende Ausdehnung von Industrie- und Wohngebieten haben die Landschaft an der Bergstraße stark verändert. Zur Nutzung gehörte in den 1950er Jahren auch die Tongewinnung in der ehemaligen Neckarniederung. Auf diese Weise sind die Klärteiche entstanden. Nach Beendigung des Abbaus werden die zum Grundwasser mit einer Ton-Lehm-Schicht abgedichteten Gruben als Absetzbecken für die Kläranlage Süd genutzt. Der angrenzende Landgraben wird durch die Becken geleitet und übernimmt die Aufgabe eines Vorfluters. Bis heute besteht eine Verbindung zwischen dem Landgraben und den Klärteichen, die inzwischen nach größeren Niederschlagsmengen als Regenrückhaltebecken fungieren.

Hinweise für Besucher: Das 1987 ausgewiesene Naturschutzgebiet findet sich im Südwesten des Autobahnkreuzes Weinheim (A 5/ A 659) und ist über das Weinheimer Gewerbegebiet in der Hertzstraße bzw. Tullastraße leicht erreichbar (s. Karte des Gebiets). Das rechte Ufer des Landgrabens ist aufgrund der morschen Pappeln (Populus nigra agg.) und der akuten Windbruchgefahr derzeit gesperrt (Stand: Januar 2014). In den hohen Bäumen nisten Halsbandsittiche.