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Bodenverbrauch durch Flächeninanspruchnahme
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Kommunales Flächenmanagement in Baden-Württemberg (2/7)
Aufgabenbereiche und Förderung
Flächen gewinnen in Baden-Württemberg
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Flächenmanagement

Kommunales Flächenmanagement ist die Strategie einer Kommune, mit Fläche und Boden effizient und wirtschaftlich umzugehen.

Ziel dieser Strategie ist, den Flächenverbrauch zu reduzieren um Böden und Landschaften zu erhalten. Teilbereiche des kommunalen Flächenmanagements liegen sowohl im quantitativen Schutz des Bodens, wie:

als auch im qualitativen Schutz des Bodens, wie:

 

Bodenverbrauch durch Flächeninanspruchnahme

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Flächenverbrauch - allgemein

 
Warum ist Flächensparen so wichtig?
(© Land BW, Autor: MVI)

Die Fläche unseres Landes ist endlich. Täglich geht in Baden-Württemberg eine Fläche von rund acht Fußballfeldern verloren. Landschaften werden dabei zerschnitten, natürliche Lebensräume zerstört, wertvolle Böden versiegelt und landwirtschaftliche Nutzfläche geht verloren. Der hohe Flächenverbrauch ist nach wie vor eines der größten aktuellen Umweltprobleme. Der Film zeigt anhand von zwei fiktiven Kommunen, welche Vorteile das Flächensparen für Mensch und Umwelt hat.

 
Bild: Baustelle Autobahn A5 (Heidelberg - Karlsruhe)
Flächenverlust durch Erweiterung bestehender Verkehrswege (BAB 5)
(© LUBW, Autor: H. Hartig)
 
Bild: Grünbrücke - Strasse
Grünbrücken als Ausgleichsmaßnahme
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die trennende Wirkung von Verkehrswegen wächst mit zunehmender Breite. Einen schmalen Schotterweg vermögen viele Organismen noch leicht zu überwinden, sodass ein Austausch zwischen den Populationen weiterhin bestehen kann. Eine breite Autobahn oder Bundesstraße hingegen isoliert die Populationen im Laufe der Zeit völlig voneinander. Neben der direkten Flächeninanspruchnahme bewirken Strassen auf beiden Seiten deutliche ökologische Beeinträchtigungen in den angrenzenden Lebensräumen.

Die Verluste an Amphibien, Kleinsäugern und Vögeln haben in den letzten Jahren durch die ständige Erhöhung des Straßenverkehrs und die fortlaufende Verdichtung des Straßennetzes stark zugenommen. Insbesondere Igel, Amphibien sowie Greif- und Singvögel sind häufige Opfer (Kollisionstod). Die Erwärmung der Luft über Asphaltflächen führt gerade in den Übergangsjahreszeiten Frühjahr und Herbst zu hohen Insektendichten, und zieht damit zahlreiche insektenfressende Kleinvögel an. Der Großteil dieser Vögel zählt zu den "Niedrigfliegern". Dem Kollisionstod der Altvögel folgt der schleichende, unsichtbare Tod verwaister Nestlinge. Vogelschlag durch Strassenverkehr entspricht einer ungerichteten biologischen Auslese und kann erhebliche Populationsverluste bewirken.

Zur Lösung dieser Problematik wurden in den letzten Jahren verschiedene Schutzmaßnahmen eingeleitet:

  • Verkehrsrechtliche Anordnungen (Hinweisschilder, Strassensperrungen)
  • Dauereinrichtungen (Leitsysteme, Durchlässe, Grünbrücken)

  • KRANZ, B., JAEGER, J., ESSWEIN, H. (2002): Flächenzerschneidung in Baden-Württemberg. Neuauflage mit Zeitreihen 1930 - 1998. Kurzinformation der Akademie für Technikfolgenabschätzung in Baden-Württemberg (Selbstverlag), Stuttgart, 20 S.

    Definition

    Mit dem Begriff „Flächenverbrauch" wird allgemein die erstmalige Inanspruchnahme von Flächen für Siedlung und Verkehr bezeichnet. Flächenverbrauch erfolgt durch Nutzungsänderung vorwiegend landwirtschaftlicher Nutzfläche in Siedlungs- und Verkehrsflächen (SuV), zu der neben den baulich geprägten Siedlungsflächen im engeren Sinne (Gebäude- und Freiflächen) auch die Grün- und Erholungsflächen einschließlich der Friedhöfe sowie sämtliche Verkehrsflächen zählen (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg = StaLA BWL).

    Die Fläche selbst wird dabei im wörtlichen Sinne weder vermehrt noch verringert, so dass man auch weniger dramatisch von „Flächeninanspruchnahme" sprechen kann. Der Begriff Flächenverbrauch betont dagegen den in der Regel endgültigen Charakter der Nutzungsänderung: Nicht nur, weil Grund und Boden durch die Siedlungstätigkeit nachhaltig verändert werden, sondern auch, weil die Siedlungsflächennutzung mit einer erheblichen Bodenwertsteigerung einhergeht, auf die die Eigentümer in der Regel auch zukünftig nicht zu verzichten bereit sind (Bestandsschutz für Baulandqualität).

    Flächenverbrauch ist ein weitgefächertes Querschnittsthema, das sich auf nahezu alle Aspekte des Umweltschutzes (mit umweltrelevanten Schutzgüter) auswirkt:

    • Mit dem Flächenverbrauch geht in der Regel ein Verlust an landschaftlichem Freiraum einher, d.h. an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen ebenso wie an siedlungsnahen Erholungsflächen. Bei großflächiger Siedlungstätigkeit (z. B. Verkehrswegebau) werden nicht selten auch Wanderungskorridore beeinträchtigt oder größere zusammenhängende Freiräume zerstört, so dass der genetische Austausch zwischen einzelnen Populationen gefährdet und  langfristig die Biologische Vielfalt beeinträchtigt werden kann.
    • Mit der Siedlungstätigkeit sind regelmäßig Eingriffe in das Schutzgut Boden wie Versiegelung, Abgrabung und Aufschüttung (d.h. allgemein Bodenveränderungen) verbunden, wodurch die Funktionen der Böden im Naturhaushalt beeinträchtigt werden. Außerdem können siedlungsbedingte Schadstoffeinträge zu erhöhten Schadstoffgehalten der Böden führen.
    • Durch die zunehmende Bodenversiegelung gehen dem Wasserhaushalt Retentions- sowie Filter- und Pufferfunktionen des Bodens verloren: Dadurch verringert sich die Wasseraufnahmekapazität der Böden und die Grundwasserneubildungsrate. Die lokale Hochwassergefahr nimmt durch den beschleunigten Wasserablauf von versiegelten Flächen zu - ein Aspekt, der vor dem Hintergrund der Klimaveränderung mit prognostizierten zunehmenden Starkregenereignissen an Bedeutung gewinnen wird.
    • Unbebaute Flächen sind für angrenzende Siedlungsgebiete oft klimatisch wichtig und tragen als Kaltluftschneisen zu einem ausgeglichenen Stadtklima bei. Gehen durch Flächenverbrauch Kaltluftentstehungsgebiete verloren, sind negative Auswirkungen auf das Stadtklima und damit u.a.auf die Wohnqualität angrenzender Siedlungsbereiche zu erwarten.
    • Insbesondere in Verdichtungsräumen mit bereits hohem Siedlungsflächenanteil gehen durch weitere Siedlungstätigkeit der Landwirtschaft wertvolle, fruchtbare Böden verloren. Boden ist dabei nicht nur als Basis für den Nahrungsmittelanbau ein Wirtschaftsfaktor, sondern dient zunehmend auch der Produktion von nachwachsenden Rohstoffen insbesondere für die Energiegewinnung.