Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Baden-Württemberg
BW-Standardkarte
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Beispiel zum Thema
Entfärben von bedrucktem Papier
Papierrecycling
Flotationsvorgang beim Deinkingprozess
(Element 1 von 5: Bild)
Bild: Flotationsvorgang
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

In die Papierlösung wird Luft gepumpt. An diese Luftblasen lagern sich die Farbmoleküle an. Auf diese Weise kann Papier von Farbe gereinigt werden.

Entfärben von Altpapier (Deinking) durch Flotation

Durch Flotation wird die Druckfarbe aus dem Altpapier entfernt (Deinking). In der Pulpe (Mischung von zerfasertem Papier und Wasser) wird über Belüftungssysteme Luft eingeblasen und in der Papierlösung fein verteilt. An den aufsteigenden Luftblasen lagern sich die hydrophoben Farbpartikel an und können an der Oberfläche abgeschöpft werden. Für diesen Vorgang werden Chemikalien wie Natronlauge, Wasserglas, Wasserstoffperoxid und Tenside (Seife) benötigt. Das Peroxid verhindert außerdem eine Vergilbung der zurück gewonnenen Papierfasern im neu erzeugten Recyclingpapier. Durch die Entfernung der Druckerfarbe ist die Produktion von weißem Recyclingpapier möglich.

 

Verwertung von Abfällen

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Verwertung von Altpapier

 
Bild: Papierabfall
Altpapierfraktion vor dem Recycling
(© Autor: LUBW)

Altpapier wird nach Stoffgruppen sortiert und der Verwertungsanlage aufbereitet.

 
Bild: Papierrollen
Papierrollen für Druckereien
(© VDP e.V., Autor: Verband Deutscher Papierfabriken e.V.)

Die sortierten Altpapierfraktionen werden zu Beginn des Recyclingprozesses im Wasserbad aufgelöst. Im Stoffauflöser, einem sogenannten Pulper, wird das Altpapier unter Wasserzusatz zerfasert und von Fremdstoffen, die noch im Material enthalten sind, gereinigt. Während der nachfolgenden Vorflotationsphase (Deinking) wird die Druckerfarbe vom Papier gelöst. Bei diesem Prozess heften sich die Farbpartikel an aufsteigende Luftblasen und sammeln sich als Schaum an der Oberfläche. Im Beispiel auf der rechten Seite wird der Deinking-Prozess genauer beschrieben. Bevor der verschmutzte Schaum abgeschöpft wird, werden brauchbare Papierfasern zurückgewonnen.

Die gereinigte Fasersuspension gelangt in die Eindickung. Mit einem Scheibenfilter werden die Fasern aus der Suspension filtriert und bleiben als Faserstoff auf dem Filter zurück. Der entwässerte Stoff fällt vom Filter ab und wird im Anschluss dispergiert und chlorfrei gebleicht. Dort wird der Faserstoff erhitzt und zwischen rotierenden Zahnkränzen hindurch gedrückt und zerkleinert. Anschließend wird Bleichmittel (meist Wasserstoffperoxid) zugegeben.

Die restlichen Farbpartikel, die aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht von den Fasern getrennt werden konnten, liegen nach der Dispergierung freibeweglich im Fasermaterial vor und werden bei der Nachflotation entfernt. Das Arbeitsprinzip der Vor- und Nachflotation ist identisch. Wie nach der Vorflotation folgen auch hier eine erneute Eindickung und die Behandlung durch den Disperger mit anschließender Bleiche. Nach dieser erneuten Bleiche ist der „Papierabfall" zu frischem Fasermaterial für die Papierherstellung geworden und ist somit ein hochwertiger Sekundärrohstoff für die Papierindustrie. Durch die Entfernung der Druckerfarbe ist die Produktion von hellem bis weißem Recyclingpapier möglich. Zur Herstellung von weißem Recyclingpapier ist der Prozess allerdings sehr aufwendig. Das produzierte Altpapier kann in fast allen Bereichen der Papierherstellung als Rohstoff eingesetzt werden.

Was ist Recyclingpapier?

In Deutschland muss Recyclingpapier zu 100 % aus Altpapier bestehen. Die Bezeichnung Recyclingpapier darf daher nur ein Produkt tragen, welches ausschließlich aus wiederverwendeten Papierfasern hergestellt wurde. Beispielsweise sind alle in Deutschland produzierten Zeitungsdruckpapiere zu 100 % aus Altpapier.

Dennoch werden frische Papierfasern aus dem Rohstoff Holz gebraucht! Es gibt insgesamt rund 3000 Papiersorten, die für unterschiedliche Zwecke genutzt werden können. Spezielle Eigenschaften wie beispielsweise eine hohe Reißfestigkeit erfordern, dass frische Papierfasern mit in den Herstellungsprozess einfließen. Auch für Spezialpapiere wie Medikamentenverpackungen oder Fotopapier sind Frischfasern unumgänglich (Verband Deutscher Papierfabriken). Im Prozess des Papierrecyclings entsteht ein Faserverlust, zu kurze Fasern müssen entfernt und letztlich durch frische Papierfasern ersetzt werden. Ein Anteil an frischen Papierfasern aus Holz hält somit den Kreislauf des Papierrecyclings aufrecht.

Der Blaue Engel schützt die Ressourcen

Das Siegel „Blauer Engel" garantiert einen höchst möglichen Altpapiereinsatz im Sinne des Wald- und Ressourcenschutzes. Das Siegel legt auch strenge Kriterien beim Chemiekalieneinsatz zugrunde. Das Symbol Blauer Engel garantiert folgende Herstellungsmerkmale:

  • Das Papier besteht aus 100% Altpapier mit einem Anteil an unteren, mittleren und krafthaltigen Altpapiersorten. Für Fertigerzeugnisse ist eine Toleranz von bis zu 5 % zulässig
  • Verzicht auf den Einsatz von Chlor, optischen Aufhellern, halogenierten Bleichmitteln und anderen kritischen Chemikalien
  • Die Qualität entspricht den Anforderungen und garantiert optimale Funktionalität und Druckergebnisse
  • Eine sehr hohe Lebensdauer
  • Gebrauchstauglichkeit