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Backenbrecher
Verwertung Mineralische Baumassenabfälle
Backenbrecher für die Aufbereitung grober Baumassenabfälle
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Bild: Backenbrecher
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Im Backbrecher werden grobe mineralische Abfälle zerkleinert. Nach der Zerkleinerung können sie als Recyclingmaterial auf Baustellen oder im Landschaftsbau genutzt werden.

Backenbrecher

Backenbrecher werden zur groben Zerkleinerung von mineralischen Baumassenabfällen genutzt. Sie können stationär, aber auch als mobile Aufbereitungsanlage betrieben werden. Das Mahlgut wird durch einen Trichter in den keilförmigen Mahlraum gegeben. Durch die Bewegung der Brechbacken wird das Material zerkleinert. Erst wenn es die gewünschte Größe erreicht hat, fällt es in einen Auffangbehälter. Anschließend entfernen z. B. Magnetabscheider Eisen-Metalle.

 

Verwertung von Abfällen

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Verwertung von Baumassenabfällen

 
Bild: Zwischenlagerung der mineralischen Fraktionen
Zwischenlagerung der mineralischen Fraktionen
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Bodenaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch werden meist auf Baustellen zwischengelagert. Durch den Einsatz mobiler Aufbereitungsanlagen ist oft eine Aufbereitung Vor-Ort möglich.

 
Bild: Mobile Aufbereitungsanlage
Mobile Aufbereitungsanlage für Baumassenabfälle
(© Autor: LUBW)

Mobile Aufbereitungsanlagen trennen mineralische Baumassenabfälle in eine Fein-, Mittel- und Grobfraktion. Durch einen Metallabscheider werden Eisen-Metalle entfernt und verwertet. Die entstandenen Fraktionen können je nach Schadstoffgehalt verwertet werden.

Aus mineralischen Baumassenabfällen können Ersatzbaustoffe, sogenannte Recycling-Baustoffe zurückgewonnen und in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Damit werden erhebliche Mengen an natürlichen Ressourcen geschont, Abfallmengen reduziert und wertvoller Deponieraum eingespart. Welche Mengen an Recyclingbaustoffen zurückgewonnen werden können, hängt von der technischen Eignung der Baumassenabfälle und von den Schadstoffgehalten ab.
Die Verwertungsverfahren von Bodenaushub, Bauschutt und Straßenaufbruch unterscheiden sich wegen ihrer stofflichen Zusammensetzung. Bei allen Verwertungen müssen jedoch die Schadstoffgehalte berücksichtigt werden. Dies gilt insbesondere auch für den Einbau von mineralischen Recycling-Baustoffen und für die Verwendung von Bodenmaterialien, zum Beispiel im Landschaftsbau.

Bodenaushub

Wenn Bodenaushub, der bei Baumaßnahmen anfällt, nicht für technische Zwecke beispielsweise als Kies, Sand oder Kalkstein verwertet werden kann, setzt man ihn bevorzugt zum Massenausgleich bei der Baumaßnahme ein. So können Transportkosten gespart werden. Kulturfähiges Bodenmaterial kann jedoch auch an anderer Stelle für Bodenverbesserungen und im Landschaftsbau eingesetzt werden. Tunnelaufbruch aus Boden- und Gesteinsmaterial, das nicht technisch verwertet werden kann, wird oftmals zur Rekultivierung von Steinbrüchen, aber auch in straßenbegleitenden Lärmschutzwällen verwendet. In allen Fällen sind die Schadstoffgehalte zu beachten, für die strenge Regelungen - unter anderem zum Schutz von Böden und Grundwasser - gelten. Dies betrifft auch geogen erhöhte Schadstoffgehalte wie hohe Arsengehalte bei Bohnerz- und Opalinustonen. Bodenmaterialien können auch als Ersatzbaustoffe im Deponiebau eingesetzt oder bei Einhaltung der Schadstoffgehalte auf Bodenaushubdeponien entsorgt werden.

Bauschutt und Straßenaufbruch

Bauschutt fällt beim Abbruch von Bauwerken, Straßenaufbruch beim Rückbau und Sanierung von Straßen an. Es werden stationäre und auf großen Baustellen mit hohem Materialanfall mobile Aufbereitungsanlagen eingesetzt. In den Anlagen werden Bauschutt und Straßenaufbruch zerkleinert, sortiert und durch Sieben klassiert. Bei Bauschutt werden Störstoffe wie Holz, Kunststoff und Metalle entfernt.

Ein erheblicher Anteil des Bauschutts wird zu Recyclingbaustoffen aufbereitet. Meist sind dies Körnungen, die auch in Recycling-Beton genutzt werden können. Die Recycling-Baustoffe finden ein breites Einsatzspektrum im Straßen-, Garten- und Landschaftsbau, bei Erdbauanwendungen (zum Beispiel im Leitungsbau) und als Recycling-Beton. Recycling-Baustoffe müssen Baustoffen aus Rohstoffen gleichwertig sein, sie müssen dieselben technischen Normen erfüllen. Dies gilt natürlich auch für die jeweils zu erfüllenden Schadstoffnormen.

Ein hoher Anteil des heute anfallenden Straßenaufbruchs besteht aus Asphalt, einem Gesteinskörnungsgemisch und Bitumen. Bitumen, das aus Erdöl gewonnen wird, dient als Bindemittel. Straßenaufbruch aus Asphalt wird zu einem hohen Prozentsatz wieder für die Herstellung von Asphalt verwendet. Auch hier sind die Qualitätsanforderungen der unterschiedlichen Asphaltschichten von Bedeutung und erfordern eine besondere Beachtung bei der Gewinnung des Recyclingbaustoffs Asphaltgranulat. Bei Straßensanierungen oder -rückbau werden jedoch noch immer Asphaltdeckschichten mit einem teerhaltigen Bindemittel angetroffen. Dabei handelt es sich um ein Kohlenwasserstoffgemisch mit hohen Anteilen an schädlichen Substanzen wie polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), die seit langem grundsätzlich nicht mehr hergestellt werden. Die Schadstoffbelastung ist bei einer Entsorgung zu berücksichtigen.