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Steinbruch am Wachenberg
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Steinbruch am Wachenberg
Porphyrsteinbruch am Wachenberg, Steinbruchterrassen
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Bild: Porphyrsteinbruch am Wachenberg, Rhein-Neckar-Kreis
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An den steilen, bis zu 230 m hohen Felswänden kommt es immer wieder zu Rutschungen.

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Steinbruch am Wachenberg

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Porphyr-Steinbruch am Wachenberg bei Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Steinbruch am Wachenberg
Porphyrsteinbruch am Wachenberg bei Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Über einen Bebauungsplan versucht die Stadt Weinheim die Abbaugrenzen am Wachenberg-Steinbruch zu regeln. Die Stadt will damit vor allem das Landschaftsbild schützen. Eine Erweiterung des Abbaus ist nach dieser Planung nur in die Tiefe oder in nördlicher Richtung zulässig, aber nicht an der Kammlinie in Richtung der Wachenburg (Aufn. Aug. 2011).

 
Bild: Porphyrsteinbruch am Wachenberg
Steinbruch am Wachenberg, Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Großflächiger, extrem steiler Aufschluss eines etwa 1.000 m im Durchmesser mächtigen Vulkanschlots in der Formation des Rotliegenden (Quarzporphyr, Perm) mit vertikalen Klüften. An den Felsen finden sich ausgeprägte Fluidaltexturen = langgestreckte Einschlüsse mit Mineralien gefüllte Gasblasen.

Der Gesteinsabbau am Wachenberg bei Weinheim begann bereits um das Jahr 1928. Heute stößt der Abbau an seine Grenzen, da der Betrieb sich immer mehr der Wachenburg, dem Wahrzeichen Weinheims, nähert. Die Stadt bemüht sich seit einiger Zeit die Nutzung einzuschränken, auch um das Landschaftsbild am Wachenberg zu erhalten.

Der Steinbruch, in der geologischen Formation des Rotliegenden (Perm), grenzt unmittelbar an die Stadt Weinheim a.d. Bergstraße. Das Steinbruchgelände selbst ist im Besitz der Gemeinde Hirschberg, die Flächen aber zählen zur Gemarkung Weinheim.

Bereits die Höhe der aufgeschlossenen Wand ist beeindruckend. Über 5 steile Terrassen (sog. Bermen) verteilt, erreicht sie von der Sohle bis zur bewaldeten Bergkuppe eine Höhe von ca. 230 m. An den steilen Felswänden kommt es immer wieder zu Rutschungen. Im Zentrum der Abbruchkante steht der säulenförmige Quarzporphyr nahezu senkrecht an. Stellenweise finden sich auch Graniteinschlüsse und Lithophysen im Gestein (s. Fachliche Details des LGRB). Gut überschaubar sind die Ausmaße des Steinbruchs nur, wenn man sich dem Wachenberg aus nordwestlicher Richtung nähert. Aus anderen Perspektiven betrachtet, bestimmen die beiden Burgen, die Windeck-Ruine und die dem Steinbruch benachbarte Wachenburg, die Silhouette des auslaufenden Vorderen Odenwalds.

Der kommerzielle Porphyrabbau am Wachenberg beginnt um das Jahr 1894. Seither findet das harte, saure Gestein (hohe Anteile an SiO2) vielfach Verwendung im Straßen- und Wegebau (z. B. als Schotter- und Pflasterstein). Heute stößt der Abbau an seine Grenzen, da sich der Betrieb immer mehr der Wachenburg, dem Wahrzeichen Weinheims, nähert (s. Karte). Dies führt zu Konflikten. Die Stadt Weinheim fordert daher seit längerer Zeit für den Wachenberg Nutzungseinschränkungen - nicht zuletzt um das typische Landschaftsbild der Südlichen Bergstraße zu bewahren. Die Gemeinde Hirschberg dagegen möchte auf die Gewerbesteuer nicht verzichten. 2007 hat Weinheim das Planungsverfahren eingeleitet. Grundlegende Entscheidungen dazu sind aber noch nicht gefallen, da inzwischen das Bundesverwaltungsgericht angerufen wurde, um in dem kommunalen Rechtsstreit zu vermitteln.

Dass im Steinbruch gelegentlich gesprengt wird, sind die benachbarten Anwohner längst gewohnt. Seit dem Sommer 2013 geht es aber ruhiger zu. Nach Angaben des Leiters der Porphyrwerke Weinheim Schriesheim (PWS) verarbeitet der Betrieb in seinem Schotterwerk derzeit bereits abgebautes Material. Darunter auch das Gestein, das beim Durchstich des Schriesheimer Branichtunnels angefallen ist.

Im August 2016 kündigt die PWS an, den Gesteinsabbau am Wachenberg in zwei Jahren zu beenden. Für den Zeitraum danach planen die Porphyrwerke bereits eine Rekultivierung.

Übersicht:

1 Porphyr-Steinbruch am Wachenberg bei Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis)