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NSG Heldenberg
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NSG Heldenberg
Extensiv genutzte Mähwiese
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Bild: NSG Heldenberg (Ldkr. Göppingen)
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NSG Heldenberg:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Heldenberg (Ldkr. Göppingen)

 
Bild: NSG Heldenberg
NSG Heldenberg, Wacholderheide (Ldkr. Göppingen)
(© RP Stuttgart, Autor: E. Klotz)

Naturschutzgebiet Heldenberg auf der Mittleren Kuppenalb nordöstlich von Donzdorf. Vielfältige, ökologisch wertvolle Landschaft mit Wacholderheiden, einem Hangquellmoor, Feucht- und Trockenwiesen, Hecken und naturnahen Wäldern.

 
Bild: Kreuz-Enzian
Kreuz-Enzian (Gentiana cruciata)
(© LUBW, Autor: H.-P. Döhler)
 
Bild: NSG Heldenberg (Ldkr. Göppingen)
Auf dem Weg zum Heldenberg
(© RP Stuttgart)

Das Naturschutzgebiet Heldenberg liegt auf der Mittleren Kuppenalb nordöstlich von Donzdorf im Landkreis Göppingen (s. Karte). Nähert man sich dem Berg von Donzdorf-Winzingen oder von Lauterstein-Nenningen, fallen im unteren Teil weitläufige Wiesen und Weiden sowie steil eingekerbte Tobel auf. Auf etwa halber Höhe folgt der für die Schwäbische Alb landschaftstypische Heidegürtel. Die steilen Hanglagen sowie die Bergkuppe bedecken nahezu geschlossene, naturnahe Buchenwälder, teilweise mit Aufforstungen von Linden und Ulmen. Im Bereich der Hänge bilden Weißjurakalke den geologischen Untergrund (s.Geologie). Weiter unten stehen die Schichten des Braunen Jura an. Auf der Nordseite des Berges sind die Weißjurakalke in einem stillgelegten Steinbruch aufgeschlossen. Früher wurden hier Kalksteine für den Straßenbau gebrochen.

Beeindruckend ist die große Artenvielfalt vor Ort: Insgesamt 329 Pflanzenarten konnten hier nachgewiesen werden, darunter 63 Arten der Roten Liste Baden-Württembergs. Seit 2004 zält das 1993 ausgewiesene NSG Heldenberg zur Natura 2000-Gebietskulisse. Natura 2000 ist ein Schutzgebietsnetz der Europäischen Union, das zur Erhaltung bedeutsamer Lebensräume von Tier- und Pflanzenarten dient. Die rechtliche Grundlage dieses internationalen Schutzgebietsnetzes bilden die Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinie sowie die EG-Vogelschutzrichtlinie. Beiden Richtlinien entspricht der Heldenberg.

Der Schutz der orchideenreichen Wacholderheiden war wohl einer der Hauptgründe für die Ausweisung des Schutzgebiets. Insgesamt sind 15 Arten hier heimisch, darunter die Pyramiden-Orchis, Blasses, Kleines und Stattliches Knabenkraut, Wohlriechende Händelwurz, Fliegen- und Bienen-Ragwurz sowie der Frauenschuh. Der Bestand von mehreren hundert Exemplaren der Echten Sumpfwurz dürfte einer der größten der Schwäbischen Alb sein. Erwähnenswert ist auch der Kreuz-Enzian. Er dient der Raupe des in Baden-Württemberg stark gefährdeten Kreuzenzian-Ameisen-Bläulings als Futterpflanze. Die Raupen verbringen zehn Monate im Nest der Ameisenart Myrmica schenckii, wo sie von den Ameisen-Arbeiterinnen wie die eigene Brut gepflegt und gefüttert werden. Weitere seltene Schmetterlinge am Heldenberg sind der Argus-Bläuling und das Esparsetten-Widderchen. Auch für landesweit seltene Heuschreckenarten bietet sich hier ein Lebensraum, darunter Warzenbeißer und Feldgrille, die beide auf kurzrasige, sonnige Heideflächen und extensiv genutzte Mähwiesen angewiesen sind.

Eine weitere naturkundliche Besonderheit ist das Hangquellmoor im Norden des Heldenbergs. Hier hat sich an einem Quellaustritt in einer kleinen Talmulde eine Sumpfwiese mit seltenen Pflanzen gebildet. Die großen Bestände an Breitblättrigem Knabenkraut, Schmalblättrigem Wollgras und Davalls Segge sind für die Schwäbische Alb außergewöhnlich. Ein Großteil des Waldes am Heldenberg gehört dem Grafen von Rechberg und wird von der Gräflich Rechbergschen Forstverwaltung Donzdorf naturnah bewirtschaftet.

Hinweise für Besucher:

Besucher erreichen das Gebiet entweder von Winzingen oder von Nenningen aus (Parkplätze befinden sich am Wasserbehälter in Winzingen sowie unterhalb des Gasthofs Heldenberg in Nenningen). Von Süßen (Bahnstation) fahren Regionalbusse in die genannten Orte. Eine zwei- bis dreistündige Rundtour ergibt sich, wenn man von Winzingen dem Sträßchen am Wasserbehälter vorbei ins Naturschutzgebiet folgt. Nach einem Steilanstieg durch den Wald wird die Kuppe des Heldenbergs sichtbar. Am Waldrand folgt man dem Schotterweg nach Norden und biegt am „Tanzbödele“, einer Heide, rechts ab ins Christental. Am Hangquellmoor vorbei kommt man zum Gasthof Heldenberg und erreicht am Waldrand entlang einen niedrigen Sattel, der zur Sommerhaldenheide führt. Auf aussichtsreichem Pfad gelangt man zurück zum Aufstiegsweg. Besucher müssen berücksichtigen, dass es zum Schutz der Pflanzen- und Tierwelt verboten ist, Wege und Pfade zu verlassen.