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NSG Birkenweiher mit Ober- und Unterholzweiher
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NSG Birkenweiher mit Ober- und Unterholzweiher
Schutzgebietstafel im District Pfarrwald, Wört
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Bild: Birkenweiher mit Ober- und Unterholzweiher, Infotafel
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NSG Birkenweiher mit Ober- und Unterholzweiher:
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Übersicht

NSG Birkenweiher mit Ober- und Unterholzweiher

 

Naturschutzgebiet Birkenweiher im Rotachtal (Ostalbkreis)

 
Bild: Birkenweiher (Ostalbkreis)
Der idyllisch gelegene Birkenweiher im Herbst 2013
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)
 
Bild: NSG Birkenweiher mit Ober- und Unterholzweiher
Oberholzweiher mit ausgedehnter Verlandungszone
(© RP Stuttgart, Autor: E. Klotz)

Die ausgedehnten Verlandungszonen des Gewässers besitzen stellenweise anmoorige Böden. Nur wenige Meter in östlicher Richtung verläuft die Landesgrenze zum Freistaat Bayern.

 
Bild: Unterholzweiher, Ostalbkreis
Abgelassener Unterholzweiher (Dezember 2013)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Unterholzweiher entwässert in die Rotach.

Naturnahe Feuchtgebiete zählen bei uns zu den am meisten bedrohten Lebensräumen, denn zahlreiche Pflanzen und Tiere sind an Wasser gebunden und können nur dort überleben bzw. sich fortpflanzen. Das Naturschutzgebiet Birkenweiher befindet sich etwa zwei Kilometer östlich von Wört, nahe der Landesgrenze zu Bayern. Die Landschaft im Mittelfränkischen Becken ist von Wald- (Virigunda-Wald, früher Bannwald) und Wasserreichtum geprägt.

Das 23 ha große Schutzgebiet im Ostalbkreis besteht ingesamt aus drei Gewässern: Birkenweiher, Ober- und Unterholzweiher sowie den umliegenden Wälder und Wiesen. Der ökologische Wert der Gewässer beruht auf den großflächigen Verlandungszonen und Flachwasserbereichen mit den angrenzenden Streuwiesen.

Im Schutzgebiet und entlang der Rotach stehen die Schichten des Mittleren Keupers an. Entsprechend befindet sich der tiefer liegende Unterholzweiher im Bereich des Kieselsandsteins. Der etwas höher gelegene Oberholzweiher in der Formation des Stubensandsteins.

Eine floristische Besonderheit ist das Vorkommen des Wassernabels (Hydrocotyle vulgaris), der in der Roten Liste von Baden-Württemberg als stark gefährdet eingestuft wird. Während es im Alpenvorland von dieser Pflanze noch reiche Bestände gibt, ist sie im nördlichen Württemberg nur noch an wenigen Stellen im Weihergebiet zwischen Crailsheim und Dinkelsbühl zu finden. Als Ursachen des Rückgangs werden Düngung, Entwässerung oder Verlandung genannt. Weitere bemerkenswerte Pflanzen im Naturschutzgebiet sind Arnika, Schmalblättriges Wollgras, Sumpf- und Wald-Läusekraut sowie Breitblättriges, Kleines und Fleischrotes Knabenkraut.

Ebenso vielfältig ist die Schmetterlingsfauna. Hier leben insbesondere Arten der Feucht- und Nasswiesen sowie der Moore. Besonderheiten sind der Helle und der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, zwei Arten, die nicht nur in Baden-Württemberg, sondern europaweit gefährdet sind (FFH-Arten). An den Weihern leben seltene Libellenarten wie Speer-Azurjungfer, Gefleckte und Schwarze Heidelibelle oder Glänzende und Kleine Binsenjungfer. Dazu kommen Erdkröte, Laub- und Grasfrosch sowie zahlreiche Wasservogelarten, darunter Zwergtaucher, Teichrohrsänger, Reiherente und Blässhuhn.

Teichwirtschaft hat im Gebiet eine lange Tradition. Die Ellwanger Mönche und die Reichsstadt Dinkelsbühl legten bereits im Mittelalter zahlreiche Weiher zur Fischzucht an. Der Unterholzweiher, der kleinste der drei Weiher, existiert wohl seit 1829, die beiden anderen wurden wohl später angelegt. Der oberste Weiher, der Oberholzweiher ist ein sog. Himmelsweiher, d.h. er wird nur durch Regenwasser gespeist. Sein Abfluss gelangt in den Birkenweiher, dessen Ablauf wiederum den Unterholzweiher speist. Die Gewässer, die hauptsächlich der Zucht von Karpfen, Schleie und Hecht dienen, werden von einem Berufsfischer im Auftrag der Naturschutzverwaltung extensiv bewirtschaftet. In den Wintermonaten werden die Weiher meist abgelassen.

Hinweise für Besucher: Etwa 150 Meter nördlich der Königsroter Mühle biegt von der Straße nach Langensteinbach rechts ein Feldweg in Richtung Naturschutzgebiet ab. Hält man sich bei der nächsten Kreuzung links, erreicht man über einen Waldweg den Oberholzweiher. Folgt man an der Abzweigung dem Weg rechts gelangt man zum Birkenweiher (s. Karte). Den Unterholzweiher können Besucher von der zum Grobenhof führenden Straße gut einsehen. Zum Schutz der Weiher samt ihrer Flora und Fauna dürfen die Verlandungszonen und Nasswiesen nicht betreten werden.

Kartenansicht-Google.maps