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NSG Östringer Erlenwald
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Östringer Erlenwald
NSG Östringer Erlenwald im Kraichgau (Aufn. 2013)
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Bild: NSG Östringer Erlenwald
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Erlenbruchwälder und feuchte Wiesen im Süden von Östringen.

NSG Östringer Erlenwald:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Östringer Erlenwald, Bruchwälder und Feuchtwiesen im Kraichgau

 
Bild: Östringer Erlenwald (Ldkr. Karlsruhe)
Alte Stämme der Schwarzerle (Alnus glutinosa) im NSG Östringer Erlenwald
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Blick in den geschützten Schwarzerlen-Bruchwald (Biotoptyp 52.11, Biotopkartierung BW).

 
Bild: NSG Östringer Erlenwald, Ldkr. Karlsruhe
Juveniler Grasfrosch auf dem feuchten Waldboden
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Juveniler Grasfrosch (Rana temporaria) im Sommerlebensraum.

Das Naturschutzgebiet „Östringer Erlenwald" umfaßt einen wertvollen Ausschnitt des Kraichgaus im Landkreis Karlsruhe südwestlich der Stadt Östringen. Es schließt im Wesentlichen die zusammenhängenden feuchten und frischen Waldbereiche entlang des Schindelbachs sowie des Bössinger Walds ein. Das 1999 ausgewiesene Schutzgebiet besitzt eine Fläche von ca. 51 ha. Im Norden wird es durch die Gewerbeflächen im Gewann „Zeutener Weg" begrenzt. Im Osten zerschneidet die Kraichgauer Weinstraße zwischen Östringen und Zeutern das Naturschutzgebiet. Die beiden Teilgebiete „Kelterwäldle" und „Eschentaler Bruch" liegen dadurch östlich der Gemeindeverbindungsstraße.

Der permanent wasserführende Schindelbach ist zum Teil künstlich vertieft und bei der Unterquerung der Gemeindeverbindungsstraße auch verbaut. Er durchfließt den Östringer Erlenwald. Dort sind die tonigen Mergelböden nass, stellenweise versumpft und vor allem sehr rutschig. Als Charakteristikum der hier verlaufenden Langenbrücker Senke steht Schwarzjura (Unterjura) im Untergrund an.

Die an den Wald angrenzenden Wiesenflächen setzen sich überwiegend aus feucht-frischen Glatthaferwiesen zusammen. Kennzeichnende Pflanzenarten sind Glatthafer (Arrhenatherum elatius), Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense), Bärenklau (Heracleum sphondylium), Wolliges Honiggras (Holcus lanatus) und Kuckucks-Lichtnelke (Lychnis flos-cuculi). Lokal sind die Wiesen mit Obstbäumen bestanden. Sie werden überwiegend extensiv bewirtschaftet. Gebüsche, Hecken, Ruderalfluren und Saumgesellschaften bereichern das Landschaftsbild und bieten zusätzliche ökologische Nischen und Lebensräume.

Aufgrund der Vielgestaltigkeit der Lebenräume lassen sich zahlreiche Vogelarten mit unterschiedlichen Ansprüchen beobachten. So findet der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) in den unterholzreichen Strukturen ihren Lebensraum. Heckenbrüter, wie der gefährdete Neuntöter (Lanius collurio) brüten in den Gehölzen und Gebüschen, während die angrenzenden Freiflächen geeignete Nahrungs- und Jagdmöglichkeiten bieten. Sein Vorkommen ist als Hinweis für die hohe Strukturvielfalt des Gebietes zu werten. Der gefährdete Wendehals (Jynx torquilla, Rote Liste BW, Kategorie 2) bevorzugt die südexponierten Waldränder mit den sich anschließenden Streuobstwiesen. In diesem alten Baumbestand findet auch der Grünspecht (Picus viridis) geeignete Nisthöhlen. In der vielfältig strukturierten weitgehend offenen Feld- und Wiesenlandschaft ist die Feldlerche (Alauda aevensis) ebenso anzutreffen wie der gefährdete Feldschwirl (Locustella naevie). In den feuchten Wäldern ist neben der Sumpfmeise (Parus palustris) auch die Nachtigall (Luscinia megarhynchos), die sich auch in den feuchten Gebüschzonen aufhält, gut hörhar. Den Waldboden besiedeln Grasfrösche und Erdkröten sowie unzählige Nacktschnecken (Arioniden).