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Naturdenkmal Silzbrunnen
Das trübe Wasser des Brunnens beruht auf seinem hohen Mineraliengehalt
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Silzbrunnen bei Odenheim
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An dem angestauten Gewässer befindet sich keine nennenswerte Verlandungsvegetation.

Silzbrunnen bei Odenheim:
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Übersicht
 

Naturdenkmal Silzbrunnen bei Östringen-Odenheim, ein lohnendes Wanderziel

 
Bild: Silzbrunnen bei Odenheim, Ldkr. Karlsruhe
Silzbrunnen bei Odenheim (Ldkr. Karlsruhe)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Silzbrunnen im Kraichgauer Hügelland befindet sich in einem abgelegenen Quellwald am südlichen Hangfuß des Silzrosenbergs zwischen Östringen und Odenheim. Der Wortstamm "Silz" weist auf mineralhaltiges, trübes Wasser hin. Eine Sitzgruppe aus Buntsandsteinblöcken lädt zum Verweilen ein (Aufn. August 2013).

 
Bild: Silzbrunnen bei Odenheim (Ldkr. Karlsruhe)
Gefasster Zulauf der Quelle
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)
 
Bild: Silzbrunnen bei Odenheim (Ldkr. Karlsruhe)
Quellrinne mit Kalksinter
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)

In den vegetationsfreien Jahreszeiten Winter und zeitiges Frühjahr lassen sich die Kalksinterablagerungen der Quelle oberhalb des Silzbrunnens gut betrachten.

Der Silzbrunnen liegt in einem kraichgautypischen Quellwald nordwestlich von Odenheim, am Hangfuß des Silzrosenbergs. Oberhalb des Brunnens tritt eine ungefasste Sickerquelle in einer kleinen Talmulde unmittelbar aus dem Boden. Auf der Fließstrecke zum Brunnen hinterlässt das mineralienreiche Quellwasser Kalksinterablagerungen. Der abgeschiedene Kalk überkrustet dabei sowohl die Bodenoberfläche einschließlich der am Boden wachsenden Pflanzen, wie Moose und Gräser. Typische Moosarten kalkreicher Quellen, die die Sinterbildung unterstützen, sind das Quellmoos (Philonotis calcarea) und das Starknervmoos (Cratoneuron commutatum).

Die Wachstumsgeschwindigkeit des Kalksinters hängt dabei von folgenden Faktoren ab:

  • die gelöste Kalk-Konzentration im Wasser
  • den CO2-Gehalt im Wasser
  • die Menge des fließenden Wassers
  • die Temperatur und Luftfeuchte der Umgebung

In den vegetationsfreien Jahreszeiten wie Winter oder zeitiges Frühjahr kann man die Kalksinterablagerungen der Sickerquelle oberhalb des Silzbrunnens gut einsehen. Im Brunnen selbst erkennt man die gelösten Mineralien an der weißlichen Trübung des aufgestauten Wassers. Auch im anschließenden Bachlauf finden sich stellenweise Kalksinterbildungen sowie vereinzelte Vorkommen von Kalktuffmoosen an Gehölzen und Steinen. Nach dem Silzbrunnen ergießt sich der Bach nach Süden in das malerische Silzbachtal und mündet nach Unterquerung der L 552 auf Höhe der Odenheimer Kläranlage in den Katzbach.

Im Frühjahr ist das eingestaute Gewässer ein beliebter Laichplatz von Grasfrosch und Erkröte, die hier in dem feuchten Quellwald ganzjährig nahezu ideale Lebensbedingungen vorfinden. Im Spätsommer fliegt die Herbstmosaikjungfer zur Eiablage ein. Ihre Larven findet man im Gewässer unter Steinen und an Ästen, die ins Wasser ragen.

Hinweis für Besucher: Die Silzbrunnenanlage und die dazugehörige Sickerquelle sind seit 1988 als Flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen und damit gesetzlich geschützt. Das landschaftliche Kleinod erreicht man über Wanderwege entweder vom Katzbachtal aus (Ausgangspunkt: Kläranlage Odenheim) oder über mehrere Hohlwege, die von der Hohen Straße aus über den Silzrosenberg zu der Brunnenanlage führen (s. Karte).