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Grafenberg bei Herrenberg
Blick auf den Grafenberg im Schönbuch, Steillagen im Mittleren Keuper
(Element 1 von 5: Bild)
Bild: Rote Wand bei Kayh, (Bunte Mergel)
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Mehr als 7.000 Menschen wählten in einer online-Abstimmung des BDF (Bund Deutscher Forstleute) den Schönbuch zum Waldgebiet des Jahres 2014.

Grafenberg:
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Der Grafenberg bei Herrenberg, Naturerlebnis im Schönbuch

 
Bild: Der Grafenberg
Der Grafenberg am Schönbuchrand (Ldkr. Böblingen)
(© RP Stuttgart, Autor: Klotz)

Streuobst und Steppenheide am Schönbuchrand; kleinräumiges Mosaik von Tier- und Pflanzengesellschaften mit einer Vielzahl von seltenen und bedrohten Arten. Der Grafenberg war 1969 das erste Naturschutzgebiet im Landkreis Böblingen. Den Anlass, das Gebiet unter Schutz zu stellen, gab das Vorkommen der Ungarischen Platterbse, einer an extreme Trockenheit angepassten Steppenpflanze, von der in Deutschland bislang nur drei Standorte bekannt sind.

 

 
Bild: Rote Wand, Mittlerer Keuper
'Rote Wand' bei Herrenberg-Kayh (Ldkr. Böblingen)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Geologischer Aufschluss im Mittleren Keuper (Bunte Mergel). Aufgrund der steilen Lage ist der Hangfuß mit abgerutschtem Hangschutt aufgefüllt.

 
Bild: NSG Grafenberg, Ldkr. Böblingen
Blick auf Kayh am Schönbuchrand mit seinen Streuobstwiesen
(© KIT, Autor: T. Schlachter)

Der Naturpark Schönbuch stellt ein wichtiges Naherholungsgebiet in der Region Stuttgart dar. Bereits seit 1967 ist er als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Das 561 m hohe Grafenberg am Schönbuchrand liegt auf den Gemarkungen Mönchberg und Kayh (Stadtteile von Herrenberg). Natur und Landschaft werden hier geprägt durch die Schönbuchhangkante mit ihrem steilen Südabfall und dem Grafenberg, der quasi als Bergsporn hervortritt.

Die Höhenlage erstreckt sich von ca. 470 m bis 561 m über NN und bietet einen weiten Ausblick auf die Gäuplatten bis zum Schwarzwaldrand. Das dazugehörige, 1969 ausgewiesene Naturschutzgebiet Grafenberg liegt im Bereich des Mittleren Keupers (km), der hier gemeinsam mit dem Muschelkalk den steilen Stufenrand formt. Den Hangfuß bildet Gipskeuper (km 1). Die hieranstehenden Mergelböden sind vielfach wasserstauend. Sie werden meist als Obstwiesen genutzt. Den Oberhang - und damit auch die steileren Bereiche - nehmen die Bunten Mergel (km 3) ein. Mergelaufschlüsse sind am Mönchberger Sattel (Steigplatz) und am Gänsberg zugänglich. Die Stirn des Hanges und die Hochflächen bildet der Stubensandstein (km 4), im Gebiet bis ca. 30 m Mächtigkeit. Aus dem Stubensandstein gehen meist nährstoffarme und trockene Böden hervor. Das Gestein - teils in gröberen Blöcken, teils als bereits verwittertes Material - findet sich im Gebiet auch häufig als Hangschutt über den Bunten Mergeln (s. nebenstehende Abb. "Rote Wand bei Kayh").

Der Grafenberg liegt im Naturpark Schönbuch im Herzen Baden-Württembergs. Klimatisch ist die Umgebung durch einen verhältnismäßig langen Sommer aber gleichzeitig einen langen Winter mit geringen Niederschlagsmengen gekennzeichnet. Die frühere Nutzung der Hangflächen lagen überwiegend im Weinbau, der hier bis ins 13. Jahrhundert zurückgeht - einige Rebstöcke sind noch vorhanden - und in Obstwiesen mit einem Schwerpunkt von Kirschen und Zwetschgen, wie sie noch heute zu finden sind. Als Zeugnisse ehemaliger Beweidung finden sich „Weidetreppen", Hutebäume und Wacholder, die sich heute zumeist im Wald befinden. Für die Südhänge, mit ihren Hangneigungen bis zu 40°, in Verbindung mit den spezifischen klimatischen Verhältnissen, treten hier am Schönbuchrand, gute Lebensbedingungen für landschaftstypische Tier- und Pflanzengesellschaften auf.

Hinweise für Besucher: Als Ausgangspunkt für einen Rundgang bietet sich der Parkplatz nördlich von Herrenberg-Mönchberg an. Der Weg führt zurück nach Mönchberg, durch Salbei-Glatthafer·Wiesen, an der Kirche vorbei, über die Waldstraße zu einem leicht ansteigenden Teer- und Schotterweg. Dort entlang der südlichen Gebietsgrenze erreicht man den Sportplatz Kayh am Jägergarten. Mit einer Kehrtwende in den Wald, entlang der Nordgrenze sind die Mönchberger Sportanlagen erreichbar. Von dort sind es nur wenige Minuten bis zum Aussichtspunkt auf dem Grafenberg. Dort bietet sich ein weiter Blick hinaus in die Obere Gäue. Vom Mönchberger Sportplatz gelangt man dem Waldweg folgend nach Mönchberg wieder zum Parkplatz zurück.

Übersicht:

1 Der Grafenberg bei Herrenberg, Naturerlebnis im Schönbuch