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Lösswand Austraße im Neckartal
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Lösswand Austraße (Stuttgart-Münster)
Löss-Profil an der Austraße
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Löss ist ein klastisches Gestein, das man aufgrund seines hohen Gehalts an Quarz zu den Silitgesteinen zählt.

Lösswand Austraße im Neckartal:
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Übersicht

Lösswand Austraße im Neckartal

 

Lössaufschluss am Neckar in Stuttgart-Münster

 
Bild: Lösswand Austraße (Stadt Stuttgart)
Naturdenkmal Lösswand Austraße (Stadt Stuttgart)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die gute Standfestigkeit der Wand beruht auf der feinporigen, mikrokristallinen Struktur der Lößpartikel (Aufn. 2013).

 
Bild: Lösswand Austraße (Stuttgart-Münster)
Infotafel der Stadt Stuttgart
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Zwischen Münster und Mühlhausen, auf Höhe des Max-Eyth-Sees, hat der Urneckar eindrucksvolle Prallhänge geschaffen. Es sind die bekannten steilen Weinbergslagen des Zuckerbergs (Mühlhausener Zuckerle), des Schnarrenbergs und des Freibergs. Am Ostabfall des Schnarrenbergs, in etwa 300 Meter nach der Aubrücke findet sich eine zwischen 6 bis 8 Meter hohe, senkrechte Lösswand. Der hier unmittelbar am Neckar anstehende Löss wurde aus den abgelagerten Schotterfeldern des Nördlichen Oberrheins während der letzten Eiszeit vom Wind als feiner Gesteinsstaub ausgeblasen und bis in die Region um Stuttgart verfrachtet. Im Windschatten des Schnarrenbergs konnte sich das Material bevorzugt in dichten Paketen ablagern.

Der anstehende Löss besteht aus feinen Plättchen aus Quarz, Feldspat, Glimmer und Kalk. Sie formen das feinkörnige Gestein und halten es zusammen. Dadurch begründet sich auch die hohe Standfestigkeit dieser Steilwand. Bereits in der Jungsteinzeit nutzten Menschen diese Form des Löss zum Verputzen der geflochtenen Wände ihrer Hütten.

Nicht überall ist der Löss in so frischem Zustand wie an der Austraße zu sehen. Auf den Hochflächen Stuttgarts, z.B. auf den Fildern, verwittert er zu Lösslehm, wobei der Kalk gelöst und in tiefere Bodenschichten transportiert wird. Im Zuge der Verwitterung geht die feinporige Struktur verloren, es entstehen Tonminerale, was den Löss feucht und weniger standfest macht.

Unzählige porenartige Löcher in der Lösswand bieten Bienen, Wespen und Spinnen Unterschlupf wie Nistmöglichkeit. Größere Hohlräume können zeitweise auch von Vögeln (z.B. Eisvogel, Uferschwalbe) genutzt werden. An der Wand treten auch fossile Schneckenhäuser (sog. Löss-Schnecken) zutage. Sie sind wegen des Verlustes der farbgebenden Pigmente durchweg weiß bis hellgelb gefärbt und von daher schwer bestimmbar.

Der imposante Lössaufschluss an der Austraße wurde vor einigen Jahren von der Stadt Stuttgart als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Er ist Bestandteil des Geologischen Lehrpfads von Bad Cannstatt und Münster (hier: Station 7) und gut erreichbar. Infotafeln vorort informieren den Besucher über Entstehung und Geschichte.