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Schilfsandstein bei Eppingen-Mühlbach
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Steinbruchindustrie Eppingen-Mühlbach
Steinhauer bei bei Eppingen-Mühlbach (Aufn. 1898)
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Bild: Eppingen-Mühlbach (Ldkr. Heilbronn)
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Mit dem Ankauf der ehemaligen Eppinger Steinbruchenklave im Jahr 1881 und die damit mögliche Ausdehnung der Steinbruchflächen auf der Gemarkung Mühlbach, erfolgte dort ein deutlicher Aufschwung im Steinbruchgewerbe. Eine Lorenbahn ermöglichte den Abtransport der gebrochenen Schilfsandsteinblöcke.

Schilfsandstein bei Eppingen-Mühlbach:
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Übersicht

Schilfsandstein bei Eppingen-Mühlbach

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Steinbruchfeld im Hartwald bei Eppingen-Mühlbach

 
Bild: Schilfsandstein bei Eppingen  (Ldkr. Heilbronn)
Steinbruch bei Eppingen-Mühlbach (Ldkr. Heilbronn)
(© LUBW, Autor: M. Schöttle)

In mehreren Steinbrüchen südlich von Eppingen- Mühlbach wird seit langer Zeit Schilfsandstein abgebaut. Die hier anstehenden dickbankigen Gesteinsplatten sind für den Bau von Gebäuden und Brücken besonders geeignet. Durch moderne Abbaumethoden wird das Material über mehrere Terrassen (Bermen) abgebaut. Nicht mehr genutzte Aufschlussbereiche des Steinbruches sollten als geologisches Fenster erhalten bleiben.


ausgewählte Literatur:

WURSTER, Paul (1964): Geologie des Schilfsandsteins. - Mitt. Geol. Staats-Inst. Hamburg, Heft 33, Text, 140 S., 4 Taf.; Hamburg.

 
Bild: Steinbruch südlich von Eppingen-Mühlbach
Aufgeschlossener Schilfsandsteinbruch Eppingen-Mühlbach (Ldkr. Heilbronn)
(© LUBW ; LGRB, Autor: M. Schöttle)

Im Steinbruch Eppingen-Mühlbach wird noch in geringem Maß Schilfsandstein abgebaut. Bereits seit dem Ersten Weltkrieg ist die wirtschaftliche Entwicklung der Mühlbacher Steinbrüche rückläufig. Heute ist das Gestein z.B. für die Gebäude- und Denkmalsanierung sowie für den Landschafts- und Gartenbau wieder sehr gefragt.

An der Ochsenburger Straße (K 2149), ca. 1 km südlich von Eppingen-Mühlbach im Landkreis Heilbronn, befinden sich mehrere Steinbrüche der Natursteinwerke Mühlbach, die teilweise heute noch von mehreren traditionsreichen Unternehmen fallweise betrieben werden. Seit dem 16. Jh. wird hier der bekannte grün-gelbe Mühlbacher Schilfsandstein aus der Formation des Mittleren Keupers (km2) abgebaut. Ursprünglich ist der Ort ist aus den zwei Dörfern Ober- und Niedermühlbach entstanden. Im Jahr 1290 wurde hier ein kleines Kloster von den Wilhelmiten gegründet. Die meisten Gebäude wurden schon damals aus Schilfsandstein errichtet.

Das Gestein unter dem Hartwald steht in mehreren Lagen zoniert an. Ab 5 m Tiefe finden sich dickbankig abgelagerte Felsformationen, die nach oben hin sich in verschiedenfarbige, dünner werdende Schichten aufteilen. An den Klüften und Bruchkanten sind häufig eingelassene Strukturen (z. B. fossile Sedimentpartikel, Rippelmarken) erkennbar. Überlagert werden die Schilfsandsteinblöcke durch die Bunte-Mergel-Formation (km3). Abgeschlossen wird das Steinbruchprofil durch die kraichgautypische Lößbedeckung, die während und nach der letzten Eiszeit (Würm) aus den Schmelzwassersedimenten des Oberrheingrabens in verschiedenen Perioden als feiner Staub herangeweht wurde.

Auch in Eppingen sind zahlreiche Bauwerke sind aus diesem attraktivem Gestein entstanden. So waren um 1900 etwa 90 Prozent der männlichen erwerbsfähigen Einwohner von Mühlbach mit der Bausteingewinnung beschäftigt. Als sich nach dem 1. Weltkrieg kostengünstigere Baumaterialien (z. B. Beton) durchsetzen verliert die Steinbruchindustrie für längere Zeit ihre Bedeutung. Heute ist Schilfstandstein z. B. für die Gebäude- und Denkmalsanierung sowie für den Landschafts- und Gartenbau wieder sehr gefragt. Mehrere Betriebe (Natursteinwerke, Steinmetze) finden vorort ihr Auskommen.

Das Steinhauermuseum in Mühlbach zeigt in einem Sandsteingebäude von 1900 die Geschichte vom Aufstieg und Niedergang des Steinhauergewerbes, das im Dorf seine Spuren hinterlassen hat: So finden sich hier fast ausschließlich Sandsteinfassaden und lediglich wenige Fachwerkgebäude. Mit einem Studio für Wechselausstellungen bildet das Museum den Ausgangspunkt für die Aktivitäten des Mühlbacher Heimatvereins.

Übersicht:

1 Steinbruchfeld im Hartwald bei Eppingen-Mühlbach