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Geologischer Lehrpfad an der A 96 bei Wangen
Erratische Blöcke aus der Alpenregion, Rastplatz Ettensweiler
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Bild: Geologischer Lehrpfad an der A 96 bei Wangen
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20 verschiedene alpine Gesteine, die während der Eiszeit in den Raum Wangen transportiert wurden, werden auf der Anlage des Parkplatzes Ettensweiler an der A 96 präsentiert. Zur besseren Anschauung können die Rasenflächen betreten werden.

Geologischer Lehrpfad A 96:
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Übersicht

Geologischer Lehrpfad A 96

 

Eiszeitrelikte an der Autobahn 96 bei Wangen-West

 
Bild: Findlingslehrpfad an der A 96 bei Wangen-West
Findlingslehrpfad an der A 96 bei Wangen-West (Ldkr. Ravensburg)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Erratische Felsblöcke (sog. Findlinge) aus den Alpen an der A 96 bei Wangen-West (Ldkr. Ravensburg). Die tonnenschweren Findlinge wurden vorort beim Bau der A 96 geborgen.

 
Bild: Geologischer Lehrpfad an der A 96 bei Wangen
Rastplatz Ettensweiler, Infotafel
(© KIT, Autor: T. Schlachter)

Die Autobahntrasse der A 96 liegt exakt in Richtung des damaligen Eisstroms. Sie nimmt zwischen Leutkirch und Memmingen den Weg der nach Nordosten abgeflossenen Schmelzwässer des Gletschers.

Von Memmingen kommend verläuft die A 96 zwischen Leutkirch (Ldkr. Ravensburg) und der bayerischen Landesgrenze durch das Oberschwäbische Hügelland des württembergischen Allgäus. Die Landschaft entstand in dem bis zu 2 Mio Jahren zurückreichenden Eiszeitalter (Pleistozän), als zu verschiedenen Eiszeitepochen (Günz, Mindel, Riss und Würm) die Gletscher bis weit in das Alpenvorland vordrangen. Hierbei wurden Sand, Geröll und Felsblöcke in Grund- und Mittelmoränen bis über 200 km transportiert und beim Schmelzen des Eises abgelagert. Die entsprechenden Ablagerungsformen wie Rand- oder Endmoränen sind heute noch deutlich im Gelände erkennbar. An einigen Stellen haben die Gletscher auch Kies und Sand hinterlassen. Die heutige Autobahntrasse der A 96 liegt exakt in Richtung des damaligen Eisstroms.

Die auf den Rastplätzen Ettenweiler und Humbrechts aufgestellten Findlinge wurden beim Bau der Autobahn von 1987 bis 1989 in einer Grundmoräne des Rheingletschers zwischen der Oberen und Unteren Argen geborgen. Schwere Baumaschinen machten es möglich, die freigelegten Felsblöcke auf den beiden Rastplätzen zu sammeln und je nach ihrer Herkunft gesteinskundlich zu katalogisieren. Die meisten Findlinge stammen aus der Alpenregion zwischen Bregenz und Chur sowie aus dem Kristallin der Silvretta. Je nach Intensität und Geschwindigkeit der Gletscherströmung benötigten die tonnenschweren Felsen für ihren Transport nach Wangen zwischen 100 bis 300 Jahre.

Die vom Regierungspräsidium Tübingen gestalteten Parkplätze laden den Besucher zu einer informativen Zeitreise in die Eiszeit ein. Das Schlendern durch die vorbildlich gepflegten Findlingsgärten ist erholsam und sorgt letztendlich für eine entspannte Weiterfahrt auf der A 96, mit dem Bewusstsein den Pfaden der fließenden Eismassen der ehemaligen Gletscher zu folgen.