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NSG Unteres Schwarzbachtal
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Unteres Schwarzbachtal
Schwarzbachaue mit Schutzgebietstafel
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Bild: Unteres Schwarzbachtal, Infotafel
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NSG Unteres Schwarzbachtal:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Unteres Schwarzbachtal (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: NSG Unteres Schwarzbachtal (Rhein-Neckar-Kreis)
Mäandrierender, unverbauter Lauf des Schwarzbachs (Aufn. 2013)
(© M. Linnenbach)

Auf seiner Fließstrecke tangiert der  Schwarzbach die Gemarkungen von Meckesheim, Zuzenhausen sowie Eschelbronn. Das weitestgehend natürliche Gewässerbett trägt wesentlich zur Schutzwürdigkeit des Gebietes bei, denn nicht begradigte Flußläufe mit unbefestigten Ufern sind im Kraichgau inzwischen selten.

 
Bild: NSG Unteres Schwarzbachtal, Kraichgau
Schwarzbach in Höhe von Meckesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© M. Linnenbach)

Nach den verheerenden Überflutungen im Dezember 1993 und Juni 1994 im Einzugsbereich Elsenz-Schwarzbach mit einer Schadensbilanz von rund 150 Millionen Euro haben sich die betroffenen Gemeinden zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Unter Vorsitz des Regierungspräsidiums Karlsruhe empfahl die Arbeitsgruppe, Maßnahmen für einen 100-jährlichen Hochwasserschutz durchzuführen. Zur Umsetzung dieses Programms haben die Gemeinden am 22.07.1997 den Zweckverband Hochwasserschutz Einzugsbereich Elsenz-Schwarzbach gegründet.

Das 1997 ausgewiesene Naturschutzgebiet „Unteres Schwarzbachtal“ im Kraichgau, umfasst auf etwa 42 ha den Unterlauf des Schwarzbachs mit seinen Galeriewäldern südlich der Eschelbronner Straße. Im Nordwesten sind Teile der Hanglagen des Blösenbergs mit in die Schutzgebietskulisse integriert (s. Karte). Auf seiner Fließstrecke tangiert das Gewässer die Gemarkungen Meckesheim, Zuzenhausen sowie Eschelbronn. Im Westen und im Süden lagern unter der Lößdecke Schichten des Mittleren Keupers und des Unteren Muschelkalks. Im Gewann „Ober dem Schwarzig“ bedeckt ein dichtes Mosaik aus Schlehen- und Hartriegel-Gebüschen, Brombeergestrüppen, mehr oder weniger trockenheitsbestimmten Wiesenflächen und Sukzessionswald, die ehemals als Weinberg und Obstwiese genutzte, südostexponierte Talflanke des Schwarzbachs. Die Waldrebe (Clematis vitalba) überzieht hier die Gebüsche mit einem dichten Schleier und trägt so zu einem undurchdringlichen Dickicht bei, das von individuenreichen Singvogelpopulationen (z. B. Meisen, Dorngrasmücken) besiedelt wird.

Wertgebende Landschaftsstrukturen und Lebensräume sind der weitgehend natürliche, von einer durchgehenden Gehölzgalerie begleitete Bachlauf sowie die von der Hochwasserdynamik geprägten Steilufer. Im Gewann „Untere Wässerung“ stockt ein artenreicher und standortgemäßer Eichen-Hainbuchenwald. Flächendeckend finden sich hier Waldmeister, Buschwindröschen und Bingelkraut (Galium odoratum, Anemone nemorosa, Mercurialis perennis) und als Besonderheit die Orchideenart Weißes Waldvöglein (Cephalanthera damasonium), s. Bildergalerie.

Gefährdet ist das Gebiet durch die generell ungünstige Entwicklung der Auen, die sich hier durch Bodenaufschüttung, Entwässerung und Wiesenumbruch bemerkbar macht. Die jüngsten Hochwässer des Schwarzbachs haben stellenweise zu starken Ufereinbrüchen sowie zur Unterspülung und Gefährdung des noch verbliebenen Galeriewaldes geführt.Die vermehrten durch den Klimawandel bedingten Starkregenfälle werden dieses Problem wohl weiter verschärfen.

Hinweise für Besucher: Der naturnahe Bachlauf mit seinem geschlossenen Galeriewald ist schwer zugänglich. Gute Einblicke in das Schutzgebiet sind von der Eschelbronner Straße aus nur während der Wintermonate sowie im Frühjahr möglich. Ordnungsgemäße Fischerei am Unteren Schwarzbach ist weitgehend zugelassen. Die Flächen nordöstlich von Elsenz und Schwarzbach sind Teil des Naturparks Neckartal-Odenwald.