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NSG Mauermer und Bammentaler Elsenztal
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NSG Mauermer und Bammentaler Elsenztal
Blick auf die Ölwiesen
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Bild: Mauermer und Bammentaler Elsenztal, Ölwiesen
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NSG Mauermer und Bammentaler Elsenztal:
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Übersicht

NSG Mauermer und Bammentaler Elsenztal

 

Naturschutzgebiet Mauermer und Bammentaler Elsenztal, von Reilsheim bis Mauer

 
Bild: Trockental des Neckars
Blick auf das NSG Mauermer und Bammentaler Elsenztal (Rhein-Neckar-Kreis)
(© M. Linnenbach)

Das weitläufige Neckartal zwischen Bammental-Reilsheim und Mauer ist eine überregional bedeutende Landschaft (Aufn. April 2013).

 
Bild: Ehemalige Neckarschleifen bei Mauer
Ehemalige Neckarschleifen bei Mauer und Bammental
(© Statistisches Landesamt BW, Autor: Beckmann)

Mit der Anhebung des Hollmut-Höhenrückens nahe Neckargemünd wurde der Urneckar durch Bewegungen der Erdkruste gegen Ende des Tertiärzeitalters nach Süden abgedrängt. Nach einer weiteren Anhebung des Odenwaldes und gleichzeitigen Absinken des Kraichgaus verlängerte sich der Neckarverlauf weiter südlich bis nach Mauer. In einer späteren Kaltzeitperiode der Eiszeit musste der Neckar seinen Lauf wegen Aufschotterung wieder rückwärts verlegen und schaffte dann auch den Durchbruch bei Neckargemünd zum heutigen Verlauf.

Das vielgestaltige Naturschutzgebiet umfasst auf einer Gesamtfläche von 163 ha mehrere repräsentative Ausschnitte des weiträumigen Wiesentals der Elsenz zwischen den namensgebenden Ortschaften Bammental und Mauer im Rhein-Neckar-Kreis. Ursprünglich wurde das Tal vom Neckar geschaffen, der hier im Pleistozän in weiten Schlingen umfangreiche Sand- und Kiesablagerungen hinterlassen hat (s. Abbildung). Am Westrand des breiten Tals bei Bammental-Reilsheim ist der steile Prallhang der einstigen Neckarschlinge noch deutlich im Geländerelief erkennbar. Heute folgt dem Hang zum Teil die K 4160 bzw. die Reilsheimer Straße (s. Karte).

Die aus 5 Teilgebieten bestehende Schutzgebietsfläche liegt im Übergangsbereich von Odenwald und Kraichgau. Im Nordwesten hat sie noch Anteil an der Südostabdachung des Königstuhls, die weitgehend aus Oberem Buntsandstein besteht. Von Norden grenzt der langezogene Hollmutrücken, ehemals ein Umlaufberg des Neckars, in die Gemarkung Bammentals herein. Östlich der Elsenzaue erheben sich aus pleistozänen Neckarschottern aufgebaute Hügel, die mit Löß überzogen sind. Ohne den Einfluss des Menschen wäre die Landschaft heute vollständig bewaldet.

Die Halbtrockenrasen an der heutigen Verbindungsstraße K 4160 (Gauangelloch-Reilsheim) gehören zu den blütenpflanzenreichsten Lebensräumen des Schutzgebiets. Sie sind charakterisiert durch Zittergras (Briza media) und Aufrechte Trespe (Bromus erectus). Größere Bestände von Hochstauden, Seggen und Schilfröhricht finden sich im Unterhangbereich der westlichen Talflanke (Gemarkung Bruch) sowie in der Aue am Rande von Gräben und Senken (s. Flora).

Weitere wertvolle Lebensräume und Landschaftselemente sind der naturnahe Flußlauf und Galeriewald der Elsenz, die ausgedehnten Auewiesen, in die ein Erlenbruchwald, Weidengebüsche, Seggenrieder und Schilfröhrichte eingebettet sind sowie die großflächigen Streuobstwiesen der Talflanken. Kernstück ist die Talweitung zwischen Mauer im Süden und dem Bammentaler Ortsteil Reilsheim im Norden. Das Querprofil der Aue läßt im Westen eine Randsenke erkennen. Zahlreiche Flutmulden sind durch die häufigen Hochwassereignisse entstanden und regulieren heute noch die Wasserverteilung der Auenlandschaft.

Die vorhandenen, z. T. seltenen Tier- und Pflanzenarten belegen die ökologische Funktionalität des Gebietes und seine Schutzwürdigkeit. Ebenfalls schutzwürdig ist die hydrologische Funktion der Aue und das harmonische Landschaftsbild des Wiesentals. Die Schutzbedürftigkeit wird begründet mit der regionalen Seltenheit, der Empfindlichkeit und ungünstigen Entwicklungstendenz der Biotoptypen und dem Gefährdungsgrad der nachgewiesenen Tier- und Pflanzenarten.

Auf der Gemarkung Mauer sind darüber hinaus die Wiesenflächen der Gewanne „Petersberg" und „Brunnenwiesen" Bestandteil des Schutzgebietes. Hier ist die zur Gemeinde Meckesheim gehörende Wiese im Gewann „Mauerer Straße" nördlich der Kläranlage ebenfalls ins Schutzgebiet integriert; die südliche Elsenzquerung der B 45 ist damit Südgrenze.

Das Elsenztal ist ein vom Menschen stark geprägter und intensiv genutzter Landschaftsraum. Siedlungsbau, Freizeitverhalten und Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung haben deutliche Spuren hinterlassen. Trotz der Unterschutzstellung im Jahr 1998 können ungesteuerte Entwicklungen die Restflächen der Aue und die Streuobstflächen der Talflanken beeinträchtigen. Aufschüttung, Entwässerung sowie Umwandlung von Wiesenflächen in Kleegras-Kulturen oder Ackerland verändern die ökologischen und hydrologischen Funktionen der Aue erheblich. Werden Streuobstwiesen nicht mehr gepflegt, droht den Wiesen das Überwuchern durch Brombeergestrüppe und Gehölze.

Hinweise für Besucher: Es ist verboten die befestigten Wege in der Kernzone des Schutzgebiets zu verlassen sowie das Gebiet außerhalb befestigter Wege zu befahren. Zulässig sind Fahrräder auf Wegen über zwei Meter Breite. Mehrere Radwanderwege führen von Neckargemünd über Wiesenbach nach Bammental wie auch durch das Elsenztal bis nach Sinsheim. Reiten ist nur auf ausgewiesenen Wegen erlaubt.