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Mergelgrube Kotzenloch, Stuttgart
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Mergelgrube Kotzenloch
Mergelgrube Kotzenloch, Infotafel
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Mergelgrube Kotzenloch, Stuttgart:
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Mergelgrube Kotzenloch, Stuttgart

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Ehemalige Mergelgrube Kotzenloch am Lemberg bei Stuttgart-Feuerbach

 
Bild: Mergelgrube Kotzenloch (Stadt Stuttgart)
Geologischer Aufschluss an der Mergelgrube Kotzenloch (Aufn. 2013)
(© LUBW)
 
Bild: Mergelgrube Kotzenloch, Stuttgart
Feuerbacher Höhenweg am Kotzenloch
(© M. Linnenbach)

Die aufgelassene Mergelgrube Kotzenloch befindet sich auf der Gemarkung Feuerbach am West-Sporn (Horn 384 ü. N. N)) des in Ost-West Richtung verlaufenden Lembergs. Die kesselförmige Grube wurde einst von Weingärtnern aus der Umgebung von Feuerbach und Weilimdorf genutzt. In der ehemaligen Abbaustätte tritt ein markantes Böschungsprofil des Mittleren Keupers zu Tage. Der Aufschluss, der an der Oberkante eine schmale Schilfsandsteindecke trägt, zeigt mehrere Meter mächtige Bunte Mergelschichten (bestehend aus Estherien = fossile Muschelkrebse aus der Klasse der Conchostraca), die sich aus sich roten und grünen tonigen Lagen mit zwischengelagerten Dolomitbänken zusammensetzen. Ihren Namen verdanken die Kleinkrebse ihrer zweiteiligen Schale, die sie vor dem Austrocknen schützt, und phaenologisch (äußerlich) an eine Muschel erinnert.

Das anstehende Gestein entstand vor etwa 215 Mio. Jahren durch Meeresablagerungen. Seine auffällig gefärbte Schichtung wird durch eisenhaltige Verbindungen hervorgerufen. Rote und violett gefärbte Lagen sind auf das im Gestein vorhandene, fein verteilte 3-wertige Eisenoxid (Fe2O3) zurückzuführen. Grüne Lagen basieren auf reduzierten Eisenverbindungen.

Bunte Mergel werden im traditionellen Weinbau gerne als Dünger verwendet. Die mineralreichen Mergel werten die Qualtität der Weinbergsböden sowie das Aroma der Trauben deutlich auf. Nicht ohne Grund wachsen in unmittelbarer Nachbarschaft die bekannten Rotweinsorten Lemberger und Trollinger. Seit langer Zeit ist der Weinbau in Stuttgart-Feuerbach ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Im Jahr 1850 erreichten die Rebflächen mit 143 ha ihre größte Ausdehnung. Heute gibt es noch rund 14 ha auf der Feuerbacher Gemarkung.

Die stillgelegte Mergelgrube am Lemberg ist sowohl in das Landschaftsschutzgebiet Glemswald als auch in die Naturschutzgebietsfläche Greutterwald eingebunden. Die Grube steht damit als sog. "geologisches Fenster in die Erdgeschichte" unter Schutz. Am Kotzenloch, das bis Anfang des 19. Jh. auch als Fossenloch bezeichnet wurde, trieben der Überlieferung nach einst böse Geister ihr Unwesen.

Hinweise für Besucher: Das Kotzenloch im NSG Greutterwald ist über den beliebten Feuerbacher Höhenweg gut, aber nicht barrierefrei erreichbar. In der Vegetationsperiode ist die Sicht auf das Geotop durch Bäume und Stäucher eingeschränkt.

Übersicht:

1 Ehemalige Mergelgrube Kotzenloch am Lemberg bei Stuttgart-Feuerbach