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Steinbruch am Stifterhof Odenheim
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Steinbruch am Stifterhof Odenheim
Steinbruch am Stifterhof Odenheim
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Bild: Steinbruch am Stifterhof Odenheim
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Ehemalige Abbaustätte von Schilfsandstein. Rechts im Bild zeigen sich Verwitterungs- und Kontaktzonen zur quartären Lössdecke (Aufn. 2012).

Steinbruch am Stifterhof Odenheim:
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Steinbruch am Stifterhof Odenheim

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Aufgelassener Steinbruch am Stifterhof Odenheim (Ldkr. Karlsruhe)

 
Bild: Steinbruch am Stifterhof Odenheim, Ldkr. Karlsruhe
Aufgelassener Steinbruch am Stifterhof Odenheim
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)

Gebankte Schilfsandstein-Formation des Mittleren Keupers im Gewann Steinacker.

 
Bild: Stifterhof Odenheim, Klosteranlage
Stifterhof Odenheim, gegr. als Kloster Wigoldesberg , heute Hofgut des LTZ *
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die ersten Hinweise auf die Gründung des Benediktinerklosters Wigoldesberg gehen auf das Jahr 1108 zurück. Um das Jahr 1200 soll hier die eine handschriftliche Kopie der Nibelungensage entstanden sein, die die Waldquelle bei Odenheim als Tatort für die Ermordung des Ritters Siegfried von Xanten erwähnt. Im Jahre 1496 wird das Kloster in ein weltliches, freiadliges Ritterstift umgewandelt, das 1525 während der Bauernkriege zerstört wird. 1802/03 fallen die Besitztümer im Zuge der Säkularisation zunächst an die Markgrafschaft Baden, danach 1806 an das Großherzogtum Baden. Klosterkirche und Kapelle werden abgetragen. Material und Gestein nutzt man für den Siedlungsbau in Odenheim. Heute sind noch ein landwirtschaftliches Hofgut mit Stallungen sowie zwei Wehrtürme von der ehemaligen Klosteranlage existent (Aufn. Oktober 2012).


* LTZ = Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg, Neßlerstraße 23 - 31 in 76227 Karlsruhe - Augustenberg.

Der stillgelegte Steinbruch nordöstlich von Östringen-Odenheim, nahe der K 3517, erschließt eine mächtige Folge in der Schilfsandstein-Formation des Mittleren Keuper. Schilfsandstein entstand vor ca. 225 Millionen Jahren aus sandigem Verwitterungsschutt, den große, miteinander verflochtene Flüsse aus Richtung Norden nach Südwestdeutschland transportierten. Die sandgefüllten Flussrinnen wurden im Laufe der Jahrmillionen zu mächtigen Sandsteinbänken verfestigt. Der Name des Gesteins rührt von den Abdrücken fossiler Schachtelhalme im Gestein, die früher irrtümlich als Schilfhalme angesprochen wurden.

Hier im Kraichgauer Hügelland, unterhalb der Gemarkung Steinacker, wurde offensichtlich über einen längeren Zeitraum der hellbraune bis rötlich gefärbte Schilfsandstein in meterdicken Bänken abgebaut. Es ist anzunehmen, dass die Gebäude und Wehranlagen des benachbarten ehemaligen Benediktinerklosters, bzw. dem heutigen Stifterhof Odenheim, mit diesen Steinen errichtet wurden. Berichten zufolge beruht auch das Fundament der Letzenberger Wallfahrtskirche bei Malsch aus diesem Gestein.

An der Abbruchkante sind stellenweise Rinnenstrukturen und Strömungsrippeln aus der Epoche der Ablagerung zu erkennen. Auf der rechten Seite der Abbruchwand finden sich Übergangsbereiche und Kontaktzonen zum Löss, der im Quartär über den Keuperformationen abgelagert wurde. In den oberen Gesteinszonen durchbohren Bäume und Gehölze mit ihrem Wurzelgeflecht den Schilfsandstein und tragen somit zu Verwitterung der Gesteinsoberflächen bei.

Der aufgelassene Steinbruch vermittelt gute Einblicke in die geologische Entstehungsgeschichte des Kraichgau. Sein Erhalt als geologisches Fenster (Naturdenkmal) wäre empfehlenswert. Darüber hinaus vermutet man im Gewann Steinacker beim Stifterhof  eine jungsteinzeitliche Anlage. Als Beleg dafür liegen wohl luftbildarchäologische Aufnahmen vor.

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1 Aufgelassener Steinbruch am Stifterhof Odenheim (Ldkr. Karlsruhe)