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NSG Apfelberg (Östringen)
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NSG Apfelberg
Blick vom NSG Apfelberg in Richtung Gänsberg
(Element 1 von 37: Bild)
Bild: Apfelberg1
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NSG Apfelberg (Östringen):
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Apfelberg - von Wein und Obst geprägt

 
Bild: NSG Apfelberg, Ldkr. Karlsruhe
Naturschutzgebiet Apfelberg bei Östringen-Tiefenbach
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Das Naturschutzgebiet Apfelberg liegt bei Östringen-Tiefenbach im Landkreis Karlsruhe. Landschaftsprägend ist die steile, südexponierte, kuppenförmige Hangzone entlang des Hainbachtales. Die Flächen vermitteln ein vielfältiges Mosaik an Lebensräumen, das sich aus Halbtrockenrasen mit Gehölzinseln, Stufenrainen, verwilderten Weinbergen und naturnahen Streuobstwiesen zusammensetzt (Aufn. 2012).

 
Bild: NSG Apfelberg, Imkerhütte
Blick in Richtung Menzingen
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Blick vom Apfelberg in südlicher Richtung, links am Weg die Imker-Hütte.

 
Bild: NSG Apfelberg, Geologie, Geotop
Geologischer Aufschluss im NSG Apfelberg
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Erkennbar sind graue Estherienschichten sowie Sandsteine der Schilfsandstein-Formation (Mittlerer Keuper, Stufe 2). Durch die Unterschutzstellung des NSG Apfelberg ist der geologische Aufschluss automatisch mit geschützt. Leider verbuscht das Geotop in letzter Zeit zusehends.

Das Naturschutzgebiet „Apfelberg" bei Östringen-Tiefenbach liegt im Herzen des Kraichgaus. Das geschützte Areal von insgesamt 21 ha umfaßt die Gewanne „Apfelberg", „Fasnachtsklinge", „Geißacker", „Schelmenklinge" und „Viehtrieb". Landschaftsprägend ist die steile, südexponierte, kuppenförmige Hangzone entlang des Hainbachtals. Die Flächen vermitteln ein vielfältiges Mosaik an Lebensräumen, das sich aus Halbtrockenrasen mit Gehölzinseln, Stufenrainen, verwilderten Weinbergen und naturnahen Streuobstwiesen zusammensetzt. Die unmittelbar angrenzenden Bereiche werden durch Weinberge und Äcker sowie durch die weitläufige Golfanlage des Baden Golf & Country Club Tiefenbach geprägt.

Im Gebiet stehen Bunte Mergel mit Gipsresten und Schilfsandstein an. Sie gehören zur Formation des Mittleren Keuper. Am Hangfuß des Stößers findet sich an einer Wegböschung ein Aufschluss, der einen guten Einblick in die Geologie vor Ort gewährt.

Die kargen, steilen Hänge werden - wenn überhaupt - schon seit längerer Zeit nur noch auf kleinen Parzellen landwirtschaftlich genutzt. Die Gewanne "Geißacker" und "Viehtrieb" weisen dabei noch auf ihre ursprüngliche Nutzung hin. Generell dürfen die Wiesen im Schutzgebiet erst nach dem 15. Juni gemäht werden.

Das 1998 ausgewiesene Naturschutzgebiet beheimatet seltene Pflanzen wie Bocks-Riemenzunge, Bienen-Ragwurz, Wiesen-Gelbstern, Kleine Wiesenraute, Zimterdbeere, Hügel-Vergißmeinnicht sowie die schonungsbedürftige Büschelnelke, die Golddistel (syn. Gemeine Eberwurz) und der Krainer Thymian. Die vielfältige Krautschicht bietet auch Lebensraum und Nahrungsgrundlage für viele Schmetterlinge, wie z.B. dem Rostfarbigen Dickkopffalter, dem Schwalbenschwanz und dem Veränderlichen Widderchen. Als Brutvögel finden sich Grauammer, Wendehals, Neuntöter, Pirol, Stieglitz, Rebhuhn, Wespenbussard, Turteltaube und Dorngrasmücke. Im NSG sind auch Schlingnatter und Zauneidechse anzutreffen. Vor Ort hat sich ein Imker mit seinen Bienenstöcken etabliert. Die Honigbienen sorgen für eine gesicherte Bestäubung der Bäume und Feldgehölze.

Hinweis für Besucher: Die Flächen des NSG Apfelberg liegen in ca. 600 m Entfernung südlich hinter dem Ortsende von Tiefenbach, links und rechts der Menzinger Straße zwischen Tiefenbach und Menzingen. Das Gebiet um die Golfanlage ist zu Fuß oder mit dem Rad gut erreichbar (s. Karte).