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NSG Gewann Frankreich-Wiesental
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NSG Gewann Frankreich-Wiesental
Bahntrasse und Fernmeldeturm Waghäusel-Wiesental an der B 36
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Bild: Frankreich-Wiesental, Ldkr. Karlsruhe, Fernmeldeturm
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Angrenzend an das Naturschutzgebiet Gewann Frankreich-Wiesental steht seit 1969 ein 131 Meter hoher Fernmeldeturm (Typenturm vom Typ FMT 6) der Deutschen Telekom in Stahlbetonbauweise.

NSG Gewann Frankreich-Wiesental:
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NSG Gewann Frankreich-Wiesental

 

Naturschutzgebiet Gewann Frankreich-Wiesental (Ldkr. Karlsruhe)

 
Bild: NSG Gewann Frankreich-Wiesental
Naturschutzgebiet Gewann Frankreich-Wiesental (Ldkr. Karlsruhe)
(© M. Linnenbach)

Durch Kies- und Sandabbau entstandene Sand- und Trockenrasenflächen auf der Niederterrasse des Oberrheingrabens. In den Grubensohlen haben sich Feuchtgebiete entwickelt. Das 1988 ausgewiesene Naturschutzgebiet hat eine Größe von rund 58 ha (Aufn. September 2012).

 
Bild: NSG Gewann Frankreich-Wiesental (Ldkr. Karlsruhe)
Stillgewässer westlich der B 36
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Dichte Röhrichtsäume und Weidengehölze umgeben die Wasserfläche. In der Röhrichtzone brütet der Teichrohrsänger. Das flache Stillgewässer ist bevorzugter Laichplatz von Erdkröte, Kamm- und Teichmolch.

 
Bild: Graugänse, NSG Gewann Frankreich-Wiesental
Stillgewässer mit Graugänsen (Aufn. März 2015)
(© M. Linnenbach)

Etwa 30 km nördlich von Karlsruhe, zwischen Philippsburg und Waghäusel-Wiesental, liegt das Gewann Frankreich-Wiesental. Auf engstem Raum bietet sich hier ein breites Spektrum verschiedenartigster Lebensräume. Sowohl offene, extrem trockene als auch feuchte, zum Teil bewaldete Standorte liegen dicht beieinander. Bis zu 80 cm mächtige eiszeitliche Flugsande bedecken hier den kiesigen Untergrund. Trotz karger Böden setzen ab dem 13. Jh erste Versuche der landwirtschaftlichen Nutzung in Form von Beweidung (Viehtrieb) und Brennholzgewinnung ein. Die schonende Bewirtschaftung geht im 19 Jh. mit dem Aufkommen der Sonderkulturen wie Tabak und Spargel zu Ende.

Im rohstoffhungrigen Nachkriegsdeutschland beginnt 1963 auf der Gemarkung Wiesental ein intensiver Abbau von Sand, später auch Kies. Obwohl nur die Trockenbaggerung zulässig war, wird bei den Abgrabungsarbeiten an zwei Stellen der Grundwasserhorizont angeschnitten. Infolge entstehen inmitten der ursprünglich trockenen Umgebung flache Stillgewässer, die bis heute meist ganzjährig Wasser führen. 1978 stellt man den Abbau ein. Zu diesem Zeitpunkt liegt ein Großteil der Grube bereits brach. Auf den sandigen Böden stellen sich Sandmohn-Gesellschaften und Sandrasenfluren ein wie z.B. Silbergras, Reiherschnabel, Nelken-Schmielenhafer. 1988 wird die stillgelegte Fläche durch das Regierungspräsidium Karlsruhe als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es umfasst eine Größe von rund 58 ha und grenzt im Südwesten an das Landschaftsschutzgebiet Saalbachniederung. Im Osten wird es sowohl durch die DB Schnellbahntrasse Karlsruhe-Mannheim als auch durch die B 36 und die K 3535 durchschnitten (s. Karte des Gebiets).

Der Schutzzweck ist der Erhalt einer ökölogisch wertvollen Flugsandfläche auf der Niederterrasse der Hardtebenen. Das Gebiet beherbergt vor allem seltene Pflanzengesellschaften der kalkarmen Sandfluren (z. B. Besenginsterweide) sowie wärmeliebende Insekten- und Vogelarten (z. B. Dünen-Sandlaufkäfer, Brachpieper, Heidelerche). Darüber hinaus besteht öffentliches Interesse an der Gestaltung eines hochwertigen naturkundlich-pädagogischen Lehr- und Studiengebietes zur Durchführung wissenschaftlicher Untersuchungen (s. Fachliche Details).

Um das Gelände offenzuhalten, sind regelmäßige Eingriffe in die aufwachsende Vegetation erforderlich. Die Pflegemaßnahmen (u.a. Beweidung) dienen in erster Linie den Sandrasengesellschaften, den solitär lebenden Wildbienenarten sowie den seltenen Amphibien wie Kreuz-, Wechsel- und Knoblauchkröte. Seit 2005 zählt das Gewann Frankreich-Wiesental zur Natura-2000-Gebietskulisse "Lußhardt zwischen Reilingen und Karlsdorf" (Gebietsnummer 6717-341) **. Die Waldflächen innerhalb des Gebiets sind bevorzugter Lebensraum des Hirschkäfers und des Balkenschröters.

Kartenansicht Google Maps (weitere Bilder)


** Derzeit wird für die wertvollen Gebiete, FFH-Gebiet „Lußhardt zwischen Reilingen und Karlsdorf“, die Vogelschutzgebiete „Saalbachniederung bei Hambrücken“ und „Hardtwald nördlich von Karlsruhe, ein Natura 2000-Managementplan erstellt. Experten haben die Vorkommen der Tier- und Pflanzenarten, der Wiesenflächen und der artenreichen Wälder erfasst und bewertet (RP Ka, 11.10.2012)