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Buntsandstein-Schwarzwald
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Täler im Buntsandstein-Schwarzwald
Braunerde-Podsol aus Buntsandsteinhangschutt bei Bad-Wildbad
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Bild: TP_BGL2_01 Braunerde-Podsol aus Buntsandsteinhangschutt
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  Weitere Informationen                                     Bodenprofil, Erläuterungen (pdf).

Buntsandstein-Schwarzwald:
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Buntsandstein-Schwarzwald

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Böden der Täler im Buntsandstein-Schwarzwald

 
Bild: TP_BGL2_104 Sandsteinblöcke des Mittleren Buntsandsteins
Ansammlung von Sandsteinblöcken des Mittleren Buntsandsteins an einem Oberhang des Nagoldtals bei Altensteig
(© Autor: K. Rilling)
 
Bild: TP_BGL2_49 Das windungsreiche obere Nagoldtal bei Altensteig
Das windungsreiche obere Nagoldtal bei Altensteig
(© Autor: K. Rilling)
 
Bild: TP_BGL2_81 Das Ellbachsee-Kar
Das Ellbachsee-Kar südwestlich von Baiersbronn
(© Autor: K. Rilling)

Der von der steilen Karwand aus zu sehende Ellbachsee besitzt nur noch eine kleine freie Wasserfläche. Zum großen Teil ist er bereits vermoort. Der Abfluss des Sees durchbricht die Moräne und fließt in den Guten Ellbach, der bei Baiersbronn-Mitteltal (Hintergrund) in die Murg mündet.

Blockmeere, Kare und grüne Auen


Häufigste Böden an den steilen bewaldeten Talhängen im Buntsandstein-Schwarzwald sind Podsol-Braunerden und podsolige Braunerden aus sandigem und lehmig-sandigem Hangschutt. Es handelt sich um sehr stark saure Böden mit oft sehr hohem Stein- und Blockgehalt. Stellenweise treten auch Felsbildungen aus verkieselten harten Sandsteinbänken des Mittleren Buntsandsteins auf. Eine noch stärkere Podsolierung weisen die Böden an den Hängen im besonders stark zertalten Grindenschwarzwald und im Enzgebiet auf, was auf die höheren Niederschläge und die Zusammensetzung des Hangschutts zurückzuführen ist. Während in anderen Bereichen oft noch lehmiges Material aus dem Oberen Buntsandstein beigemischt ist, besteht der Hangschutt in den Hochlagen nur aus dem armen sandigen Verwitterungsmaterial des Mittleren Buntsandsteins. Verbreitet treten dort Podsole und Podsol-Ranker aus blockreichem, sandigem Hangschutt auf. Stellenweise besitzen die Böden unter dem aschgrauen Auswaschungshorizont einen leuchtend orangebraunen, verfestigten Anreicherungshorizont (Orterde, Ortstein) in dem die ausgewaschenen Eisenverbindungen wieder ausgefallen sind. Oft ist die Oberfläche der Hänge von großen Sandsteinblöcken bedeckt. Wo sie in größeren Mengen auftreten, spricht man auch von Blockmeeren.

Waldbaulich günstigere Hangböden sind am Westabfall zur Oberrheinebene zwischen Malsch und Ettlingen und in der Lahr-Emmendinger Vorbergzone verbreitet. In den dort anzutreffenden Braunerden ist kaum Podsolierung festzustellen, da den Oberböden dort deutlich Lösslehm beigemischt ist.

Die blockreichen Hangschuttdecken mit Material aus dem Mittleren Buntsandstein reichen häufig weit hangabwärts und bedecken oft noch die anstehenden Granite und Gneise des Grundgebirges. In einigen Gegenden treten aber an den untersten Buntsandsteinhängen auch Böden auf, die nur wenig podsoliert sind, da sich der Hangschutt dort aus dem etwas lehmigeren und nährstoffreicheren Verwitterungsmaterial des Zechsteins (Tigersandstein-Formation) und z. T. des Rotliegenden zusammensetzt (podsolige Braunerde, Braunerde). Die Hänge sind in diesen Bereichen auch oft weniger steil und durch Grünland genutzt. Des Weiteren macht sich im Bodenmuster an der Grenze vom Deckgebirge zum Grundgebirge der dort ausgebildete Quellhorizont bemerkbar. Immer wieder treten an den Hängen sowie in Talanfangsmulden oder auf den von Graniten und Gneisen gebildeten Hangverflachungen vernässte Bereiche auf (Hanggleye, Anmoorgleye, Quellengleye, Moorgleye usw.).

Während der Südschwarzwald in der letzten Eiszeit von einer großen Eiskappe bedeckt war, gab es im Nordschwarzwald viele Kargletscher und einzelne kleine Talgletscher, von denen der Schönmünz-Gletscher nördlich von Baiersbronn-Obertal mit 5 km der längste war. Die von Kargletschern meist an nord- bis ostexponierten Hängen zurückgelassenen sesselförmigen Hohlformen bezeichnet man als Kare. Es sind eindrucksvolle Gebilde, die bereits beim Blick auf topographische Karten auffallen. Sie besitzen steile Rück- und Seitenwände. Der Karboden ist muldenförmig vertieft und steigt zum mit Moränensedimenten bedeckten Karriegel wieder an. Einige Kare sind heute noch von einem See eingenommen (z. B. Huzenbacher See, Mummelsee, Glaswaldsee), die meisten sind aber vermoort oder mit Sandsteinschutt verfüllt. In solchen Bereichen finden sich dann meist anmoorige, nasse Böden (Anmoorgley, Moorgley, Stagnogley). Auf den blockschuttreichen Moränensedimenten und an den steilen Karwänden sind Podsole ausgebildet.

In den mit Wiesen genutzten Talsohlen der schmalen Buntsandsteintäler sind meist frische und feuchte Böden aus sandigen Hochwasserablagerungen zu finden (Auengleye). Teile der Einzugsgebiete von Nagold und Glatt reichen bis in die Gäulandschaften, daher finden sich in deren Talauen z. T. auch lehmigere und kalkhaltige Böden.