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Buntsandstein-Schwarzwald
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Böden der Buntsandstein-Randplatten
Typischer Waldboden der Buntsandstein-Randplatten bei Neuweiler-Oberkollwangen
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Bild: TP_BGL2_10 Typischer Waldboden der Buntsandstein-Randplatten
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Podsolige, pseudovergleyte Braunerde aus Buntsandsteinfließerde über Oberem Buntsandstein

Buntsandstein-Schwarzwald:
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Buntsandstein-Schwarzwald

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Böden der Randplatten im Oberen Buntsandstein

 
Bild: TP_BGL2_48 Schwarzwald-Randplatten im Oberen Buntsandstein
Schwarzwald-Randplatten im Oberen Buntsandstein
(© Autor: K. Rilling)

Der Blick geht von Altensteig-Spielberg nach Westen zum Windpark Nordschwarzwald bei Simmersfeld

 
Bild: TP_BGL2_52  Buntsandstein-Randplatten
Schwarzwald-Randplatten bei Bad Teinach-Zavelstein
(© Autor: K. Rilling)

Der Blick geht über das Teinachtal nach Südosten zur Schwäbischen Alb.

Wälder, Wiesen, Äcker, Missen

 

Der Obere Buntsandstein bildet am Nord- und Ostrand des Nordschwarzwalds schwach geneigte Ebenen oder flachhügelige Landschaften, die durch die Täler von Alb, Enz, Nagold, Würm und Glatt zerschnitten werden. Am Ostrand des Schwarzwalds setzt sich diese Landschaft nach Süden, in einem ca. 5–15 km breiten Streifen bis in den Raum Donaueschingen/Neustadt (Baarschwarzwald) fort. Weiter im Süden bis in den Raum Bad Säckingen tritt der Buntsandstein eher inselhaft auf.

Das Gebiet ist überwiegend bewaldet. Es sind aber sehr viele Rodungsinseln mit meist kleinen Siedlungen und landwirtschaftlichen Nutzflächen eingestreut. Die größeren Städte liegen dagegen in den Tälern und am Rand der Landschaft (Pforzheim, Calw, Nagold). Eine Ausnahme ist Freudenstadt, das als Bergbau- und Residenzstadt im Jahre1599 auf der Buntsandsteinhochfläche gegründet wurde.

Die Plattensandsteine des Oberen Buntsandsteins enthalten im Gegensatz zu den darunter liegenden Sandsteinen viele Glimmerminerale, die bei der Verwitterung zu Tonmineralen umgewandelt werden. Außerdem können zwischen den Sandsteinen auch dünne Tonsteinlagen auftreten. Auch die im Oberen Buntsandstein mehrfach auftretenden sog. „Violetten Horizonte“, bei denen es sich um fossile Bodenbildungen aus der Buntsandsteinzeit handelt, verwittern sandig-tonig. Folglich sind die Böden auf Oberem Buntsandstein i. d. R. etwas lehmiger und nährstoffreicher als die Sandböden im Mittleren Buntsandstein.

Durch eiszeitliches Bodenfließen sind aus dem Verwitterungsmaterial des Oberen Buntsandsteins oft zweischichtige Fließerden entstanden, in denen sich als häufigste Böden Braunerden entwickelt haben. Unter dem humosen Oberboden folgt meist rotbrauner mehr oder weniger steiniger sandiger Lehm oder lehmiger Sand, der über einer steinigen sandig-tonigen Fließerde oder über Sandsteinschutt und -zersatz lagert. Unter Wald sind diese Böden sehr stark sauer und meist schwach podsoliert, was an den hellen Quarzkörnern im humosen Oberboden zu erkennen ist (podsolige Braunerden). In den zweischichtigen Braunerden macht sich oft auch schwache Staunässe bemerkbar (pseudovergleyte Braunerde). Hin und wieder ist bei den Braunerden eine feinere Bodenart (schluffiger Lehm) und ein eher brauner Farbton festzustellen, was auf eine Beimengung von Lösslehm zurückzuführen ist. Dieser Lösseinfluss nimmt im Nordschwarzwald nach Osten bzw. Norden in Lagen unterhalb ca. 650 m NN deutlich zu. Stellenweise, v. a . im Übergang zum Pfinzgau im Norden, treten auch tiefgründige Lehmböden aus lösslehmreichen Fließerden auf (Parabraunerden). Im Baarschwarzwald ist der Lösslehmeinfluss in den Böden bereits in Höhen über 800 m NN feststellbar.

Stärker podsolierte, steinige und z. T. blockreiche Böden finden sich an den oft bereits hängigen Hochflächenrändern, an denen der Mittlere Buntsandstein ansteht (Podsol-Braunerden).

In ebenen Lagen und Mulden wirken sich die tonreichen Unterbodenhorizonte als Wasserstauer aus. Dort haben sich Pseudogleye und Pseudogley-Braunerden entwickelt. Im Bereich der sogenannten „Missen“, wo mehr oder weniger das ganze Jahr über Staunässe vorherrscht, sind Stagnogleye verbreitet. Sie besitzen ein charakteristisches Bodenprofil mit einer schwarzen oft über 10 cm mächtigen Rohhumusauflage auf einem weißgrauen, völlig gebleichten Mineralboden. Örtlich weisen sie mit einer geringmächtigen Torfauflage auch Übergänge zur Hochmoorbildung auf (Moor-Stagnogley). Es handelt sich dabei um waldbaulich schwierige Standorte, die man oft mit Drainagegräben zu entwässern versuchte.

An einigen Stellen, meist im Übergang zum Muschelkalkgebiet, treten die Röttone, die den Buntsandstein nach oben abschließen, bodenbildend in Erscheinung. Oft nur flach entwickelte Tonböden (Pelosole) aus rötlichen tonigen Fließerden oder Tonsteinzersatz sind dort die vorherrschenden Böden. Stellenweise auftretender freier Kalk in den Böden kann aus den Röttonen stammen oder aus dem überlagernden Muschelkalk.